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[Architektur]


Die Türkİsche Architektur      


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Die Türkische Architektur ist nicht nur für den Osten und für die islamische Architektur bedeutend, hat sondern auch in der Weltarchitektur einen bedeutenden Stellenwert. Forschungen haben gezeigt, dass die Türkische Architektur in der Geschichte durch ständige Entwicklungen sowie aufgrund politischen, administrativen und wirtschaftlichen Fortschritten im 16.Jh. ihren Höhepunkt erreicht hat.

Es ist bekannt, dass während der Epoche der Herrschaftsgebiete der Seldschuken und der Epoche der frühen Osmanen die Architekten und die Handwerker dieses Berufes ihre Arbeit in wandernden Gruppen ausgeübt haben und in den Gebieten, in denen sie eine Arbeit aufgenommen haben, sich Bauplätze geschaffen haben.

Die Architekten kamen meist aus Damaskus, Aleppo, Täbris, Tiflis, Hocent, Marent, Merage und Tunesien. Es gab auch Architekten aus Städten wie Ahlat, Malatya und Konya, die Angehörige von einheimischen Ateliers waren.

Im 12. und 13.Jh. arbeiteten auf seldschukischem Boden in allen Baugebieten, bzw. Baustellen, Menschen jeder Religionsrichtung und jedes Volkes, Arbeiter und Meister Schulter an Schulter. Diese Baukünstler, die die damalige aktuelle Türkisch-Islamische Kultur beim Bau der Moscheen, Medresen (Theologie Hochschulen) sowie Karawansereien anwandten, benutzten auch die architektonischen Modelle der Gegende, aus denen sie kamen. Aus diesem Grunde sind aus den Werken dieser Epoche auch Motive der Araber sowie die der Christen zu erkennen. Allerdings widerspiegeln sie sich eher bei den Details der Verzierungen und der Motive und nicht der architektonischen Pläne.

Man geht davon aus, dass zu der Epoche der Anfangszeiten des osmanischen Reichs die Handwerkergruppen vor allem der Tradition der Zunft der Akhis gebunden waren und ihre Arbeiten dieser Tradition entsprechend fortsetzten. Die Akhis bildeten und spezialisierten einerseits in bestimmten Berufsgruppen Personen aus und überprüften andererseits, ob das Zustandegebrachte den Standarts entsprach. Der größte Teil der Mitglieder dieser Verbände beteiligten sich zwar nicht an größeren Bauarbeiten, aber bekannt ist, dass sie mit den Architekten zusammenarbeiteten, die dem Serail gebunden waren und in Baustellen unter deren Aufsicht standen. Stadtarchitekten, Baumeister, Schreiner, Arbeiter die im Bereich Steinmetzen und Zementherstellung betätigt waren, gehörten dieser Gruppe an. Den Bauhandwerkern gab man den Namen „Esnaf-i mimar.

In den Aufzeichnungen der Osmanen kommt die Redewendung „Erfahren im Wissensbereich der Architektur“ sehr häufig vor. Das zeigt uns, dass eine Gruppe von fortgeschrittenen Architekten existierte, die in großen Städten an großen Bauarbeiten beauftragt waren. Diese Gruppe, die wir als Stadtarchitekten benennen können, waren gezwungen die Personen, die im Bereich Bauunternehmen nicht gut ausgebildet waren, oder die, die nicht diesem Berufszweig angehörten, das Arbeiten an Baustellen zu verhindern, damit die Qualität des Standards nicht gesenkt wurde.

Die an einem umfangreichen Projekt mit Stadtbauten arbeitenden Architekten waren, so wie auch ihre anderen Berufskollegen, an der sozialen Struktur der osmanischen Gesellschaft sowie an deren Auffassung strengstens gebunden. Sogar bei privaten Bauarbeiten in Istanbul mussten die Architekten, Gesellen und Meister, die nicht dem Verband angehörten, vom Oberarchitekten eine Lizenz vorweisen müssen. Die, die keine Lizenz vorweisen konnten, bekamen keine Arbeit und man verhinderte sogar auch -was die Aufgabe des Oberarchitekten war-, dass sie sogar an privaten Baustellen keine Arbeit bekamen. Auch Architekten, die vorwiegend in den Baustellen in einer Provinz tätig waren und eher unbedeutende Arbeiten erledigten, konnten nur unter der Aufsicht der Angehörigen einer Zunft arbeiten.

Die Architekten waren, so wie es ihr Beruf erforderte, sehr geschult in der Geometrie. Außerdem mussten sie sich im Hinblick auf „Bauten“ und „Vermessung“ gut auskennen. Aufgrund der Zusammenhänge mit der Geometrie nannte man die Architekten, wenn auch nur selten „Ingenieure“. In der Frühosmanischen Epoche stellten die Architekten für die Bauten, die sie errichten wollten, Pläne zurecht, die „Resim“ (Bild) genannt wurden. In der Terminologie der Architektur wurden Pläne „Resim“ und Skizzen „Tasvir“ benannt. In den Plänen benutzten als Maß „Elle“ oder ein Ma, das „Zira-i mimari“ (ein Maßstab von ungefähr 757,738 mm) genannt wurde.

Die fortwährende Entwicklung der Türken in der Architektur nahm nach der Eroberung Istanbuls einen anderen Ablauf ein. Es stellte sich heraus, dass die Architekten und die Künstler die sich mit Architektur beschäftigten und in Anatolien zur Zeit der Seldschuken, der „Beylik“s (Emirat, Fürstentum) und der Epoche der Frühosmanen vorwiegend selbstständig und in umherziehenden Gruppen arbeiteten, nicht kompetent genug waren bzw. standhalten konnten für eine rasante Entwicklung vom „Beylik“ zum Staat, vom Staat zum Reich und für eine rasche Entwicklung der Städte. Das Reich benötigte in seinem neuen Gefüge eine umfangreichere und organisierte Vereinigung. Zu diesem Zwecke wurde in der Hauptstadt zunächst die „Hassa Mimarlar Ocağı” (Architekten Gemeinschaft) ins Leben gerufen und im Anschluss, die dieser Gemeinschaft untergeordneten Verbände, in den Provinzen gegründet. Die Aktivitäten der Architekten Gemeinschaft „Hassa Mimarlar Ocağı”, die nach 1453 gegründet wurde, hat sich gemeinsam mit den Fortschritten des Reichs immer standgehalten und Anfang des 16.Jahrhunderts wurden die ersten Schritte der „Epoche der klassisch-osmanischen Architektur“ gelegt.

In den Dokumenten, die bislang erforscht wurden, stößt man auf Einträge der Gemeinschaft der Architekten, die auf das 16.Jh. datiert werden. Aus den Dokumenten geht hervor, dass ihr Ausbildungszentrum das “Sepetçiler Kasrı” im Topkapi Serail war. Es stellt sich heraus, dass diese Gemeinschaft (mittels ihren Verbänden) alle Bebauungen in erster Linie von Istanbul aber auch die des ganzen Landes geleitet haben. Zu ihren Hauptaufgaben gehörten die Erstellung der Baupläne von allen sakralen, gesellschaftlichen und öffentlichen Bauten, die Überprüfung der Kostenvoranschlägen, die Leitung der Bauarbeiten und die Durchführung der Renovierungen. Auch die militärischen Bauten zu errichten und zu renovieren sowie die Straßen für das Militär fertig stellen und erneuern, Brücken bauen, die Residenzen einrichten und die Stellen für Schussweiten einteilen, all diese Arbeiten unterlagen der Verantwortung der Gemeinschaft der Architekten.

Die Architekten der Garde waren von allen Plänen, Materialien und Berechnungen der Bauten, die der Sultan und der Staat erbauen ließen, verantwortlich. Die selben Pflichten galten auch bei den Bauarbeiten von privaten Personen. Die Architekten der Garde überprüften die Pläne der Häuser, Geschäfte, Herbergen und ähnlichen privaten Bauten und ließen, wenn notwendig, Korrekturen machen und gaben erst dann die Genehmigung für den Bau. Man achtete auch darauf, dass die Maurer, Verputzer und Tischler, die an diesen Bauten arbeiteten, auch wirklich der entsprechenden Berufsgruppe angehörten.

Die Architekten der Garde waren auch von allen Bauten und Renovierungen der Stiftungen des Sultans und von anderen Stiftungen verantwortlich. Die Unkosten die beim Bau und den Renovierungen entstanden, wurden den religiösen Verwaltern auf jedem Fall ausgehändigt.

Damit der Qualitätsstandard nicht sank, kontrollierten die Architekten ständig jegliche Baumateriale, die in die Städte eingeführt wurden und alle Geschäfte die Baumaterialen (die Ziegelmischungen, Fliesenwerkstätte und sonstige Werkstätten in denen Marmor und Steine hergestellt wurden) verkauften. Zu einen ihren Pflichten gehörte auch, die für die Ausstattung benötigtes Holz, Latten und ähnliches Material rechtzeitig zu besorgen. Es kam sogar vor, dass sie deswegen in die Wälder geschickt wurden. Die Architekten der Garde, die im Serail dem „Birun“, also dem auswärtigen Dienst gebunden waren, waren in ihrer eigenen Organisation in Untergruppen eingeteilt.

Im Jahre 1538 wurde der Architekt Sinan (Mimar Sinan) zum Vorstand dieser Organisation bestimmt, deren Aktivitäten weitaus von der Hauptstadt, sogar bis in das kleinste Städtchen des Reiches reichten. Aus den Dokumenten, die bis heute überprüft wurden geht hervor, dass im Osmanischen Reich sechs Architekten-Gemeinschaften existierten, die die Tätigkeiten der Bebauungen und die öffentlichen Arbeiten übernahmen und organisierten. Diese sechs Gemeinschaften waren wiederum einem Hauptverband angeschlossen.

Die Türkische Architektur ist ein reines, ungemischtes Kunstwerk, das nicht nur aus den Kuppeln und Arkaden abzulesen ist, sondern es liegt auch in seiner eigenen architektonischen Auffassung. Schlichtheit, Würde, Geräumigkeit, Übersichtlichkeit, Klarheit, Innen sowie Außen das gleiche Maß an Konsequenz und Konzentration, Ganzheit, Angemessenheit der Bauten an den Ort und entsprechend seines Dienstes; alles was man sucht, ist in dieser Architektur zu finden.

Die Osmanische Architektur weist auch Unterschiede von den anderen islamischen Architekturen auf. Die Türken haben in allen Zweigen der Kunst ihre Verschiedenheit gegenüber den anderen moslemischen Gesellschaften und auch den nicht moslemischen Gesellschaften darlegen können. In der Musik, im Kalligraph, im Ornament, in der Kunst des Einbindens, in Teppichen sowie in Stickereien ist der Unterschied sofort erkennbar. Die Werke der Osmanen sind schlicht, gemütlich und beruhigend, wobei bei Anderen eher das Schmücken und die Verputzung von gemischten Motiven in den Vordergrund gestellt worden sind.