Skip Navigation Links
 

[Architektur im Osmanischen Reich] [Architektur im Osmanischen Reich] [Endperiode]


BAUWERKE IN DER PERIODE DES SULTAN ABDÜLHAMIT,I. (1774-1789)       


Skip Navigation Links.


Der Topkapı Palast war eines der auffalendsten Orte, wo die Umwandlungen der osmanischen Architektur am besten zu beobachten waren. In der Periode des Sultan Abdülhamit,I. wurden einige Gebäuden im Palast erweitert, zu denen auch der Bereich des Hünkar Sofa und der Laufbrunnen darin angehören. Das Hünkar Sofa ist der Ballsaal des Harems, dessen Baujahr nicht bekannt ist. Eigentlich wurde dieser Bereich vor dem 18.Jahrhundert gebaut, jedoch wurden die Brunnen und Verzierungen später hinzugefügt. Drei Laufbrunnen werden auf die Periode des Abdülhamit,I. datiert. Außer den Namenszügen des Sultans, fällt an diesen Laufbrunnen kein einziges osmanisches Element auf. Auf dem Giebel des Laufbrunnens sind S und C Formen, ovale Formen sowie bauschige Reliefen zu sehen. Auffallend ist, dass als Material Marmor und Vergoldungen verwendet wurden. Diese Materialien sind unverzichtbare Elemente des Barockstils.

Das Schlafzimmer des Abdülhamit,I. befindet sich auf dem Weg zum Hamam (Badehaus) im Harembereich, wo sich der Wohnbereich des Valide Sultan (die Sultans Mutter) und das Hünkar Sofası zusammentreffen. Das Schlafzimmer mit seiner hohen Decke wurde rechteckig geplant. Sultan Osman,III. ließ den Raum überholen, sodass man ihn auf eine frühere Zeit zurückdatieren kann. Die Holzdecke ist vergoldet, an den Beschmückungen des Innenraumes sind barocke Prägungen intensiv zu beobachten. Vorallem am Laufbrunnen und am Kamin sind Besonderheiten des Rokoko sichtbar. Neben diesem Raum befindet sich ein Weiterer, der als Speiseraum des Abdülhamit,I. benannt wurde.

Das Grabmal des Mustafa,III. wurde 1774 im klassisch-osmanischem Stil gebaut. Über den Fenstern befinden sich jedoch Verzierungen im Rokoko- und Barockstil.

Ein Vorbild bildet die Beylerbeyi Moschee in der Periode des Abdülhamit,I., erbaut in den Jahren 1778-1779 von dem Architekten Tahir Ağa. Die Moschee hat ihre barocken Grundzüge von der recht hohen Kuppel und einigen dicht verzierten Flächen erhalten. Im Bauwerk wurde der Platz für den Sultan, wie ein einzelner Wohnbereich abgeteilt, der Hünkar Mahfili, (Ehrenplatz, Ehrenloge) genannt wird.

Zu dieser Periode gehören auch die Stiftungs- und Laufbrunnen Koca Yusuf Paşa, gebaut im Jahre 1787 im Stadtteil Kabataş. Während des 18.Jahrhunderts wurden in Istanbul bezüglich den Wasserversorgungsproblemen verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dadurch dass die Beyoğlu Seite Istanbuls mit Wasser versorgt und sich das Wasser auf dieser Seite vermehrt hatte, steigerte man die Anzahl der verschiedenen Wasserbauwerke. Die Laufbrunnen im Freien, auf den großen Plätzen der Stadt oder weitere Stiftungs- und Laufbrunnen sind ein Zeichen dafür.

Der Lauf- und Stiftungsbrunnen Koca Yusuf Paşa ist ein interessantes Werk aufgrund seinen Kartuschen, sich drehenden Flächen, den eingemauerten Säulen und den Säulenansätzen. Im Spiegel des Laufbrunnens befinden sich Kompositionen von assymmetrischen Hohlräumen, die auch ein wichtiges Merkmal des Barockstils darstellen. Zudem befinden sich darauf Inschriften, wie z.B. Lobgedichte über das Wasser. Die Architektur und das Wasser zusammen bildeten auch in Europa einen wichtigen Bestandteil des Barockstils.

Der Şebsefa Frauen Komplex: Den Komplex ließ im Jahre 1787 die Gemahlin des Abdülhamit,I. im Stadtteil Unkapanı bauen, bestehend aus einer Moschee und einer Knabenschule. Die aus Steinziegeln gebaute Moschee steht auf einer Plattform. Über dem fünfteiligen Gemeinschaftsraum befindet sich eine zweite Etage. Dies ist die Ehrenloge, wo der Sultan und sein Umkreis ihr Freitagsgebet abhalten. Diese Abteile wurden im 19.Jahrhundert in großen Moscheen häufigerweise errichtet, die als “Hünkar köşkü, Hünkar kasrı oder Hünkar dairesi “ (Ehrenplatz, -loge, -schlösschen,- residenz) benannt wurden. In diesem Bauwerk haben sich der grosse Gemeinschaftsraum und der Ehrenplatz wohl vereint. Barocke Merkmale sind der hohe Kuppelrahmen und das Gebäude selbst, das auf einer Höhe liegt und über eine Treppe zu erreichen ist, sowie die dünnen Säulen mit Voluten, die Arkaden und C-förmigen Windungen an den Bögen der Türen .