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[Architektur im Osmanischen Reich] [Architektur im Osmanischen Reich] [Endperiode]


DIE PERIODE DES SULTAN ABDÜLAZIZ UND DIE BAUWERKE (1861-1876)       


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Sultan Abdülaziz (1861-1878) befand sich unter der Aufsicht seines Bruders Sultan Abdülmecit. Eine systematische Lehre hatte er nicht gemacht und war nicht so sehr ausgebildet wie sein Bruder. Er hing an seinen Traditionen und interessierte sich sehr für die Kunst, ebenso für die Jagd, für das Ringkämpfen und für das türkische Pferdespiel „Cirit“. In seiner Periode waren die Wände der Dolmabahçe und Beylerbeyi Paläste mit vielen verschiedenen Gemälden von inländischen und ausländischen Künstlern belegt. Er ließ sein eigenes Denkmal anfertigen und ihn im Beylerbeyi Palast aufstellen. In seiner Regierungszeit besuchte er Ägypten und Europa. Somit gab er seine innovative Auffassung und Weltanschauung zu erkennen. In seiner Periode wurde auch zum ersten Mal im Jahre 1865 eine Messe in Sultanahmet veranstaltet, welches Sergi-i Umumii Osmani hieß (etwa wie „Öffentliche Osmanische Ausstellung“) und die Besonderheit hatte, die erste Türkische Messe zu sein.

Infolge seinen Reisen nach Paris, London und Wien, die drei Monate gedauert hatten, wollte er erfahrungsgemäß manche Erneuerungen einführen. Zu seiner Zeit wurde die Flotte modernisiert, Seewege, Straßenbahnen, Bahnlinien und Tunnelbetriebe wurden zugänglich gemacht. Banken, Ausstellungen und Publikationen wurden betätigt. In diversen Stadtvierteln wurden Postämter eröffnet. Die Tophane und Muzıka Kasernen, das Maçka Arsenal, die Polizeiwache in Harbiye, die Schulgebäuden in Harbiye und Pangaltı, die Paläste Çırağan und Beylerbeyi, der Garten Ayazağa Tokat, die Residenzen Alemdağ- Icadiye, die Bahnlinie zwischen Istanbul-Edirne, der Tunnel Karaköy-Beyoğlu, sind einige Beispiele der Bauwerke aus seiner Zeit. Die Aksaray Pertevniyal Valide Sultan Moschee sowie die Kağıthane Sadabad Moschee gehören ebenso dieser Periode an. Stadtbezirk Sadabad, wohin man das Çağlayan Schlösschen baute, wurde durch Sultan Abdülaziz erneut in die Hand genommen. Schon dies ist ein anderer Beweis der Verbundenheit des Sultans an seine Traditionen.

Den Eklektik Stil, der in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts dominierte und ebenso bei osmanischen Bauwerken angewendet wurde, ergänzten orientalistische Tendenzen. In der Periode des Sultan Abdülaziz sieht man im Pavillon des Osmani Sergi-i-Umumi, in der Pertevniyal Valide Sultan Moschee, im Beylerbeyi Palast und im Çırağan Palast die dominierenden orientalistischen Elemente. Dieser Stil war in Europa und im Reich der Osmanen zur gleichen Zeit in Mode und drang durch die Europäer in die Osmanische Kunst ein. Außer den Islamischen und Mamelukischen Einflüssen haben auch die Stile des Alhambra Palastes in Granada, welcher mit dem Magrip Stil als identisch angenommen wurde, im 19.Jahrhundert in Europa Geltung gefunden. Anders als die westlichen Beispiele wurden keine Besonderheiten der fernöstlichen Kunst eingeführt, jedoch sind an den zwiebelförmigen Kuppeln und Türmen indische Einwirkungen zu beobachten. Da dieser Stil dem traditionellen osmanischen Stil nicht widersprach, fand sie Anerkennung und wurde vorwiegend in der Periode des Sultan Abdülaziz und bei einigen Bauwerken in der Periode des Sultan Abdülhamit,II. angewendet.


Das Fuat Paşa Grabmal im Hof der Fuat Paşa Moschee (1848)


Das Fuat Paşa Grabmal im Hof der Fuat Paşa Moschee (1848), wurde achteckig geplant. Das Baujahr ist nicht genau bekannt; manche Quellen geben es jedoch als 1869 an. Vermutlich wurde die Moschee vorher gebaut. Dem Stil her ist es parallel zu den Werken der Zeit des Sultan Abdülaziz und wird diesbezüglich bewertet. Die ganze Front des Grabmals ist mit einer Komposition von römischen Kamillen und Palmetten versehen. Das Bauwerk weist Moresk genannte Säulenkapitelle und an den Türen und Fenstern hufeisenförmige Bögen auf.


Die Aksaray Pertevniyal Valide Sultan Moschee baute im Jahre 1871


Die Aksaray Pertevniyal Valide Sultan Moschee baute im Jahre 1871 der Architekt Pietro Montari. Die osmanischen Bau- und Verzierungselemente wurden im Neo-Gotischen Stil geordnet. Die hohe Kuppel und der ebenso hohe Kuppelrahmen sowie die Ecktürme sind ungewöhnlich, was wiederum den indischen Einfluss offenbart. Die weit verbreiteten Verzierungen auf der ganzen Oberfläche sind Elemente der Kunst des Ostens.


Die Sadabad Moschee wurde 1862


Die Sadabad Moschee wurde 1862 gebaut. Sie wurde auf einem Grundstück errichtet, wo sich früher schon einmal eine Moschee befand. Das Gebäude ist quadratisch geplant und besitzt nur eine Kuppel. Der Ehrenplatz wurde zweistöckig errichtet. In der Moschee befinden sich Verzierungen aus Ölfarben. Der Eklektische Stil dominiert in der ganzen Moschee. An den Ecktürmen und am Umgang des Minaretts sind orientalistische Merkmale zu erkennen.


Die Konya Aziziye Moschee aus dem Jahr 1866


Die Konya Aziziye Moschee aus dem Jahr 1866 wurde quadratisch geplant und mit einer flachen Kuppel abgedeckt. Die Moschee besitzt ein Doppel-Minarett, deren Umgänge von Bögen auf orientalistische Art umgeben sind. Die Gebetsnische und die Kanzel weisen barocke Merkmale auf, wobei allgemein am Gebäude Besonderheiten des Barockstils überwiegen.

Das Maçka Arsenal wurde auf einer Höhe und monumentalartig errichtet. Man hat einen weiten Ausblick über die Stadt. Die schlichte Bauweise und die großen Mauern geben das Monumentale zu erkennen, was wiederum eine auffallende Charakteristik der offiziellen Bauten in Europa ist.


Das Maçka Arsenal


Das Maçka Arsenal wurde auf einer Höhe und monumentalartig errichtet. Man hat einen weiten Ausblick über die Stadt. Die schlichte Bauweise und die großen Mauern geben das Monumentale zu erkennen, was wiederum eine auffallende Charakteristik der offiziellen Bauten in Europa ist.


Die Schlösschen in Maslak


Die Schlösschen in Maslak befinden sich am Knotenpunkt der Stadtteile Levent und Ayazağa, auf der rechten Strassenseite. Sultan Abdülaziz ließ sie als Jagdresidenz bauen. Das Bauwerk bergt wichtige Beispiele der Osmanischen Verzierungskunst.


Der Beylerbeyi Palast


Der Beylerbeyi Palast, die Sommerresidenz des Sultan Abdülaziz, sowie der Çırağan Palast, sein Dauersitz aus der gleichen Periode, unterscheiden sich durch ihre orientalistischen Elemente vom Dolmabahçe Palast. Der Stadtteil Beylerbeyi, der schon immer ein bevorzugter Viertel in der Geschichte Istanbuls war, diente in der Osmanischen Zeit sozusagen als Hofgarten. Mit der Zeit ließen die Sultane in diesem Bezirk mehrere Bauwerke errichten.


Der Çırağan Palast


Der Çırağan Palast am Bosporus liegt im Stadtteil Ortaköy. Dieser massiger Palast brannte im Jahre 1910 ab. Hier hatte schon einmal ein hölzernes Palast existiert. Auf das gleiche Grundstück, ließ Sultan Abdülaziz dem Palastarchitekten Sarkis Balyan den Çırağan bauen. Das Bauwerk im Eklektischen Stil enthält orientalistische Elemente. Es wurde in vier Jahren, in einem Wert von vier Millionen Gold gebaut. Die Aufteilungen und die Decke wurden mit Holz, die Wände mit Marmor ausgelegt. Man sieht hier wirklich die einmalige Steinmetzerei an den Säulen. Die Räume wurden sehr reichhaltig dekoriert, geschmackvoll eingerichtet und mit edlen Teppichen ausgelegt. Die Möbel trugen goldene Verzierungen und wurden mit Meißelarbeiten aus Perlmutt versehen. Auch wie in anderen Palästen am Bosporus, fanden auch hier viele wichtige Versammlungen statt. Die Fronten wurden mit farbigem Marmor verziert und das Gebäude besitzt große, monumentale Türen.

Von der hinteren Seite des Bauwerks führte eine Brücke bis hin zum Yıldız Palast. Hohe Mauern trennten den Palast von der Straßenseite. Jahrelang hat er als Ruine dagestanden und wurde mit großen Reparaturen erneut aufgebaut. Durch Anbauten wurde es neugestaltet und dient heute als ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel.


Der Yıldız Palast


Der Yıldız Palast befindet sich im Stadtteil Beşiktaş auf der Yıldız Höhe. Was die Baukunst der türkisch-osmanischen Paläste angeht, gehört er zur letzten Gruppe der Bauwerke dieser Epoche. Das Grundstück, auf das der Palast gebaut wurde, war Inventar der Schatzkammer und wurde seit der Periode des Kanuni Sultan Süleyman von all den Sultanen als Jagdgebiet benutzt. Der erste Sultan, der auf diesem Grund ein Schlösschen erbauen ließ, war Ahmet,I. (1603-1617). Als Sultan Murat,IV. (1617-1640) zum Jagen hierher kam, erholte er sich gern in diesem Schlösschen.