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[Kayseri]


KAYSERI      



Die Stadt Kayseri, im Süden vom Fluss Kızılırmak, war von seither bis Heute immer ein wichtiges Handelszentrum Anatoliens. Ihre früheren Namen sind Mazaka, Kaerseraea und Kayzer.

Die älteste Siedlung, innerhalb der Grenzen von Kayseri, ist der Kültepe Tumulus der 20km im Nordosten der Stadt liegt. Ab 3000 v.Chr. war das Zentrum eine wichtige Ansiedlung. Es wurden Funde aus der alten Bronzezeit, aus der Zeit der assyrischen Kolonien (Anfang des 2. Jahrtausends v.Chr.) und aus der hethitischen Zeit ausgegraben. In den darauffolgenden Jahrhunderten geriet Kayseri unter die Herrschaft der Phrygier, Kimmerer, Lydier, Meder, Perser, Helenen, dem Kappadozianischen Königreich, Römern, Byzantinern, Seldschuken, Osmanen und der Republik Türkei. 1924 wurde Kayseri Regierungsbezirk und besitzt ein reiches, kulturelles Erbe.

Die Kreise von Kayseri sind Akkışla, Bünyan, Develi, Felahiye, Hacılar, İncesu, Kocasinan, Melikgazi, Özvatan, Pınarbaşı, Sarıoğlan, Sarız, Talas, Tomarza, Yahyalı und Yeşilhisar.


MUSEEN


Archäologisches Museum


In den zwei Hallen und im Garten des Museums mit seinen zwei Stockwerken neben dem Gültepe Park, werden die Grabgeschenke aus den Tumulussen von Beştepeler und Garipler, sowie Werke aus der Zeit der assyrischen Handelskolonien, den Hethitern, Phrygiern, Hellenen, Römern und Byzantinern in chronologischer Reihenfolge, zur Schau gestellt.

Ethnographisches Museum


Das Herrenzimmer des Güpgüpoğlu Palastes, der im Kreis Melikgazi zwischen den Jahren 1419-1497 gebaut wurde und dem man bis zum 18.Jahrhundert noch verschiedene Bereiche hinzufügte, wurde als Ethnographisches Museum geordnet. Andere Teile des Palastes bestehen aus Harem, Haremraum, Diele, Brautzimmer, Küche, Bedienstetenraum, Gästezimmer, Wohnzimmer und Brautpaarzimmer. Im Ethnographischen Museum werden die lokalen Bestandteile Kayseris mit den Keramiken, Waffen, Holzwerken, Metallen, Handschriften, Teppichen, Kelims, Kleidungsstücken, Schmucksachen, Ornamenten und Grabsteinen zum Vorschein gebracht sowie Münzprägungen aus Gold, Silber und Bronze aus der türkisch-osmanischen Zeit ausgestellt.

Atatürk Haus


Das Haus wurde im 19.Jahrhundert im Stadtteil Cumhuriyet gebaut und Atatürk war hier am 19.Dezember 1919 zu Gast. Das Steinhaus wurde zweistöckig gebaut und im Erdgeschoss werden Bilder und Dokumente über den Besuch Atatürk’s in Kayseri zur Schau gestellt.

Gevher Nesibe Museum für Medizingeschichte


Die beiden theologischen Hochschulen aus der Seldschukenzeit, die im Mimar Sinan Park auf dem Cumhuriyet Platz stehen, dienen heute als Museum für Medizingeschichte. Die beiden Gebäuden nebeneinander, Baujahr 1205, haben einen gemeinsamen Hof und sind mit einem Korridor miteinander verbunden. Die Gıyasiye Medizinische Hochschule, östlich gelegen, hat die Maße von 60x40m und das Gevher Nesibe Krankhaus, westlich, hat die Maße von 32x40m. Vier Säulenhallen bilden die Grundlage des Bauplans. Das Krankenhaus ist das älteste Krankenhaus Anatoliens und hier wurden Heilung und Behandlung, Ausbildung und Forschung sowie Praxis, zusammen durchgeführt. Heute stehen in diesem Museum medizinische Geräte, bzw. Instrumente zur Schau.

Kadir HAS Kent und Mimar Sinan Museum


Die Eingangshalle des Gebäudes mit den sechs Stockwerken, dient heute als Kent Museum (Stadtmuseum) und das erste Stockwerk als Mimar Sinan Museum. In den höheren Etagen liegen die Verwaltungsräume, Restaurants und Caféterias. Im Kent Museum werden Videos über die Stadt vorgeführt. In der Mitte dieses Raumes ist ein Entwurf von Kayseri ausgestellt, worum sich kleine Stände befinden und Auskunft über die Stadt erteilen. Im Mimar Sinan Museum, im 1.Stock, sind die Entwürfe der wichtigsten Werke des Architekten Sinan zu besichtigen. Allerlei Informationen und Videos über den wichtigsten Architekten der osmanischen Zeit werden hier präsentiert.


RUINENSTÄTTEN


Kültepe (Kenesh)


Kültepe (Kenesh) besteht aus einem Tumulushügel und aus der unteren Stadt, die Karum genannt wird. Der Tumulushügel, mit 22m Höhe und 500m Durchmesser, liegt 2km nördlich, auf dem 20.Kilometer der Kayseri-Sivas Landstrasse. Bei den Ausgrabungen wurden Werke aus der Zeit der Assyrer, Hethiter, Römer und Perser gefunden. Schon seit der spätkalkolitischen Ära gibt es Siedlungen auf diesem Tumulus. Die wichtigsten Funde sind die Tontafeln die in Keilschrift geschrieben worden sind sowie Zylinderstempel aus der Zeit der Assyrer. Diese Funde sind die ältesten und bekanntesten schriftlichen Dokumente Anatoliens. In das grosse Handelszentrum Kültepe kamen Waren aus Assyrien wie Zinn, Stoff und Wolle, die gegen Gold und Silber an die einheimische Bevölkerung verkauft wurden. Die Ruinen der grossen sakralen und offiziellen ebenso architektonisch bedeutenden Bauwerke wie z.B. Häuser, Geschäfte und Ateliers, bilden ein sehr wichtiges Freilichtmuseum.

Fraktin Felsenrelief


Das Relief aus dem 14.Jahrhundert v.Chr, auf den Felsen südöstlich von Develi, ist ein originelles Beispiel der hethitischen Kunst. Es stellt zwei Szenen dar: Auf der Szene links, stehen um den Altar in der Mitte, zwei Figuren, die kurze Röcke und spitze Kopfbedeckungen haben. Aus den Hieroglyphen in der Hand der Figuren geht hervor, dass es sich um Hattuschili,III. handelt, der rechts steht, wobei der Sturmgott links steht. Auf der Szene rechts, ist auf den Palastfassaden von Cerablus die Göttin sitzend und eingehüllte Nonnen zu sehen. Die Göttin Ischtar sitzt auf einem Thron und hält in der linken Hand einen Becher. Aus den Hieroglyphen auf der Hand der Frau geht hervor, dass es sich um Königin Puda-Hepa, der Frau von Hattuschili,III. handelt, die auf der rechten Seite steht und ein Getränk anbietet.

Felsenrelief Imam Kulu


Auf dem Hethiterrelief im Dorf Imam Kulu, das 40km von Develi entfernt liegt, ist auf einem Wagen, der an einem Stier gespannt ist, der Sturmgott mit den drei geneigeten Köpfen der Berggötter zu sehen. Dämone mit menschlichen Körpern und Vogelköpfen halten die Berggötter in ihren Armen. Auf der rechten Seite der Szene sieht man einen geflügelten Dämonen auf einem stilisierten Baum, und auf der linken Seite einen jungen Gott mit einem Stab in seiner Hand. Die freien Stellen auf den rechten und linken Seiten der Szenen sind mit Tiermotiven verziert.


Gräber


Das Bauwerk mit dem dreieckigen Giebel auf der Istasyon Straße wird auf das 2. oder 3.Jahrhundert datiert. Das Grab aus runden Bögen mit rechteckigem Plan und aus großen Marmorblöcken gebaut, liegt im Dorf Kebiç des Kreises Felahiye, stammt ebenfalls aus der Zeit der Römer. Die steinernen Tomarza Gräber in Form von Sarkophagen, die sich im Westen des Dorfes Kömür befinden, sind ebenfalls sehr interessant.


Das Soğanlı Tal


Seit der Zeit der Römer existieren im Kreis Yeşilhisar, Provinz Kayseri, 40km südöstlich von Ürgüp, Ansiedlungen. Im Soğanlı Tal, eines der wichtigen Zentren Kappadokiens, befinden sich ungefähr 50 Felsenkirchen und Höhlen, sodass das Tal einem Freilichtmuseum gleicht. Hier sind Erdorgel, wie die in Göreme anzutreffen. Die Bevölkerung hat in der Vergangheit in Felsen eingemeißelten Häusern und Unterkünften gelebt. Die Heilige Barbara (Tahtalı), Karabaş, Große Kirche, Saint Joan Kirche, Schlangenkirche, Kuppelkirche, Saint George Kirche, Gök und Tokalı Kirchen sind wichtige Bauwerke, die in diesem Tal liegen. Die Kirche, die im Nordabhang des Tales liegt und dessen Kuppeln aus Erdorgeln entstanden sind, ist mit ihren Gewölben und Abzissen recht typisch. Sie wird auf Anfang des 10.Jahrhunderts datiert und hat einen Basilikplan mit drei Schiffen (archäologisch: Bauteil in Kirchen) und drei Abzissen. Die Fresken in der Kirche stellen religiöse Bilder dar, was ebenso in anderen Kirchen dieser Region der Fall ist. An der Westspitze des Tales liegt die Heilige Barbara Kirche mit einem Schiff, einer Abzisse und einem Tonnengewölbe vor. Auf den Wänden dieser Kirche sind folgende Abbildungen zu sehen: Prophet, Deisis, frohe Botschaft, Erweis der Jungfräulichkeit, Reise nach Bethlehem, Geburt, der Hinabgang Jesus in die Hölle, die Siebenschläfer und verschiedene Bilder vieler Heiligen. Die Fresken der Karabaş Kirche am rechten Abhang des Tales wurden zu unterschiedlichen Zeiten mit verschiedenen Techniken gemalt. Das Bauwerk wird auf das 11.Jahrhundert datiert und hat einen Schiff, eine Abzisse und Tonnengewölbe. In der Umgebung der Kirche liegen Grabkammern und Räume, wo sich die Priester aufgehalten haben sollen.


Weitere Kirchen


Im Erdemli Tal, 69km von Kayseri entfernt, sind Kloster, Kirchen und Felsengebiete vorzufinden, wobei im Derevenk Tal, im Kreis Talas, Felsenkirchen, Kloster und Siedlungseinheiten anzutreffen sind. Im Dorf Germir, 6km von der Stadt entfernt, sind neben den Steinhäusern, auch drei Kirchen befindlich. In der kleinen Ortschaft Ağırnas, im Kreis Melikgazi, sind die Prokopis Kirche (1857) und die Agil Anargi Kirche zu besichtigen. Ein Teil der Agil Anargi Kirche liegt unter der Erde. Das Haus, in dem der Architekt Sinan geboren wurde und die Brunnen, die er während seiner Jugend baute, sowie eine unterirdische Stadt, die Yanartaş Kirche (1837) in Kayabağ, historische Ruinen, einige Höhlen und die Steinhäuser im Dere Tal sind alle sehenswert.


MOSCHEEN


Die Sultan Moschee (Ulu Moschee), beim geschlossenen Basar im Stadtteil Camii Kebir, wurde in den Jahren 1134 -1143 gebaut. Die Renovierung 1205 führte zu einigen Änderungen. Das Minarett der Moschee, auf einem achteckigen Sockel mit zylindrischen Ziegeln, ist ziemlich hoch. Das längliche Bauwerk mit viereckigen senkrechten Trägern, besitzt über der Gebetsnische eine Kuppel und in der Mitte wiederum eine Zweite, die für Helligkeit sorgt.

Die Kölük Moschee wurde den Inschriften nach im Jahre 1210 gebaut und besitzt eine sehr schöne Gebetsnische aus Mosaikkeramik, die ein herausragendes Beispiel für die Keramikkunst der Seldschuken darstellt. Auch in dieser Moschee ist eine Kuppel über der Gebetsnische und eine Kleinere, die für Helligkeit sorgt, mit Pendantiv und Gewölbenbedeckung zu sehen. Das Portal der Moschee zeigt die klassischen Besonderheiten eines Krontors.

Die Lale Moschee ist ein Bauwerk aus dem 13.Jahrhundert, aus seldschukischer Zeit. Eines der wichtigsten Koranverse, die Ayet-el Kürsi, auf der Kanzel im seldschukischen Stil geschrieben, ist Original. Die Moschee im quadratischen Plan wurde mit Tonnengewölbe gebaut, wobei der mittlere Teil ist mit Kuppeln bedeckt ist. Östlich liegt ein Grabmal mit polygonförmigem Hauptteil und einer konischen Geschützhaube. Im Norden steht ein Badehaus.

Hunat Hatun Komplex wurde 1238 fertiggestellt. Sie besteht aus einer Moschee, einer theologischen Hochschule, einem Badehaus und einem Kuppelgrab. Die Gebäuden wurden aus Quadern gebaut. Die Moschee besitzt eine Kuppel über der Gebetsnische, eine Säulenhalle, einen kleinen quadratischen Hof und eine betonte mittlere Achse. Die Gebetsnische wird zu den Seiten breiter, die Holzkanzel ist originell. Mit den Ecken und den Türmen an den Seiten sieht die Moschee wie eine Festung aus. Der Haupteingang der Moschee, die in Richtung Mekka (Kıble) sieben senkrechte Höfe aufweist, ist das Tor an der Ostfront. Am größeren und monumentalen Westportal sind geometrische Verzierungen und eine Schrifttafel aus Marmor zu sehen. An die Ecke im Nordosten der Moschee wurde ein achteckiges Grabmal hinzugefügt, der drei Gräber bergt.

Hacı Kılıç Moschee und theologische Hochschule aus dem Jahr 1249 stehen auf der Istasyon Straße. Von den beiden Gebäuden, die zwar den gleichen Säulenhof teilen, aber eigene Eingänge besitzen, ist das das Linkere die Moschee und das Rechtere die theologische Hochschule. Der Kuppel der Gebetsnische und das mittlere Schiff sind auffallend. Die Gebetsnische aus Stein ist Original. Die monumentalen Krontore an den östlichen Fassaden der Moschee und der Hochschule, ragen nach außen.

Bünyan Ulu Moschee aus dem Jahre 1267 wurde mit dicken Quadermauern und drei Schiffen, die senkrecht in Richtung Mekka stehen, gebaut. Sie ist mit einer einfachen Holzdecke bedeckt, die von vier senkrechten Trägern gestützt wird. Auf dem Portal sind geflochtene, kufiähnliche ineinandergefügte Pflanzenmotive und geometrische Verzierungen sowie stilisierte Löwen und Gryphon Figuren zwischen gekräuselten Zweigen zu sehen.

Die Ulu Moschee in Develi wird auf das Jahr 1281 datiert und ist seldschukisch. Fünf Schiffe, die senkrecht in Richtung Mekka stehen, das Portal, die Beleuchtung sowie die Kuppel der Gebetsnische und die mittlere Achse treten hervor. Die Gebetsnische ist mit ihren ineinandergefügten geometrischen Verzierungen, den Pflanzenmotiven und den Reliefborduren unvergleichbar.

Weitere wichtige Moscheen in Kayseri: die Kurşunlu Moschee aus dem Jahre 1585, gebaut vom berühmten Architekten Sinan, mit ihrer Marmorbearbeitung, der Kanzel, der Gebetsnische dem originalen Rednerpult; die Fatih Moschee in der Festung, Yeşilhisar Ulu Moschee aus dem 13.Jahrhundert, Han Moschee aus dem 14.Jahrhundert in Talas, aus Quadern zweistöckig gebaut; Melik Arslan Moschee im Dorf Yeşilyurt, Karamustafa Paşa Moschee aus dem Jahre 1670 in İncesu und die Moscheen in den Dörfern Gürpınar und Molu aus dem 18.Jahrhundert.


GRABMÄLER UND KUPPELGRÄBER


Das Hunat Hatun Grabmal aus dem Jahr 1238, wurde in die Ecke, wo die Moschee und Hochschule im Komplex aufeinander treffen, später hinzugefügt. Das Kuppelgrab mit sechs Seiten und konischem Dach, das auf einer weissen Marmorsockel mit Stalaktit “Mukarnas” emporsteigt, wurde aus Quadern gebaut. An den Ecken stehen, dem Hauptteil entlang, emporsteigende verzierte Säulen.

Aus der Inschrift geht hervor, dass das seldschukische Döner Kuppelgrab, das für Şah Cihan Hatun gebaut wurde, aus dem Jahre 1276 stammt. Das Kuppelgrab steigt auf einem quadratischen Sockel hoch empor. Jede Seite des polygonförmigen Hauptteils ist mit spitzen Bögen und Randverzierungen getrennt, wobei an alllen Fronten verschiedene geometrische Motive und mythologische Kreaturen als Reliefs zu sehen sind. Der zwölfseitige Kuppelgrab, das gänzlich aus Quadern gebaut wurde, hat außen auf Stalaktitleisten eine konische Geschützhaube und ist von innen mit Kuppeln bedeckt.

Kutluğ Hatun Grabmal (1349) mit einem prunkvoll verzierten Krontor wurde aus gleichmäßigen Quadern gebaut. Der Plan und das Hauptteil sind quadratisch. Das Grabmal wurde mit einer pyramidalen Gestützhaube auf achteckigem Rahmen bedeckt.

Das zylinderförmige Sırçalı Kuppelgrab aus dem 14.Jahrhundert wurde aus Quadern mit perfekter Meisterleistung gebaut. Der runde Sarkophagraum thront auf einem quadratischen Fundament.

Eine der beiden Gräber der Çifte (-Doppel) Kuppelgräber, die aus dem Jahre 1247 stammen und 1km von Kayseri entfernt liegen, ist leider völlig eingestürzt. Das andere kaum verzierte Bauwerk mit kubischen Seiten, sitzt auf einem Fundament mit Randverzierungen, hat einen achteckigen Hauptteil und ist mit einer pyramidalen Gestützhaube bedeckt. Die Portalnische mit Stalaktit ist mit Sternbordüren umgeben.

Das Melikgazi Grabmal im Dorf Melikgazi, im Kreis Pınarbaşı, stammt aus dem 12.Jahrhundert, worin sich 7 Sarkophage und Mumien befinden. Das Grabmal wurde auf einen quadratischen Plan gesetzt und hat zwei Etagen.


THEOLOGISCHE HOCHSCHULEN


Die Hunat Hatun Hochschule neben der Hunat Hatun Moschee, die 1238 gebaut wurde, ist älter als die Moschee. Die Hochschule, die direkt neben der Nordwestecke der gleichnamigen Moschee liegt, hat einen rechteckigen Hof an dessen drei Seiten sich Säulengänge befinden. Die westliche Seite wiederum ist durch eine grosse Säulenhalle geprägt, wo Lehrerzimmer und um den Hof herum kleine Kammern vorhanden sind. Die Portalverzierungen auf der Westseite sind sehr verschieden und ansehnlich. Auffallend sind auch die Friesen am Portal mit ihren ineinandergefügten, geometrischen Verzierungen und Pflanzenmotiven.

Seracettin Hochschule, die 1238 gebaut wurde, ähnelt der Hunat Hatun Hochschule. Die Hochschule hat drei nebeneinander liegende Säulenhallen, eine Eingangssäulenhalle und ist ein schlichtes kleines Bauwerk.

Ein anderes seldschukisches Bauwerk im Stadtzentrum ist die Sahibiye Hochschule. Sie stammt aus dem Jahre 1267 und sieht äusserlich wie eine Karawanserei aus. Randverzierungen und ein eckiges Bund umgeben die Türme und die Fassadenmauern. An den Ecken des Krontors sind runde und halbe Träger. Geometrische Verzierungen und Pflanzenmotive wurden mit Inschriften ineindergefügt, was wiederum eines der typischen Merkmale der seldschukischen Steinverarbeitung ist.

Hacı Kılıç Hochschule, die 1275 gebaut wurde, steht direkt neben der Moschee und hat ein von der Ostfassade hinausragendes Portal. Um den Hof der Hochschule befinden sich Säulengänge und dahinter Räume.

Die Köşk Hochschule mit quadratischem Plan, steht auf einem kleinen Hügel, der Köşk Berg genannt wird und stammt aus dem Jahre 1339. Auf einer Seite der großen Diele, zu der sich das Eingangtor öffnet, findet sich eine Säulenhalle, wo mit Gewölben bedeckte Räume aneinander gereiht sind. Das Bauwerk wurde ursprünglich als Derwischkloster gebaut, wurde aber später in eine Hochschule umgewandelt.

Die Hatuniye Hochschule liegt an der Südfassade der Ulu Moschee und wurde im Jahre 1432 gebaut. Sie stammt aus der Zeit der Dulkadiroğulları. Das Bauwerk in schlechter Verfassung, wurde dem Original entprechend wieder neu aufgebaut. Mit der Säulenhalle, den seitlich liegenden und aneinander gereihten Räumen besitzt das Gebäude einen typischen Medrese-Plan.


FESTUNGEN UND BRÜCKEN


Die Festung von Kayseri, im Stadtzentrum, wurde zur Zeit der Römer im 3.Jahrhundert gebaut und zur byzantinischen Zeit, im 6.Jahrhundert, eingeschränkt und ausgebessert. Zur seldschukischen Zeit nahm sie ihren heutigen Plan an. Die Festung besteht aus einer äußeren Mauer und Bastionen sowie aus einer Außen- und Innenfestung. Die äußere Festung ist größten Teils eingestürzt. Die Mauern haben fünf Tore, im Inneren befinden sich Wassergraben und Beobachtungstürme. Die Innenfestung, die aus hohen und breiten Mauern besteht, ist ein unabhängiges Bauwerk, worin die Kale Moschee liegt, die zur Zeit des Fatih Sultan Mehmet gebaut wurde. Heutzutage bergt die innere Festung Juwelierläden.

Die Develi Festung liegt auf einem steilen Felsen, 3km vom Kreis Develi entfernt. Wenn man vom architektonischen Stil ausgeht, könnte man sagen, dass sie aus der Zeit der Byzantiner stammt.

Die Aksüt Festung aus hethitischer Zeit, liegt auf einem Felsen und ist 14km von Develi entfernt. Auf den Felsen sind Reliefs abgebildet, die an einen Drachen erinnern, der einen Speer in seiner Hand hält.

Die Zamantı Festung in Pazarören, im Kreis Pınarbaşı, stammt aus der Zeit der Byzantiner. Sie wurde zur seldschukischen und osmanischen Zeit ausgebessert und benutzt.

Neben den architektonischen Ruinen der Kululu Festung im Kreis Akkışla wurden auch Stauen aus Stein und Hieroglyph-Tontafeln aus späthethiter Zeit ausgegraben.

Weitere Festungen in Kayseri sind die Zengibar Festung, Akkışla Festung, Viranşehir Festung, Hisarcık Festung und Zirha Festung.

Die Tekgöz Brücke über dem Fluss Kızılırmak und 30km von Kayseri entfernt, wurde im Jahr 1212 gebaut, wobei die Çokgöz Brücke 15 Bögen besitzt.

Die Kuruköprü Brücke in Talas ist ein Aquädukt aus der Zeit der Römer. Sie wurde über einen Bach gebaut, hat eine Spitze und 13 runde Bögen. Zur Zeit der Seldschuken wurden die Zwischenräume der Bögen zugemauert. Die Brücke ist durch zwei geteilt. Sie wurde aus Quadern gebaut, wobei die Innenteile mit Schottern gefüllt wurden. Einige Teile der Brücke sind eingestürzt.


THERMALBÄDER


Das Bayramhaci Thermalbad liegt 65km westlich von Kayseri, 1.5km vom Bayramhacı Dorf entfernt,. Die Wassertemperatur ist um die 38ºC - 40ºC. Die Anlage mit 55 Zimmern und140 Bettenkapazität, hat vier Becken; zwei für Herren, zwei für Damen.

Die Tekgöz Thermalbäder sind in der kleinen Ortschaft Yemliha im Kreis Kocasinan. Die Anlage hat ein Becken für Herren und ein Becken für Damen. Die Wärme des Thermalwassers beträgt 43ºC und es soll bei Beschwerden von Rheuma, Hautkrankheiten, Atmungswegen, Nieren und Harnwegen sowie bei Frauenkrankheiten helfen.

Die Yeşilhisar Heilquelle, 70km südöstlich von Kayseri, hat natürliches warmes Wasser.

Die Heilquelle Zile in Develi und das Hacı Veli Thermalbad auf dem 16.Kilometer der Kayseri-Adana Landstrasse sind sehr reich an Mineralien und wirken bei der Heilung von verschiedenen Erkrankungen.


KARAWANSEREIEN, GESCHÄFTE UND ANDERE HISTORISCHE BAUWERKE


Die Sultan Karawanserei auf dem 50.Kilometer der Kayseri-Sivas Landstrasse, wurde in den Jahren 1232-1236 gebaut. Die Karawanserei mit 3900 qm Fläche, ähnelt mit ihren massiven Mauern und den hinzugefügten Türmen eher einer Festung. Sie besteht aus einem offenen und geschlossenen Teil. Das geometrisch verzierte Portal, durch das man in den Hof gelangt, ragt nach außen. Die kleine Moschee in der Mitte des Hofes stellt ein gutes Beispiel für die Steinverarbeitung dar und ist bis heute noch gut erhalten geblieben. Der Winterbereich, hinter dem offenen Teil des Hofes, hat in der Mitte einen Beleuchtungsturm. An der nordwestlichen Ecke des Hofes befindet sich ein Badehaus mit Kuppeln.

Die Karatay Karawanserei auf der Kayseri-Malatya Landstrasse wurde in den Jahren 1240-1241 gebaut. Sie hat den Plan einer klassisch-seldschukischen Karawanserei und erscheint mit ihren Rillen- und Knotentürmen wie eine Festung. Sie besitzt reiche Verzierungen wie die Sultan-Karawansereien. An den Ecken der Front ragt das Portal 2.5m nach vorne und ist an den Seiten mit Rillen- und Knotenträgern erhöht worden. Die Verzierungen bestehen aus einem geflügelten Löwen, der eine Schlange im Maul hält, aus Tierfiguren, Ochsenköpfen, runden Menschenkopffiguren, Pflanzen- und geometrischen Motiven. Auf der rechten Seite des prachtvollen Säuleneingangs zum Hof steht eine kleine Moschee mit Kuppel. Links ist ein Grabmal zu sehen, das mit einem Kreuzgewölbe bedeckt ist.

Die Kara Mustafa Paşa Karawanserei, erbaut im Jahre 1660, ist ein Komplex in İncesu mit einer Moschee, einer Hochschule und 30 Geschäften.

Kapalı Çarşı (geschlossener Basar), Baujahr 1859, ist einer der Wenigen, die neben den Basaren in Istanbul und Bursa noch erhalten geblieben ist. Dieser Basar mit vier Eingangstoren wurde auf einer Fläche von hunderttausend Quadratmetern gegründet. Im zweistöckigen Pamuk Han, westlich von Kapalı Çarşı, betreiben die Baumwollhändler noch heute ihre Geschäfte.

Vezir Han aus dem Jahre 1727 ist ein Gebäude mit zwei Stockwerken neben Kapalı Çarşı. Die Herberge diente als Unterkunft für Reisende, wird aber heute als Geschäftszentrum benutzt. In der Mitte der Karawanserei befindet sich ein Laufbrunnen mit einer verschiedenartigen Archtitektur.

Der Bedesten (1497), im Inneren des Kapalı Çarşı liegend, ist mit drei Kuppeln und Kuppelchen bedeckt. Mit seinen drei Toren im Osten, Norden und Westen dient er heute als Teppich- und Kelimbasar.

Uhrturm


Der quadratische Uhrturm wurde 1919 aus geschliffenen Steinen erbaut und steht auf dem Cumhuriyet Platz. An allen vier Fronten sind Uhren eingebaut. Nebenan befindet sich ein Zeitmessraum mit dreieckigen Giebeln an allen vier Seiten.

Vogelhäuser


Die Vogelhäuser an den Abhängen im Gebiet von Gesi sind besonders dann auffallend, wenn man in Richtung Kayabağ fährt. Diese zylinderförmigen, kleinen Bauwerke aus Stein haben einen Durchmesser von 2-3m und eine Höhe von 8-10m.


WEITERE KULTUR- UND NATURGÜTER


Die Stadt Kayseri bietet neben ihren historischen und kulturellen Werten auch mit ihrer Natur zahlreiche Möglichkeiten, dass die Besucher eine schöne Zeit verbringen. Die Yahyalı Wasserfälle sind 76km vom Kreis Yahyalı entfernt. Meist fallen sie von einer Höhe bis zu 30-50m, in sieben Reihen aneinander, und fliessen in den Zamantı Fluss, wonach sie den Fluss Seyhan erreichen. Mit ihrer Durchlaufmenge und Höhe gehören sie zu den bedeutendsten Wasserfällen der Welt und sind von bezaubernder Naturschönheit.

Die Seen, die als Yedigöller (Siebenseen) bezeichnet werden, und die Hacer Wälder mit 18 tausend Hektar Land, versetzen ihre Besucher mit ihren Schönheiten in Bewunderung.

Das Sultan Schilfdickicht, 15km vom Kreis Yeşilhisar entfernt, ist mit seinen zahlreichen Vögeln (301 Arten), eine ornithologisch und international bedeutsame Fläche mit reichhaltigem Wasser, worin Pflanzen wie Seerosen, Seeefeu und Moos sowie verschiedene Tierarten, z.B. Wasserschildkröten und Süsswasserfische, leben.

Die Hochebenen von Kayseri sind Pınarbaşı, Uzun, Erciyes, Tekir Yaylası, Sezçer Yaylası, Beyyurdu und Burhaniye Almen.

Im Aladağlar Nationalpark befinden sich Campingplätze, Ausflugsziele, Rastplätze, Wander- und Kletterwege sowie Flüsse zum Angeln.

Die Flüsse Zamantı und Kızılırmak, die durch den Aladağlar Nationalpark fliessen, bieten Möglichkeiten für Rafting.

Das Skizentrum auf dem Erciyes Berg (Mons Argäus), 25km von Kayseri entfernt, besitzt zwei Anlagen mit Sesselbahnlift. Eine ist 1450m und die andere 2575m lang. Die Skiflächen liegen auf 1800-3000m Höhe.

Der Erciyes Berg, die Aladağlar, der Hacerpass und die Umgebung von Yedigöller haben ideale Strecken für Trekking und Naturwanderungen.

Ausserdem ist die Ortschaft Gesi mit ihren historischen Häusern und Strassen berühmt. Das Tal von Özlüce, Turan, Ağırnas, Germir, Aydınlar und Derevenk bietet geeignete Strecken für Naturwanderungen. Der Fluss Zamantı, das Sultan Schilfdickicht, der Fluss Kızılırmak und der Sarımsaklı Staudammsee ermöglichen Angelsport, wobei man auf dem Erciyes Berg und den Alabergen Gleitschirm fliegen kann. Die Natur bietet auch viele günstige Plätze zum Reiten und zum Campen.

Typische Spezialitäten aus Kayseri sind “Partırma” (eine Art Schinken; mit Knoblauch, Kreuzkümmel und Paprika gewürztes, gepresstes, hauchdünn geschnittenes Dörrfleisch), Wurst (“Sucuk”) und “Mantı” (kleine Maultaschenart mit Hackfleischfüllung und Joghurtsoße). Die Küche von Kayseri hat vorwiegend Teiggerichte. Gerichte wie Tandır böreği, Arapaşı, Kapama, Pilav, Gerdan sowie Süssspeisen wie Telteli, Güllü und Kamış Baklava, Aside, Pekmez Helvası und Nevzine sind nur einige Beispiele.

Handwerk: Kupferschmiederei und Lederhandel werden heute noch weitergeführt, wenn auch nur wenig. In Kayseri kann man die berühmten Bünyan und Yahyalı Teppiche kaufen. Die Stoffpuppen von Soğanlı in Kappadokien sind sehr beliebt. Kayseris schmackhaftes Dörrfleisch “Pastırma” sollte unbedingt gekostet werden.

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