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[Architektur im Osmanischen Reich] [Architektur im Osmanischen Reich] [Endperiode]


BAUWERKE IN DER PERIODE DES SULTAN OSMAN,III. (1754- 1757)      


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Die ersten Beispiele des Barock- und Rokokostils sind in Istanbul, in der Hauptstadt des Osmanischen Reichs, zu sehen. Es waren Werke wie z.B. Laufbrunnen, Stiftungsbrunnen, Schlößchen und Residenzen, die keine sakralen Bauten waren. Das erste Beispiel eines sakralen Bauwerks mit barocken Bestandteilen ist die Nuruosmaniye Moschee. Ab 1748, zur Regentzeit des Mahmut,I., wurde mit dem Bau angefangen und die Moschee wurde in der Periode des Sultan Osman,III., im Jahre 1755 fertig gebaut. Der Architekt dieser Moschee war Geselle Simeon, griechischer Abstammung, aber mit osmanischer Staatsangehörigkeit. Als diese Moschee gebaut wurde, hielt sich der französische Architekt Leo Roi für den Bau des französischen Botschaftsgebäudes in Istanbul auf. Er sah anschließend die Nuruosmaniye Moschee und fand grossen Gefallen an deren Kuppel, die vom Gesellen Simeon gebaut wurde. Der Bauplan der Moschee ist nicht anders als die Vorhergehenden. Der Innenraum wurde quadratisch entworfen. Die Kuppel mit dem Durchmesser von 25,5m wurde auf vier Pandantive aufgesetzt, die von den Eckwänden getragen werden. Im Bauplan ragt die Gebetsnische kreisförmig nach außen hinaus, wobei vorhergehende Beispiele eine rechteckige Form aufweisen. Das Bauwerk sitzt auf einer hohen Plattform und beherrscht somit sein Umfeld. Durch eine Treppe gelangt man zur Moschee. Der Hof in Hufeisenform mit einer Säulenhalle, wurde abgedeckt mit 14 Kuppeln. Die polygonische Gebetsnische wurde in einer außergewöhnlichen Weise nach Außen herausragend errichtet, wobei die Rampe, die zum Besteigen der Ehrenploge dient, eine Gesamtheit durch seine bogenförmige Bewegung aufweist. Der Rahmen der Kuppel die auf vier großen Bögen aufgesetzt wurde, ist etwas höher eingerichtet worden. Die Verzierungen mit barocken Bestandteilen zudem, bahnten die Anwendung des türkischen Barockstils an sakralen Bauten an. Nebst seiner religiösen Funktion wurde das Bauwerk auch als ein plastisches Element abgehandelt.

Außer der Nuruosmaniye Moschee befinden sich im Komplex ein Grabmal, eine Armenküche, eine Medrese (eine Art theologische Hochschule), eine Bibliothek, ein Laufbrunnen und mehrere Läden. Anhand einer wellenförmigen Rampe im Außenbereich, wurde der Ehrenplatz dem Inneren der Moschee angebunden. Die traditionellen osmanischen Formen wurden dem Barockstil bestens angepasst, wobei das Bauwerk überwiegend diesen Stil aufweist.

Der Stiftungs- und Laufbrunnen Nuruosmaniye, datiert auf 1755, ist in einem sehr schlechten Zustand und baufällig. Er befindet sich auf einem Podium. Um dem Laufbrunnen eine Perspektive zu gewähren, wurden sechs Pläne ineinander verwendet, die sich genau da ansammeln, wo das Wasser hinfließt. Bauartige Vermehrungen und Aufteilungen sind am Werk zu erkennen.

Die Verzierungen der Tulpenperiode im naturalistischen Stil während der Regentzeit des Sultan Ahmet,III., brachten bei den osmanischen Bauwerken die ersten Unterscheidungen hervor. Besonders in der Periode des Sultan Mahmut,I. sind Einflüsse des Barock und des Rokoko zu beobachten. Der Nuruosmaniye Moschee wird deshalb Bedeutung beigemessen, da der osmanische Barock an einem sakralen und monumentalen Bauwerk gleichzeitig Anwendung gefunden hat.

Das Schlößchen des Osman,III., im Topkapı Palast, das im Harembereich und an der Festungsmauer liegt, die den Gülhane Park trennt und die Südseite umlagert, weist zu seiner Regentzeit den Barock- und Rokokostil recht deutlich auf. Der Barock- und Rokokostil spielten bei den Sanierungen des Topkapı Palastes eine wichtige Rolle. Mit dem Bau des Schlößchens Osman,III. wurde in der Periode des Sultan Mahmut,I. angefangen. An den Details der Verzierungen und der Architektur sind Einwirkungen des Barocks deutlich zu erkennen. Der Bauplan des Schlößchens; in der Mitte befindet sich ein Raum für Ratsversammlungen und an den Seiten liegen zwei Zimmer. Diese Zimmer wurden nicht mit dem Versammlungsraum, sondern mit balkonartigen Öffnungen mit dem Außenbereich verbunden. Der Versammlungsraum hat zahlreiche Fenster, die für Helligkeit sorgen.

Das wellenförmige Dach verleiht der Front des Bauwerkes den Charakter des barocken Stils. An beiden Seiten der Tür stehen korinthische Säulen, worüber ein welliger Stirnschmuck hinausragend zu beobachten ist. An den Frontwänden befinden sich neben verschiedenen Bildern auch Laufbrunnen. Unter diesen Bildern sind auch architektonische Zeichnungen mit Perspektiven zu sehen, ebenso sind unters Vordach einige Bilder gezeichnet worden. Das Innere des Bauwerkes ist recht viel beschmückt. Die Motive im Barock- und Rokokostil unterscheiden sich von den traditionellen Osmanischen. Austernmotive, Windungen in S und C Formen, Meißelarbeiten und perspektiv einräumende Bilder wurden hier angewendet. Die Rahmen an den Wänden wurden vergoldet.

An der Holzdecke des Bauwerkes wurde eine Verarbeitung in Form von Gittern ausgeführt und zwischen den Vierecken wurden Abzeichen eingerichtet. Die Nebenräume der Residenz wurden auch reichhaltig verziert. Die Rahmenleisten und Dachteilungen werden von Vergoldungen beherrscht. Die Wandseite wurde mit Medaillons gefärbt. Gipsöfen weisen einen barocken Charakter auf, wobei die Innenseiten mit holländischen Kacheln ausgelegt wurden.