Skip Navigation Links
 

[Erbauer unserer Kultur]


KARACAOĞLAN (1606 – 1689)      


Skip Navigation Links.

Türkischer Volksdichter. Mit seinen Gedichten, mit denen er eine imposante Sprach- und Gefühlswelt schuf, wirkte er bahnbrechend auf die Tradition der türkischen Volksdichtung. Man glaubt, dass er 1606 geboren und 1679 oder 1689 gestorben ist. Über sein Leben bestehen keine genaueren Angaben.

In manchen Quellen wird sein Name als Simayil angegeben, wogegen er sich selbst in einigen Gedichten Halil nennt und in anderen wiederum Hasan. Den Erinnerungen des Hoca Hamdi Efendi aus Akşehir nach, ist Karacaoğlan als Waisenkind aufgewachsen und in jungen Jahren ausgewandert. Den größten Teil seines Lebens hat er in der Çukurova-Region und den Gebieten von Maraş und Gaziantep verbracht. Weder sein Geburtsort, noch der Todesort sind definitiv bekannt, wobei seine Gedichte zu erkennen geben, dass er ziemlich lange gelebt hat. Den Erinnerungen des Hoca Hamdi Efendi nach, ist er mit sechsundneunzig Jahren auf der Cezel Bergalm in Maraş gestorben. Den letzten Befunden nach nimmt man jedoch an, dass sich sein Grab auf dem Karacaoğlan Hügel im Çukur Dorf, im Landkreis Mut bei Mersin befindet.

Die Quellen seiner Gedichte bildeten die Lebensweisen der Auswanderervölker, bei denen er geboren und aufgewachsen ist und die Natur, wo er gelebt hat und die zu seiner Heimat geworden war. Die Lebens-, Fühl- und Denkweise der turkmenischen Nomadenstämme aus den Gebieten der Gavurberge, der Taurus Gebirge, der Çukurova-Region und Südost Anatoliens vereinen sich mit seiner Persönlichkeit und bringen der Troubadourliteratur eine ganz neue rhetorische Perspektive.

Das Thema seiner Gedichte ist die Natur und die Liebe. Weitere Themen sind sind Trennung, Fremde, Fernweh und der Tod. Der Name des Liebenden tritt erstmals in seinen Gedichten auf: Elif, Anşa, Zeynep, Hürü, Döndü, Döne, Esma, Emine, Hatice…

Karacaoğlan hat sich in diese Frauen mal beim Wasserholen am Fluss, mal beim Tragen der Kupfergefässe zum Wasser, mal beim Buttern oder Teppichweben verliebt. Die Erotik widerspiegelt sich recht häufig in seinen Gedichten, hinsichtlich des Liebens und Einanderliebens. Die wahre, lebhafte Liebe wird mit Motiven der Sexualität noch weiter hervorgehoben und hinterlässt somit in seinen Gedichten imposante Spuren. Noch zu erwähnen ist, dass das örtliche Vokabular von ihm recht intensiv verwendet worden ist.

Eine andere herausragende Eigenschaft seines Dichtens ist, dass es Volksliedern (Mani) ähnelt, auch eine Art von Volksgedicht. Volksballaden, türkische Liedformen wie Semai und Varsağı (ebenfalls eine türkische Liedform der Nomadenstämme) und Volkslieder nahmen einen wichtigen Platz in seinen Gedichten ein. Die Gedichte von Karacaoğlan, die seit 1920 erforscht, geordnet und herausgegeben werden, sind laut schriftlichen Quellen über fünfhundert Stück.