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[Architektur im Osmanischen Reich] [Architektur im Osmanischen Reich] [Endperiode]


BAUWERKE IN DER PERIODE DES SULTAN MAHMUT,I. (1730-1754) UND ANFÄNGE DES BAROCKSTILS IN DER OSMANISCHEN ARCHITEKTUR       


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Nach den Jahren 1740 war ganz offen und deutlich zu sehen, wie sehr die Architektur unter den Einfluß des Barock- und Rokokostils geriet. Das 18.Jahrhundert ist eine Epoche, in der die Eindrücke des Westens verinnerlicht wurden. Ebenso wurde an den Bauwerken, zusammen mit der türkischen Architektur, der westliche Stil interpretiert. Zudem war noch zu beobachten, dass die Organisation der Garde-Architekten ihre Existenz fortführte und bis zur Ankündigung der Reformans, Anspruch auf architektonischen Tätigkeiten hatte. In diesen Konditionen, in der die westlichen Einflüsse des Barok und Rokoko zusammen mit der starken Tradition der klassischen Osmanischen Architektur bewertet wurden, erreichte man dadurch unterschiedliche und eigenartige Auslegungen, sodass der türkische Barockstil zu entstehen pflegte.

Die Anwendung des osmanischen Barock- und Rokokostils an einem Bauwerk, erfolgte gänzlich erstmals 1739-1740 am Mehmet Emin Ağa Stiftungs- und Laufbrunnen. Das in İstanbul-Kabataş gelegene Bauwerk ist dreiteilig und besteht aus einem Stiftungsbrunnen, einem Laufbrunnen und einem Moscheefriedhof. Das auf einem Podium aufsteigende Wasserwerk mit dem runden, herausragenden Hauptteil des Stiftungsbrunnens, den horizontalen und vertikalen Einstufungen an desen Oberläche, den korinthischen Säulenansätzen bei den Beschmückungen und den S- und C-förmigen Kartuschen sowie mit dem Einklang der Inschrift im Ganzen, weist eine lebhafte Erscheinung auf. Die Stiftungs- und Laufbrunnen sind Bauarten, denen man hauptsächlich in der Frühzeit des osmanischen Barock- und Rokokostils begegnete. Sie wurden nicht wie in der Tulpenperiode auf einem ringsum freien Umfeld, sondern an eine Wand gestützt und mit einer Wölbung nach Außen erbaut.

Der türkische Barockstil kam erstmals in einigen Bereichen des Topkapı Palastes zur Geltung, in denen die ersten Auswirkungen der Verwestlichung zu beobachten waren. Der Palast hatte schon immer eine führende und bedeutende Rolle, bezüglich der Akzeptanz der westlichen Ästhetik, wobei die ersten Beispiele des neuen Stils, Bauwerke wie das Sofa Schlösschen, die Hünkar Sofrası, das Schlafzimmer des Valide Sultan und das Schlösschen des Osman,III. im Topkapı Palast bildeten.

Das Schlößchen Kara Mustafa Paşa (die Sofa Residenz): Eigentlich ist es ein Bauwerk aus dem 17.Jahrhundert, das jedoch mit den Sanierungen im Jahre 1762 vielen Veränderungen ausgesezt war. Man nannte es auch „Merdivenbaşı Kasrı” (wie etwa, “Lustschlösschen am Treppeneingang”). Das Bauwerk aus Holz ist auf 16 Pfeilern aufgestützt. So sehr es plangemäß Merkmale der türkischen Häuser aufweist, sind trotzdem Neuerungen auffallend. Das Innere des Bauwerks ruft mit den bogenförmigen Türen, den Säulenansätzen im europäischen Stil sowie den S- und C- Motiven, nahezu den Barockstil hervor. Die verzierten Wände sind mit aufeinander steigenden Pflastern und Rahmenleisten umrahmt. Zudem ist die Decke noch reichhaltig beschmückt.