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[Phonetische Künste] [Phonetische Künste] [Klassische Türkische Musik]


THEORIE UND NOTEN IN DER OSMANISCHEN MUSIK      



In der mittelalterlichen islamischen Zivillisation fingen die Musiktheorieuntersuchungen mit El Kindî (gestorben 866) und Fârâbî (870-¬950) an. Urmiyeli Safiyüddin (gestorben 1294) und Meragalı Abdülkâdir (gestorben 1435) erreichten den Höhepunkt.

Die Türkischen, Arabischen und Persischen Bücher von Meragalı Abdülkâdir die bis in unsere Zeit erhalten geblieben sind geben über die Musik seiner Zeit unbezahlbare Informationen. Er war ein legendaerer Komponist der in der ganzen islamischen Welt sehr angesehen war. Es besteht die Ansicht, dass einige Werke die es noch heute gibt ihm gehören.

Ab El Kindî' haben die moslemischen Musiktheoretiker Gebrauch von einem Notensystem gemacht in der bestimmte arabische Buchstaben in der Musik bestimmte Töne gezeigt haben.
Da die Buchstaben nach der Reihe der Ebced (Anordnung des arab. Alphabeths wobei jedem Buchstaben ein Zahlenwert entsprach) den Tönen entsprach, nannte man es “Ebced Noten”. Diese wurde allgemein nicht deshalb benutzt um zu verhindern, dass die Werke vergessen oder vertauscht werden sondern um einige theoretische Erklaerungen zu vereinfachen. Nâyî Osman Dede (1650-1730), Kantemiroğlu (1673-1723) und Nâsır Abdülbâkî Dede (1765-1821) wurden von Ebced Noten inspiriert und haben eine neue und eigenstaendige verschiedenartige “Buchstabennoten” entwickelt, die die Töne (Tonlagen) nicht nach der Reihe der Ebced sondern von einigen Buchstaben aus den Tonlagennamen gezeigt haben. Mit den Kantemir Noten hat spaeter auch Mustafa Kevserî (gestorben 1770) eine Notenzusammenstellung geschrieben.

Ali Ufkî (Albertus Bobovius) der im osmanischen Hof als "Santûrî Ali Bey" bekannt war, hat wie die osmanische Schrift die westlichen Noten von rechts nach links geschrieben. Er hat viele seine Werke unter denen sich auch Volkmusik und religiöse Musik befand in einem Buch mit dem Titel "Mecmua-i Saz u Söz" zusammen getragen. Die Hefte die er mit den Noten die eine Erfindungen von Hamparsum Limoncuyan war geschrieben hat sind wichtige Quellen der Türkischen Musik.

Heute befinden sich in den Archiven die Noten von Tausenden von Kompositionen aus den aeltesten Zeiten bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Da Noten nicht benutzt wurden ist die Anzahl der in Vergessenheit geratenen Werke viel höher als bekannt. Die Texte der Werke deren Kompositionen in Vergessenheit geraten sind, sind dessen wichtigsten Beweise. Die meisten Werke die durch ihre Noten bis heute erhalten geblieben sind haben Texte. Die Mehrheit der Werke ohne Texte besteht aus Peşrev Musikstücken und Stücken ohne Gesang.

Die klassische Türkische Musik die mit neuen Beitraegen im Bereich der Instrumente, Tonfolge, Takt und Melodien reicher wurde zeigte mit der Zeit grosse Entwicklungen und aenderte sich staendig. Waehrend dieses Prozesses gewannen neue Instrumente an Wichtigkeit, neue Tonfolgen und Takte wurden erfunden, neue Kompositionsarten mit und ohne Gesangt traten hervor und einige förmliche Aenderungen wurden in alten Arten verwirklicht. Die klassische Musik hat ihre eigentliche Entwicklung ab der Mitte des 17. Jahrhunderts gezeigt.