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[Gümüşhane]


GÜMÜŞHANE      



Gümüşhane (gelesen: Gümüschhahne) und Umgebung bilden den Übergang zwischen den beiden geographischen Gebieten “Östliches Schwarzmeer” und “Ostanatolien”. Die Stadt liegt auf der historischen “Seidenstraße”, die Trabzon mit China verband und verdankt ihren Namen (Gümüşhane = Silberhaus, Silberladen) den reichen Silberminen in ihrer Umgebung.

Gümüşhane war in ihrer Geschichte, die bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. reicht, die Heimat vieler Zivilisationen. Von einigen sind die Spuren bis in unsere Gegenwart erhalten.

Die Stadt liegt 100 km vom Meer entfernt und hat ein angenehmes Mikroklima, eine unvergleichliche Schönheit der Natur, eine Höhle, die an ein unterirdisches Bild erinnert, rund 450 Hochebenen, zahlreiche antike Städte, einige Naturparks und eine reiche Flora und Fauna. Damit ist die Stadt ein noch unberührtes, jedoch vielversprechendes Zentrum des Fremdenverkehrs.

In Gümüşhane herrscht im Sommer trockenes Wetter, während es im Frühjahr, Winter und Herbst recht viel regnet. In höheren Lagen, zeigt sich das Landklima deutlicher.

Die archäologischen Funde weisen darauf hin, dass die ersten Ansiedlungen in dieser Gegend bis zu 3000 v. Chr. zurückgehen. Die ersten bekannten Völker der Gegend waren die sog. Azzis und Hayaschas. Man nannte das ganze Gebiet um Gümüşhane auch das “Azzi-Hayascha-Land”. Man weiss auch, dass asyrischen Kaufleute aus Mesopotamien sich wegen des Silbererzvorkommens für dieses Gebiet interessierten.

Auch während der Zeit des Hethitischen Reichs wurde hier Silbererz abgebaut, was zum Wohlstand der Gegend beitrug. Nach dem Zusammenbruch des Hetitischen Reichs herrschten hier die Urartus bis zu den kimmerisch-skythischen Angriffen gegen Ende des 8. Jhs. v. Chr.
Zu dieser Zeit begann ein Großteil der Bevölkerung in den Süden oder Westen zu fliehen. Es folgte die Herrschaft der Meder, Perser und der Pontus Könige bis die Römer im 1. Jh. v. Chr. in diesem Gebiet die Macht ergriffen. 395 n.Chr. gehörte Gümüşhane zunächst dem Byzantinischen Reich und im 7. Jh. der Byzantinisch-Kaspischen Militärgemeinschaft an.

Während des 7. und 8. Jh. stand das Gebiet unter der Herrschaft der Araber, dann ging es wieder an Byzanz zurück. Im 11. Jh. wurde die Region von den Satuken erobert. Im Jahr 1461, als Fatih Sultan Mehmet das Königreich Pontus in Trabzon besiegte, kam auch dieses Gebiet unter osmanische Herrschaft.


DIE KREISE


Folgende Verwaltungsbezirke gehören der Stadt Gümüşane an: Kelkit, Köse, Kürkün, Şiran und Torul.

Kelkit


In Kelkit, dem größten Verwaltungsbezirk Gümüşhanes, befinden sich viele historische Stätten. Unter den Überresten, der von den Byzantinern gegründeten Stadt, fand man Festungsmauern, Kirchen, Aquadukte und Kanäle, sowie Fresken und Statuen.

Kürtün


Das Städtchen liegt am Fluss Harşit auf der Transitstraße Tirebolu-Torul in einer äußerst bergigen Gegend. Die dichten, grünen Wälder der Umgebung erinnern einen an ein Meer aus allen Grüntönen.

Köse


Mit seiner traditionellen Küche ist dieser Bezirk auch heute noch das Zentrum der Gaumenfreuden dieser Gegend. Diverse Füllungen aus gehacktem Fleisch, die man in Blätter verschiedener Gemüsearten umwickelt und gegart (evelek dolması, kelem dolması) sowie Teigwaren und Reisgerichte mit lokalen Namen wie Siron, oder Fıtfıt Haşılı wären typische Gerichte der örtlichen Küche.

Şiran


Am Dorf Seydibaba, südöstlich des Bezirks Şiran, befindet sich der Tomara-Wasserfall. Dessen Wasser sprengt zum Teil die Felsen und sprudelt aus einem 15-20 m weiten Areal hervor, um dann in das 20-25 m tiefe Flussbett zu fließen. Dieses Naturwunder ist ausgesprochen sehenswert.

Torul


liegt ebenfalls am Fluss Harşit. Die Karaca-Höhle, der Zigana-Berg, der Limni-See und weitere sieben Seen sowie einige historische Brücken sind wichtige Sehenswürdigkeiten für Touristen.


HISTORISCHE SPUREN


Ruinenstätten



Die Altstadt von Gümüşhane


Diese erste Ansiedlung liegt 4 km südwestlich des heutigen Stadtzentrums, am Bach Musalla, einen Arm des Flusses Harşit. Die Angaben über die Vorgeschichte dieser Siedlung mit den Namen Zaha (Zanka), später Argyropolis, Canca und Eskişehir, stehen noch nicht fest. Man nimmt an, dass die rund 35 Reste von Festungsmauern aus der römischen, oder byzantinischen Epoche stammen.

Santa Ruinen


Liegen innerhalb der Bezirksgrenzen von Yağmurdere, 90 km vom Ort entfernt. Man nimmt an, dass diese Ansiedlung, die aus 9 Stadtteilen und ca. 300 Bauten bestand, aus dem 17. Jh. stammt.

Die antike Stadt Satala (Sadak Köyü)


Sie liegt am Dorf Sadak Köyü, 17 km südöstlich des Bezirks Kelkit. Die hier gefundenen Ziegelsteine mit dem Wappen “XV. Legio Apollinaris” bestätigen, dass es sich hier tatsächlich um die antike Stadt Satala handelt. Nach Angaben des byzantinischen Historikers Prokopius lag die Stadt in einem mit Hügeln umgebenen Tal. Kaiser Justinianus ließ die Stadtmauern reparieren. Satala wurde zunächst als ein Lager für römische Legionäre gegründet, wo sie sich mit der Zeit zu einem römischen Kulturzentrum entwickelte. Die Festung, der Aquadukt, das Theater sowie das Agora und weitere Reste verschiedener Bauten kann man besichtigen.


Burge und Festungen


Canca Burge


Zu dieser Festung geht man vom Dorf Vank aus, durch den Kale Deresi genannten Tal. Auch Evliya Çelebi, (der berühmte osmanische Chronist, aus d.17.Jh.) berichtet in seinem Werk “Seyahatname” über diese Festung. Sie besteht aus drei hintereinander angeordneten Trakten in westöstlicher Richtung, die mit hohen Mauern zusätzlich geschützt wurden.

Kov Burg


Diese Burg befindet sich im Dorf Esenyurt (früher: Kov) am 21. km der Gümüşhane-Erzincan Straße. Eine stabilisierte Seitenstraße führt direkt zur Burg.

Akça Burg


Wenn auch als Burg bezeichnet, handelt es sich hier im Grunde um ein kleines Festungswerk in dem Bağlarbaşı genannten Stadtteil Gümüşhanes. Beim Bau dieser Burg, deren oberen Teile inzwischen völlig zerfallen sind, verwendete man den dortigen Felsblock.

Keçi Burg


Diese Festung wird auch Kokanes, oder Koans genannt und steht im Bezirk Kale von Gümüşhane auf einer besonders steilen Felsspitze. Zwei verschiedene Wege führen zu dem recht imposanten Bau, den man von der Ostseite betritt. Zwei tiefe, separate Gebäude nebeneinander in der Festung fallen dadurch auf, dass sie gar keine Fenster haben. Sie dürften als Kerker gedient haben. Man entdeckte hier auch geheime Verbindungen, oder Wasserwege, die hinunter zum Tal führen.

Torul Burg


Man weiß zwar nicht, wann die Burg Torul gebaut wurde, nimmt jedoch an, dass sie aus der Periode der Genueser stammen. Die Burg und Umgebung wurden nach dem Tode Uzun Hasans (Herrscher des Akkoyunlu Klans im 15.Jh.) im Jahr 1478 von Fatih Sultan Mehmet erobert.

Gümüşkaya Burg


Die Burg steht in den Bergen nördlich des Dorfes Dibekli. Die Inschriftstelle über dem Burgeingang ist leer. Auf einigen Felsen um die Burg befinden sich kleine Spähtürme und in der Burg selbst mehrere Räume mit ebenen Fußböden und Nischen an den Wänden. Um die Burg sind steinerne Stufen, Reste eines runden Gebäudes und ein Wasserreservoir zu sehen. Außerdem fand man in der Umgebung verschiedene irdene Gefässe, zerbrochene Kacheln, Glasgefäße, Tränenfläschchen, Ikonen und einige Schmuckstücke.

Gümüştuğ Burg


Diese Festung, (auch Avliyana genannt), befindet sich im gleichnamigen Dorf Gümüştuğ in 30 km Entfernung vom Bezirk Torul. In den Ruinen auf den beiden Seiten des Flusses fand man Waffen aus der byzantinischen Periode, sowie Münzen mit der Prägung “Konstantinata”. In der Burg auf der linken Seite des Flusses stehen in 1,5 m Höhe 5 Säulen, die aus einem Tempel stammen.


Moscheen


Die Süleymaniye Moschee


Die Süleymaniye Moschee steht im Bezirk Süleymaniye in der Altstadt von Gümüşhane. Die Moschee, die Sultan Suleiman der Prächtige bauen ließ, hat infolge mehrerer Reparaturen ihre Ursprünglichkeit leider verloren. Das rechteckige Gebäude setzt die seldschukische Bautradition fort und besteht aus drei parallelen Schiffen, von denen der Mittlere mit der Vorbeternische endet. Das dicke, zylindförmige Minarett steht noch, während die anliegende Hochschule (Medrese) zusammengestürzt ist.

Küçük Moschee


Die sog. Kleine Moschee steht in den Gärten hinter der o.g. Süleymaniye Moschee. Die historische Information über diesen Bau ist lückenhaft. Man glaubt, dass sie aus der Periode des Klans Danişmentliler, d.h. vom Anfang d. 12. Jhs stammt. Das einkuppelige Gebäude steht auf einem quadratischen Grundriss. Die ca. 10 m hohe Kuppel ist aus kleinen Steinen zusammengebaut. Die Türen und Fenster haben Rundbögen, während die Vorbeternische aus grauen Steinen mit einer halben Spitzkuppel versehen ist.

Im Schutzgebiet Örümcek Ormani sowie in Yukari Kulaca und den Dörfern Mahmatli und Camalli in Gümüshane gibt es Wildgehege.


Die Brücken


Tohumoğlu Brücke


Die Tohumoglu-Brücke befindet sich in dem gleichnamigen Abschnitt der Verbindungsstrecke Gümüşhane-Erzurum. Man vermutet, dass sie aus der seldschukischen Zeit stammt. Sie wurde aus kleinen Steinen gebaut und ruht auf zwei rundlichen Spitzbögen.

Gümüşkaya Brücke


Die Gümüşkaya-Brücke wird auch Kodil Bahçe-Brücke genannt und steht auf der Straße nach Gümüşkaya. Die Steinbrücke hat einen rundlichen Spitzbogen und wird heute noch befahren.

Meryem Ana Brücke


Über dem Bach Çit Deresi im Tal Büyük Çit Vadisi stehen zwei Brücken mit dem gleichen Namen Meryem Ana Köprüsü (= Mutter Maria Brücke). Vermutlich wurden beide Brücken errichtet um leichter an die Meryem Ana Kirche zu gelangen. Die Brücken wurden aus kleinen Steinen gebaut, haben jeweils einen breiteren, rundlichen Spitzbogen und werden heute noch benutzt.

Gümüşhane Brücke


Die aus geschliffenen Steinen gebaute Gümüşhane Brücke über dem Fluss Harşit in Köprübaşı (Stadtzentrum) besteht aus einem großen und einem kleinen Bogen. Aus der Inschrift zwischen den beiden Bögen geht hervor, dass der Erbauer der Brüche, namens Ferruh Zadoğlu Halifi, zur Regierungszeit des Sultans Murat (III) lebte und die Brücke 1575 gebaut wurde.

Kamberli Brücke


Die Kamberli Brücke überquert ebenfalls den Harşit und zwar in dem Stadtteil Canca bei Gümüşhane. Die aus geschliffenen Steinen gebaute Brücke hat nur einen Bogen und keine Inschrift. Sie wurde teilweise erneuert.

Ardesa Brücke


Die Ardesa Brücke im Zentrum des Verwaltungsbezirks Tortul stammt aus dem Jahr 1890 und wurde aus geschliffenen Steinen gebaut. Die beiden mittleren Pfeiler stehen im Flussbett und die weiteren an deren beiden Seiten. Die Pfeiler sind mit Rundbögen miteinander verbunden. Die Geländer weisen hübsche Steinarbeit auf.


Die traditionelle Volksarchitektur


Die Gümüşane-Häuser


Beim Bau dieser Häuser wurden ausschließlich Stein, Luftziegel (Ziegel aus ungebrannter, an der Luft getrockneter Erde, “kerpiç”) und Holz verwendet. Die Häuser bestehen aus einem Innenhof mit Wohnräumen an den beiden Seiten. Im Erdgeschoss sind Küche, Speisekammer, Bad und WC sowie ähnliche Gebrauchsräume untergebracht, während sich im ersten Stock und im Dachgeschoss die Wohn- und Schlafzimmer befinden. Das Aussehen der Häuser, die die besten Beispiele für die moderne, ländliche Bauweise darstellen, stehen in perfektem Einklang mit ihrer natürlichen Umgebung.

Die Gästezimmer im Sarıçiçek-Dorf


Diese Zimmer im Sarıçiçek- Dorf sind 27 km von dem Stadtzentrum Gümüşane entfernt und wurden von Hacı Ömer Ağa (Gründer einer Großindustriellen-Familie) gestiftet um die Dorfbesucher zu bewirten. Die bestens renovierten Zimmer mit ihren Holzschnitzereien und bunten Bemalungen haben eine Vergangenheit von 200 Jahren. Bei der Montage der meisterhaften Verzierungen aus Holzschnitzereien, die an den Rokoko-Stil erinnern, wurden keinerlei Nägel, oder sonstige Hilfsmaterial aus Metall verwendet. Die Zimmer sind wichtige Beispiele für die frühe, türkische Architektur in ländlichen Gegenden.


Kirchen


Klosterkirche Hagios Georgios


Auf einem Hügel auf der rechten Seite des Weges zum Dorf Hutura stehen die Reste des Klosters, sowie die Kirche, die der Prinz von Trabzon Alexios Komnenos in der ersten Hälfte des 14. Jhs bauen ließ. Es ist ein Kuppelgebäude auf einem kreuzförmigen Grundriss. Der Haupteingang mit den Säulen befindet sich in der Mitte der Westseite. Das Gebäude ist mit Pflanzen- (Trauben, Ranken und Palmen), Seil- und Drachenmotiven verziert. Über die Fensterrahmen sind Symbole von Jesus Christus und von Hlg. Georgios eingearbeitet.

Ayvalos Kirche


Auf der rechten Seite der Straße vom Dorf Mescitli, nach der Hochebene Arnavutlu Yaylası, steht die Ayvalos Kirche. Man betritt den kleinen Bau auf rechteckigem Grundriss durch eine geradlinige Tür. Die Fresken an den Wänden sind größten Teils zerstört.

Die Felskirche Çakırkaya


Die auch “Kalur” genannte Kirche befindet sich im Dorf Çakırkaya des Bezirks Şiran. Sie entstand durch fachmännische und sorgfältige Aushöhlung bzw. -meisselung eines großen Felsblocks. Sie weist die Form einer Basilika mit drei Schiffen in Ostwestrichtung auf. Vor der Kirche sind einige Zimmer und daneben eine Felskapelle zu sehen. Man datiert den Bau auf das 14. Jh., da dessen Plan und Bauelemente große Ähnlichkeit mit denen der Kirchen in Trabzon aufweisen. Die mittleren Säulen sind eingestürzt. Dennoch stellt sie ein interessantes Beispiel für die Felskirchen dar.

Die Klosterkirche Panaghia


Die Klosterkirche wird auch Meryem Ana (=Mutter Maria) Kirche genannt und steht am linken Hang des Bachs Çit Deresi im Bezirk Tortul / Büyük Çit Vadisi. Man kann die mit hohen Mauern umgebenen Reste der Kirche und des Hofs besichtigen. Es steht fest, dass die Kirche zwischen den Jahren 890 – 900 von drei Mönchen errichtet wurde. Das Gebäude ruht auf einem kreuzförmigen Grundriss und hat drei runde Apsiden. Die große Kuppel ist der der Hagia Sophia Kirche in Trabzon sehr ähnlich.

Die Klosterkirche Imera


Sie befindet sich im Dorf Olucak, in 15 km Entfernung vom Stadtzentrum. Das Dorf Olucak (früher Imera) ist ein alter Ansiedlungsort und das Kloster eins der besterhaltenen Bauwerke dort. Es breitet sich auf eine große Fläche aus, von wo aus man das ganze Dorf überblickt. An der nördlichen Gartenmauer sind einige kleine Zimmer, sowie eine Kapelle zu sehen. Der Inschrift nach wurde die Kirche i.J. 1350 gebaut, sie scheint aber im 19. Jh. gründlich restauriert worden zu sein.

Die Santa Kirche steht im Zentrum


Die Santa Kirche steht im Zentrum des Dorfes Çakallı (Bezirk Yaylaköy) auf einem Basilika – Grundriss mit drei parallelen Schiffen. Die tragenden Wände sind zum großen Teil noch in Ordnung, die Decke jedoch vollständig eingestürzt. Die Eingänge befinden sich an der West- und Nordseite des Gebäudes. Die Fenster an den Seitenwänden und an den Apsiden sorgen für gute Beleuchtung des Inneren. An den Ecken des Gebäudes aus dem 19. Jh. wurden speziell behauene Steine verwendet.

Pavrezi Kapelle


Aus einer Inschrift in der kleinen, rechteckigen Kapelle mit nur einem Schiff geht hervor, dass sie i.J. 1405, d.h. während der Spätbyzantinischen Periode, gebaut wurde. Sie steht in dem Pavresi genannten Ort, in der Nähe des Dorfes Mescitli (auch Beşkilise genannt) unweit von Gümüşhane. Das Gebäude ist bekannt mit den Fresken, die die Innenwände schmücken. Die Themen sind hauptsächlich Szenen aus der Bibel aber auch die Stifter der Kirche sind abgebildet. Diese Fresken sind wichtige Beispiele für die spätbyzantinische Malerei.

Die Kirchengruppe von Santa


: Der Bezirk Dumanlı (Santa), der früher eine wichtige Stadt war, liegt 45 bis 50 km von Gümüşhane entfernt. Die einzelnen Stadtteile und deren Kirchen sind folgende: Die St. Theodor Kirche in Terzil, Ilyas Peygamber Kilisesi (Prophet Elias Kirche) in Binatlı, St. Kiryaki Kirche in İşhan, St. Christophorus Kirche in İşhan-Piştoflu, die Çakallı Kirche in Çakallı, sowie die St. Constantinos- und St. Petros Kirchen in Çinganlı. Diese Bauten aus den Jahren 1860 – 1870 mit ihren hübschen Tür- und Fensterrahmen, Kreuzreliefs und Glockentürmen sind wichtige Sehenswürdigkeiten der Gegend.


ANDERE ORTE VON TOURISTISCHEM, KULTURELLEM ODER NATÜRLICHIM WERT


Ausflugsziele



Limni Sea


Der Kratersee Limni Gölü im Wald Soğuksu befindet sich am Dorf Zigana Köyü (Bezirk Torul). Das besonders angenehme und gesunde Klima, sowie die reiche Flora und Fauna mit über 200 endemischen Pflanzenarten machen diese wunderschöne Gegend zu einem beliebten Ausflugsort. Camping-Möglichkeiten (Zelt, Karavan) sind vorhanden.

Man erreicht den Limni See (25 km von Gümüşhane entfernt) über den Bezirk Torul.

Tomara Wasserfall


Der Tomara-Wasserfall ist am Dorf Seydibaba (Bezirk Şiran) in 25 km Entfernung von Gümüşhane.

Tomara entspringt heftig sprudelnd aus einer felsigen, 15 – 20 m breiten Stelle und fällt rd. 25 m tief in sein Flussbett. Die Aussicht der Umgebung mit der überaus reichen Flora ist unbedingt zu sehen. Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten sind vorhanden.

Naturpark Artabel See (Gümüşhane)


Das i.J. 1998 zum Naturpark erklärte Gebiet ist 5859 Hektar groß und liegt im Verwaltungsbezirks Torul. Die beste Verbindung zwischen Gümüşhane und dem Park ist die 50 km lange Straße über das Dorf Gülaçar.

Formationen infolge vulkanischer Aktivitäten während zwei verschiedenen geologischen Perioden bedecken dieses Gebiet. Dazu gehören insgesamt 18 Kraterseen. Die Sommer in dieser Gegend sind warm und trocken und die Winter kalt und niederschlagsreich. Die Seen und ihre Umgebung bieten geologisch und geomorphologisch interessante Formationen und besonders reiche Flora und Fauna in einer überaus pitoresken Landschaft.

Zu Erwähnen wären noch die Jahrhunderte alten Bäume um Gümüşhane, die wahre Naturdenkmäler darstellen: Der 700 Jahre alte Wacholder “Evliya Ardıcı” in Kırana, die Pappel “Ali Ağa’nın Kavağı”, die 450 Jahre alte Fichte “Örümcek Ormanı Ladini/1” und die 500 Jahre alte “Örümcek Ormanı Ladini/2”, sowie die “Anıt Göknar” genannte (Denkmal-) Tanne.


Die Höhlen


Infolge der geologischen Struktur trifft man recht viele Höhlen in der Gegend an. Die wichtigen von diesen sind: Karaca, Arılı, Kartalkaya, K.Ardıçlı, Ambela, Köprübaşı, Taşbaşı, Altıntaş, Yaylım, Üstüaçık, Cingora, İnönü, Kabanbaşı, Mamatlar, Arsa und İkisu.

Karaca Höhle


Die Höhle Karaca Mağarası befindet sich im Dorf Cebeliköyü (Bezirk Torul) in 17 km Entfernung vom Stadtzentrum. Man erreicht die 1550 m hochgelegene Höhle über die 4 km lange Seitenstraße am 12. km der Verbindungsstrecke Gümüşhane-Trabzon. Die von Touristen oft benutzte Seitenstraße ist asphaltiert und zweispurig. An der Höhle gibt es einen Kaffeegarten und weitere Möglichkeiten zum Ausruhen für Besucher.

Die Höhle ist reich an Tropfsteingebilde in verschiedensten Farben und Formen wie Stalaktiten, Stalagmiten, Säulen, Wände mit Orgelmuster, Flaggen- und Vorhang-Tropfsteine, Höhlenblumen, Höhlenperlen, Elephantenohren, Kalksinterbecken und –stufen. Ausserdem sind Höhlenrosen an kleinen Stalagmiten entstanden, die aus Kalksinterbecken herausragen. Diese Becken haben mit der Zeit ansehnliche Ausmaße angenommen. Die Länge der Höhle vom Eingang bis zum weitesten Punkt im Innern beträgt 150 m. Die durchschnittliche Höhe der Decke im Innern ist 18 m, während die gesamte Innenfläche 1500 m2 einnimmt.


Die Hochebenen


Gümüşhane gehört zu den Kreisen mit den meisten Hochebenen in der Türkei. Zigana, Kadirga, Erikbeli, Sazalani und Cam Piknik sind die wichtigsten davon.

Zigana Touristen-Zentrum in Zigana Hocheben


Nach der Durchfahrt des Zigana-Tunnels am 60. km der Verbindungsstraße Gümüşhane-Trabzon nimmt man die stabilisierte Seitenstraße ostwärts und gelangt nach 3,5 km Fahrt die Zigana-Hochebene. Man kann dorthin auch von Trabzon aus fahren (112 km). Die 2032 m hochgelegene Ebene ist ein Wintersport-Zentrum mit vollständiger Infrastruktur.

Zigana ist eine unserer seltenen Orte, wo man im Winter Ski laufen und im Sommer dasselbe auf dem Rasen ausüben kann. Es ist eine interressante Gegend, wo das feuchte Meeresklima in Kontinentalklima übergeht.

Die Skisaison beginnt im Dezember und dauert bis April. Die Schneehöhe liegt bei 100 – 150 cm. Im Skizentrum stehen ein Skilift und ein Baby-Lift zur Verfügung. Der Skilift ist 661 m lang und hat eine Kapazität von 843 Personen/Stunde. Die Skipiste ist 100 bis 200 m breit mit einer durchschnittlichen Neigung von 20 %.

Altıntaşlar Hochebene (auch Kalis gennant)


Um die Altıntaşlar-Hochebene zu erreichen, biegt man am 15. km der Gümüşhane-Torul-Strecke südlich in Richtung Şiran ab und fährt über die Dörfer Hasköy und Gülaçar 40 km asphaltierte Straße und danach weitere 12 km auf einem Erdweg. Die Gesamtentfernung zu Gümüşhane beträgt 67 km. Die Infrastruktur der Ebene ist nur zum Teil vollendet. Die Altıntaşlar-Ebene wird durch den Bach mit demselben Namen durchquert, in dem es sehr viele Forellen gibt.

Çam Piknik


Nach 2,5 km langer Fahrt auf der Gümüşhane-Bayburt Straße wendet man südlich (nach rechts) ab und erreicht den Çam Piknik genannten Ausflugsort nach weiteren 15 km Fahrt auf dem Erdweg. Hier stehen den Ausflüglern Wasserversorgung, elektrische Anschlüsse, Lagerfeuerstellen, Abfallzentren und WCs zur Verfügung. Die dichten Wälder bestehen hauptsächlich aus Tannen, Fichten, Schwarzerlen und wilden Haselnüssen. Çam Piknik ist der beliebte Ausflugsort der lokalen Bevölkerung.

Eribekli Hochebene - Eribekli Touristen-Zentrum (Tonya)


Vom Bezirk Tonya aus gelangt man über einen 24 km langen Erdweg an die südlich gelegene Hochebene Eribekli. Hier, an der Kreuzung der einzelnen Straßen zu den Hochebenen Kadırga, Çatma Obası, Sazalanı, Zigana und Ken befindet sich das Eribekli Touristen-Zentrum. Die Infrastruktur dieser Einrichtung ist vervollständigt. Die Hochebenen Eribekli, Sazalanı, Zigana, Ken, Sinlice, Şıkkıranı und Sis, sowie deren Verbindungen untereinander, bieten ideale Trekking-Bedingungen. Die Ken-Ebene liegt 9 km und die Şıkkıran-Ebene 19 km nördlich des Touristen-Zentrums im Wald.

Sazalanı Hochebene


5 Km westlich des Eribekli Touristen-Zentrums, das wiederum 24 km vom Bezirk Tonya entfernt liegt, befindet sich die Sazalanı-Hochebene, die man über einen nicht stabilisierten Erdweg erreicht. Die Infrastruktur der 1700 m hohen Ebene ist jedoch vollendet.

Kadırga Hocheben


Die Hochebene Kadırga liegt 14 km östlich des Eribekli Touristen-Zentrums, das sich in 24 km Entfernung vom Bezirk Tonya befindet. Mit ihrer 2300 m Höhe liegt die Ebene oberhalb der Baumgrenze. An dem Kadırga-Volksfest, das jedes Jahr am 3. Freitag im Juli stattfindet, beteiligen sich 10-Tausende von Besuchern. Während des Festes werden Volkstänze in Begleitung von Pauken und lokalen Blasinstrumenten vorgeführt und verschiedene Wettbewerbe veranstaltet. In einer Jahrmarktsstimmung werden Tonnenweise Fleisch, Brot und Ayran (Joghurt-Getränk) konsumiert.


Sportliche Aktivitäten


Die Umgebung von Gümüşhane mit ihren sauerstoffreichen, unberührten Wäldern und unter diesen Wäldern versteckten grünen Ebenen, bietet die idealen Bedingungen für sportliche Aktivitäten. Auf den meisten dieser Ebenen kann man Zelte aufschlagen, oder in Karawanen übernachten. Die Hochebenen Zigana, Taşköprü, Kazıkbeli, Kadırga, Artabel und Eribekli bieten sämtliche Möglichkeiten dafür. Die erwähnten Ebenen haben Trekking-Parcouren und manche von ihnen sind mit Radwegen miteinander verbunden. Die Gegend bietet besondere Möglichkeiten für Höhlensportler.

Auf Zigana, 40 km von Gümüşhane entfernt, kann man vom Dezember bis zum April Ski laufen.
Esskultur und Einkaufsmöglichkeiten


Die Essenskultur von Gümüshane reicht weit zurück


Die Essenskultur von Gümüshane reicht weit zurück. Gümüşhane Mantısı (Maul –taschen), Hagebuttensuppe, “Zuluflu Çorbası”, Un Herlesi Çorbası (eine Art Mehlsuppe), “Gavut Çorbası”, “Pağla Denlisi”, Borani (Gemüse mit Reis und Joghurt), Fıtfıt Haşılı (Teiggericht), Bratkartoffeln, “Muhla”, Yergök Dolması (Gemüse, oder Blätter mit Hackfleischfüllung), Sütlü Haşıl (Teiggericht in Milch), Lor Dolması (Gericht mit Frischkäsefüllung), Ekmek Aşı (Teiggericht), Çıtma Fasulye (Bohnengericht), Kaygana, Siron, Erişte (diverseTeiggerichte), “Lemis”, Erişti Tatlısı (Mehlspeise), Hasude Kuymağı, Kara Helva, Burma, Tel Helvası und Lalanga (verschiedene Süsspeisen auf Mehlbasis) sind die bekanntesten Gerichte. Auf der Verbindungsstrecke Trabzon – Gümüşhane stehen zahlreiche Gaststätten zur Verfügung, die neben frischen Forellen auch die meisten der o.g. Gerichte anbieten. Produkte aus Hagebutte, die Pestil genannten, dünnen Fladen aus verschiedenen getrockneten Früchten, sowie geschälte Walnüsse sind es wert gekostet zu werden oder Freunden als Geschenk mitgebracht.

Die Kelims mit Klingeln an den Franzen aus Kelkit, feine Seiden- und Wollteppiche auf Hereke-Art aus Torul und Kürtün sowie verschiedene Sachen aus geschnitztem Holz sind Artikel, die man in dieser Gegend kaufen kann. Interessant wären ferner das eingedickte Maulbeermus (dut pekmezi), das gut gegen Anämie wirkt, der Kaschkawal aus Gümüşhane, der in der Molkerei von Şiran hergestellt wird (gelblicher, fetter, leicht-scharfer Käse), die handgestrickten, dicken Wollsocken für den Winter und schließlich handverarbeitete Silberschmuck aus Gümüşhane.

www.ghanebld.8m.com
www.gumushane.gov.tr