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[Denizli]


DENIZLI      



Die Stadt am Hang der hohen Berge, unweit von dem Fluss Büyük Menderes (Großer Mäander) entfernt, wurde im 3. Jh. v. Chr. gegründet. Ihr damaliger Name lautete Laodikeia. Ausgrabungen haben jedoch ergeben, dass die ersten Ansiedlungen in diesem Gebiet bereits im 4. Jahrtausend erfolgten. Die Ausgrabungen am Beycesultan Tumulus zeigen an die 40 Schichten, die von früheren Siedlungsperioden zeugen. Auf diesen ergiebigen Böden herrschten, wie in weiteren Ägäischen Gegenden auch, Hethiter, Phrygier, Lyder, Perser, Mazedonier, Römer, Byzantiner, Seldschuken, div. “Beylik”s (Emirate) und Osmanen. Die Stadt Denizli (= die, mit dem Meer), die nicht am Meer liegt, erhielt diesen Namen wohl wegen ihrer besonders zahlreichen unter – und oberirdischen Wasserquellen. Andere Historiker behaupten, der Name Denizli gehe auf das urtürkische Wort “tenguzlu” zurück, was auch das Meer bedeutet. In den seldschukischen Eintragungen wird die Stadt als Ladik erwähnt.

Das heutige Denizli ist eine moderne Stadt mit ihren breiten Straßen, Parks und Hotels, aber auch mit vielen, über 100 Jahre alten Häusern. Im Atatürk und Ethnographischen Museum im Stadtzentrum werden Gewänder, Schmuck, Möbel, Waffen, Teppiche und Kelims aus der Osmanischen Zeit ausgestellt. Im Atatürk – Teil des Museums kann man die Einrichtung des Zimmers, das Atatürk während seines Aufenthalts in Denizli bewohnte, sehen: einen Kleiderschrank, ein Messingbett, einen Diwan und einen Schreibtisch im Barockstil.

In der Umgebung von Denizli befinden sich die antiken Städte Laodikeia, Tripolis, Hierapolis, Collosseai, Dionisopolis, Eumania, Tabae, Apollo Tempel, Sebastipolis, Anaya, Trapazepolis und Apollon Salbace (Medet Tumulus).

Laodikeia, 6 km nördlich von Denizli an der Südseite des Lykos-Flusses, war eine der wichtigen Städte des 1. Jh. v. Chr. Die erhaltenen Reste des großen und des kleinen Theaters, des Stadions und des Gymnasiums, der monumentale Brunnen und der Zeus – Tempel stammen aus dieser Zeit. Die 40 km nördlich von Denizli gelegene Stadt Tripolis wurde von Königtum Pergamon gegründet. Sie war eine Grenzstadt zwischen den Ländern Lydien, Phrygien und Karien. Die Reste des Theaters für 10.000 Personen, des Bads, die Fundamente des Senats, sowie Teile der Stadtmauern und der Nekropole, stammen aus dem 1., 2. und 3. Jh.. Das am Nordhang des Berges Honaz am Aksu Fluss gelegene Collosseai war eine der 6 großen Städte der Phrygier. Diese Stadt erlebte ihre Blütezeit während der persischen Herrschaft. Der heutige Tumulus hier war einst die Akropolis und nördlich davon befinden sich Felsgräber.

Zwei der Karawansereien auf der Seidenstraße liegen in Denizli. Sie stellen wichtige Beispiele für die Architektur der Reiseherberge des Mittelalters dar. Der Akhan – Karawanserei in 7 km Entfernung von Denizli liegt auf der heutigen Denizli – Afyon Straße und stammt aus den Jahren 1253 – 1254. Das schlichte Portal mit Rundbogen und Inschrift führt in einen Hof, dessen Inneneingang mit geometrischen Ornamenten verziert ist. Das Gebäude nimmt mit Innenhof und Zimmern zusammen, eine Fläche von 1100 qm ein. Auch der zweite Karawanserei, Çardak Han genannt, liegt auf der Denizli – Afyon Straße, stammt aus dem Jahr 1230 und besteht aus einem rechteckigen Bau mit Zimmern um einen quadratischen Hof.

In den Bezirken Çamlık, İncilipınar und Gökpınar können Sie die Schönheit der Natur genießen. Um den 55 m hohen Wasserfall Yeşildere sind auch Picknickplätze angelegt. In der Umgebung sind weitere Wasserfälle wie Güney, Karahayıt Haytabey, Homa und Sakızcılar Asmaaltı zu besichtigen. 20 km östlich von Denizli befindet sich der Honaz Berg, welcher mit seinen 2528 Metern der höchste in der Ägäischen Gegend ist. Der Nationalpark um diesen Berg, den bis zu 2000 m Höhe Wälder bedecken, ist seit 150 Jahren ein Besuchsort von Botanikern aus aller Welt. Von den 964 Pflanzenarten des Parks, wachsen 43 nur am Honaz Berg. Um den See Kartal Gölü kann man 1000 Jahre alte Bäume bewundern.

Der Kartal See und seine Umgebung versetzen seine Besucher durch seine 1000 Jahre alten Bäume in Erstaunen. Die Vogelarten um die Seen stehen unter Naturschutz.

Kaklık Höhlen, eine der Höhlen um Denizli, gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Gegend. In der 15 m tiefen Höhle stehen bzw. hängen viele Stalagmiten und Stalagtiten, sowie Stufen und weitere Tropfsteinformationen. Man glaubt, dass die Thermalquellen in der Höhle diverse Hautkrankheiten heilen.

In Denizli kann man neben einigen Wassersportarten, Radtouren unternehmen, angeln, Ski laufen, Parasailing oder Wandertouren machen.

Aus der lokalen Küche von Denizli kann man die gefüllten Trockenauberginen, auf heißem Blech gebackene Auberginen, “börülce” (Augenbohnensalat) mit “tarator” (Sauce aus Walnüssen, Brot, Knoblauch und Essig), oder Malvensalat und ähnliche Gemüse- oder Kräutergerichte probieren. Zu erwähnen wäre das Pilz-Restaurant an der Antalya – Ausfahrt, wo man unter etwa 40 Pilzgerichten wählen kann. Besonders schmackhaft sollen die auf irdener Platte (Dachziegel) in Butter gewendeten Pilze sein.

Beim Einkaufsbummel in der Kaleiçi Çarşısı (im Burginneren) findet man Kupfergegenstände, Hähne (Symbol der Stadt) aus Ton, die beim Hineinblasen lange trillern oder Samoware. Da die Weberei in der Gegend gut entwickelt ist, kann man besonders auf dem Babadağlılar Markt gute Handtücher und seidene Kleidungsstücke bekommen. Aus dem Bezirk Buldan, ebenfalls ein Webereizentrum der Gegend, kommen bunte Stoffe aus Baumwolle oder Seide, die man für Bekleidungen, oder als Heimtextilien verwendet.


Pamukkale - Hierapolis


Es wäre nicht übertrieben, Pamukkale (Hierapolis), das 18 km nördlich von Denizli liegt, als ein wunderbares Naturereignis zu bezeichnen, oder als eine Märchenlandschaft auf weißen Wolken. Dieses Gesundheits- und Handelszentrum aus der römischen Zeit wurde im 2. Jh. v. Chr. gegründet.

Die antike Stadt Hierapolis, voll mit Hotels und Thermalbädern, sowie imposanten Ruinen, liegt auf einigen höheren Plateaus. Wegen der hohen Anzahl der Tempel und sonstigen religiösen Bauten, wird sie auch als "Heilige Stadt" bezeichnet. Sie wurde am Anfang des 2. Jh. v. Chr. vom Pergamonkönig Eumenes (II) gegründet und nach der Amazonen Königin Hiera benannt, nach der Gattin des Gründers von Pergamon Telephos. Die hellenistische Stadt bewahrte ihre ursprüngliche Struktur bis zum Erdbeben im Jahr 60. Aber auch während der folgenden römischen und byzantinischen Perioden blieb sie ein wichtiges Zentrum. Gegen Ende des 12. Jhs. kam sie unter türkische Herrschaft.

Die heutigen Reste der Stadt stammen aus der römischen Zeit. Die Tore und Hauptstraßen, die Nekropole, die Stadtmauern, der große Badkomplex, das Theater, der Apollo - Tempel, das Nympheum (monumentaler Brunnen) und das Agora beeindrucken die Besucher.
Das Martyrium des Hl. Philippos und einige Kirchen in der Stadt stammen aus der byzantinischen Zeit. Etwa 2 km lang an beiden Seiten der Hauptstraße erstreckt sich die Nekropole, die größte dergleichen in Anatolien, und umfasst über 1200 Grabmale von späthellenistischen bis frühchristlichen Epochen. Sie wurden aus Marmor oder Kalkstein angefertigt.

Am Ende der Straße mit den Säulen steht das Domitian - Tor mit seinen 3 Bögen und Türmen. Die Bäder aus dem 2. Jh., deren Säulen und Gewölbe noch erhalten sind, weisen die typischen Merkmale der römischen Bäder auf. Die Räume mit Gewölben um die große Halle dienen heute als Archeologisches Museum, wo die Funde aus der Stadt ausgestellt sind. Das Museum liegt auf einer Gesamtfläche von rd. 14.000 qm, wo die Statuen und Sarkophage in richtiger Ordnung aufgestellt und richtig beleuchtet sind. Das imposante Amphitheater für 25.000 Personen, das wie die griechischen, den Hang eines Hügels bedeckt, stellt das besterhaltene Bauwerk der Stadt dar. Der Baubeginn des Theaters geht auf das Jahr 62 zurück, beendet wurde es allerdings im Jahr 206. Neben dem Theater steht der Apollo - Tempel vom 3. Jh. v. Chr. Die sog. Plutonium – Grube, in der Nähe des Tempels, soll die heilige Stätte Plutos sein, der Gott des Todes und der Unterwelt. Der monumentale Brunnen, in Form einer zweistöckigen Galerie mit korinthischen Säulen, wurde am Ende des 3. Jhs. errichtet. Die Reliefs auf dem Architrav des Erdgeschosses stellen Gryphons, Nymphen und Amazonen dar. Zwei hornblasende Tritonen als Relief zieren das Giebelfeld. Vor dem Brunnen befand sich damals ein großes Wasserbecken. Die viereckige Agora war ebenfalls mit einem zweistöckigen Gebäude umgeben, dessen Fassade aus Kollonaden bestand. Die Stadtmauern liegen an den Nord- , Ost- und Südseiten der Stadt und haben 4 Tore.


Das Martyrium des Hlg. Philippos


Das Martyrium des Hlg. Philippos ist ein oktagonales Gebäude aus dem Ende des 4. Jhs. auf einer Fläche von 20 x 20 m. Es wurde zur Erinnerung an den Hl. Philippos als Grab und religiöses Zentrum gebaut, der einer der Jünger Christi war und in Hierapolis fiel. Mit der Ausbreitung Christentums wuchs die Bedeutung dieses Orts, der später Metropolis genannt wurde.

Im Zentrum der Stadt befinden sich die Kathedrale, die Säulenkirche und zwei weitere Kirchen. Die mittlere Halle des Großen Bades wurde am Anfang des 6. Jhs. zu einer Kirche umgebaut.

Die Kalksteinterrassen von Pamukkale entstanden infolge der Kalkablagerung aus den Thermalwässern der Gegend und liegen an den Hängen des Çökelez Berges. Die seit vielen Jahrhunderten aus den Quellbecken überlaufenden warmen Thermalgewässer und deren schneeweiße Ablagerungen formten diese Terassen, die an “Burgen aus Baumwolle” (= Pamukkale) erinnern. Die seit der Antike als Heilquelle benutzten, 35,6 ºC warmen Gewässer bilden terrassenförmige Becken, wobei das von einem Becken überlaufende Wasser in das eins tiefer liegende Becken fließt usw. Die weiße Traumlandschaft steht unter strengem Naturschutz und wurde von UNESCO auf die Liste der Weltkultur – Gegenden gestellt.

Wenn auch das Wandern zwischen den Terrassen infolge der Schutzmaßnahmen nicht mehr erlaubt ist, sind die besagten Formationen unbedingt zu sehen. Als gewisser Ersatz wurden an bestimmten Stellen einige Terrassen teilweise nachgebaut, die die Besucher betreten können. Abgesehen von den Kalksteinterrassen bietet die Gegend Thermalbäder, deren mineralhaltige Gewässer im Winter lauwarm und im Sommer kühler sind und denen man heilende und verschönernde Wirkungen zuschreibt.

Die Gegend Karahayıt, nordwestlich von Pamukkale ist wiederum bekannt mit ihrem eiskalten Quellwasser. Dieses Thermalzentrum mit guten Übernachtungsmöglichkeiten hat auch Heilquellen mit 60 ºC heißem Wasser. Die verschiedenen Metalloxide in diesen Gewässern verursachen außer weißen auch grüne und rote Ablagerungen.
Die Läden am Ort bieten zahlreiche Geschenkartikel.

In Pamukkale werden jedes Jahr im Juni verschiedene Feste veranstaltet, u. a. auch ein internationaler Gesangwettbewerb.

www.denizli.bel.tr
www.denizli.gov.tr