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[Architektur im Osmanischen Reich] [Architektur im Osmanischen Reich] [Endperiode]


DIE PERIODE DES SULTAN ABDÜLHAMIT,II. UND DIE BAUWERKE (1876-1909)      


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Auch in der Periode des Sultan Abdülhamit,II. wurden die Bauverfahren besonders in der Hauptstadt Istanbul weitergeführt. Da der Sultan Abdülhamit,II. den Dolmabahçe Palast nicht sicher genug gefunden hatte, zog er in den Yıldız Palast. Er fügte weitere Bauabschnitte an den Palastkomplex hinzu. Im Vergleich zum Dolmabahçe Palast, besaß der Yıldız Palast verschiedene Bauabschnitte die in asymmetrischer Form positioniert wurden und aus verschiedenen Sektionen entstanden. Mit diesen Eigenschaften ähnelt es dem Topkapı Palast. Die hauptsächliche Bauerrichtung begann mit dieser Periode und der Ort wurde als Yıldız Sarayı Hümayunu benannt. Zu der Zeit des Sultan Abdülhamit wurden die Grundflächen im Umfeld auch benutzt und die äußere Parkanlage des heutigen Yıldız Parks wurde erweitert. Man begann ebenso weitere Bauarbeiten. In diesem Zustand breitete sich der Palast, zusammen mit seinen Gärten, auf einer Fläche von 80,000 Quadratmetern aus.

Der Palast bergte außer den Residenzen, die als Wohnsitz des Sultans und den offiziellen Beamten dienten, noch weitere Bauwerke wie z.B. Theater, Museum, Bibliothek, Apotheke, Zoo, Gebetsraum, Hamam, Werkstatt, Schreinerei, Eisenhauerei und Schlosserei.

Gleich im Außenbereich des Palastes befanden sich die Garden, die der Ersten Armee angebunden waren.

Als Sultan Mehmet Reşat (1909-1918) nach Sultan Abdülhamit,II den Thron bestieg, wurde er in der Residenz, die als Privathaus bezeichnet wurde, im Salon „die vier Jahreszeiten“ operiert. Nachdem er am 3. Juli 1918 starb wurde Sultan Mehmet Vahdettin,VI. (1918- 1922) der neue Herrscher. Sultan Vahdettin wohnte überwiegend im Dolmabahçe Palast, von Zeit zu Zeit jedoch benutzte er auch den Yıldız Palast.

Der Palast wurde lange Jahre als Akademiegebäude des Militärs benutzt; im Jahr 1978 wurde es dem Ministerium für Kultur übergeben und später dem Direktorat des Yıldız Palastes zur Verfügung gestellt. Die ersten Tätigkeiten, um das Werk als Museum zu gestalten, begannen im Jahr 1994. Am 6.Januar 1994 wurde das Palasttheater erneut eingerichtet und das Museum für Bühnenkünste eröffnet. Am 8.April 1994 wurde das Yıldız Palast zum Museum.

Das Hidiv Schlösschen liegt auf der asiatischen Seite des Bosporus’, zwischen Kanlıca und Çubuklu und wurde an einem steilen Abhang gegründet. Das Bauwerk wurde 1906 als Wohnsitz für den letzten Ägyptischen Regierungspräsidenten (wird auch Khedive genannt) Abbas Hilmi Paşa gebaut. In 1984 wurde es restauriert und verschiedene Sektionen wurden als Restaurants, Cafés und Hotelzimmer eingerichtet.

In der Periode von Sultan Abdülhamit,II. standen eher ausländische Architekten im Vordergrund. Die meisten Bauwerke wurden von den Architekten Alexander Vallaury, Raimando D’Aronco und Gulio Mongeri gebaut. Der Bahnhof Sirkeci wurde von dem Deutschen Architekten Jackmund, der Bahnhof Haydarpaşa wurde von den Architekten Otto Ritter und Helmut Cuno gebaut. Vallaury mit seinem Partner Philippe Bello sind einige andere bekannte Namen.

Leider weißman nicht sehr viel über das Leben von Vallaury. Als Osman Hamdi Bey 1882 zum Direktor der Kunstakademie (Sanayi-i Nefise Mektebi) ernannt wurde, war seine Priorität das wichtigste Problem dieser Schule lösen. Die Akademie brauchte Lehrkräfte und ein Gebäude. Das erste Gebäude der Kunstakademie wurde von Vallaury gebaut. Überdies war er in der ersten Ausbilderbelegschaft für Architekturlehre tätig. Als Assistent kam dann im Jahre 1902 Phillipe Bello dazu, der die Studierenden bis 1908 im Bereich der technischen Architektur belehrte.

Die Bauwerke, die seitens Vallaury gebaut wurden, wie z.B. das Gebäude des Archäologischen Museums Istanbul (1892) und die alte Kunstakademie (Eski Sanayi-i Nefise Mektebi), tragen Spuren der westlichen neoklassischen Architektur. Der Eingang des Archäologischen Museums mahnt einen griechischen Tempel an, dessen schlichte Front sehr interessant ist. Sein weiteres wichtiges Werk ist die Hohe Handelsschule, die leider abgebrannt ist.

Die Medizinische Fakultät Haydarpaşa (heute, Marmara Universität- Medizinische Fakultät) wurde 1901 gebaut. An beiden Seiten des Gebäudes mit flachen, spitzen Bögen wurden zwiebelförmige Kuppeln errichtet. Somit wirkt es wie ein architektonisches Bauwerk des Ostens und widerspiegelt die Eigenschaften des eklektischen Stils. Das Gebäude ist wirklich prachtvoll.

Ähnliche Eigenschaften gelten auch für das Gebäude Duyun-u Umumiye in Cağaloğlu. Bei den Fenstern, Türen, Hallenbögen, Zapfen und Dachgittern wurden türkische architektonische Besonderheiten eingeführt und es ist ebenfalls ein eklektisches Bauwerk.

Das prächtigste Bauwerk von Vallaury ist jedoch die Osmanische Bank in Karaköy. Die Bank wurde im eoklassischen Stil, im Jahre 1890 gebaut.

Ein weiterer berühmter Architekt aus der Periode des Sultan Abdülhamit,II. ist Raimondo d’Aronco. Er schloß seine Ausbildung in der Akademie in Venedig, im Jahre 1880, ab. In Italien wurden seine Projekte mehrere Male ausgezeichnet, wodurch er sehr berühmt wurde. In 1893 wurde er von der Italienischen Botschaft eingeladen, um eine Internationale Ausstellung in Istanbul zu organisieren. Das Projekt wurde jedoch, aufgrund des Erdbebens am 10.Juli 1894, rückgängig gemacht und der Architekt befasste sich mit vielen Restaurationen an verschiedenen Bauten. Dabei fand er die Möglichkeit das kulturelle und reichhaltige Erbe Istanbuls etwas näher kennen zu lernen.

D’Aronco entwarf verschiedene Bauwerke für die Paschas, Verwalter und den Vorstehern der Provinz sowie für das Italienische Konsulat in Istanbul. Sein Schaffen, wie das Gebäude in Sultanahmet, datiert auf das Jahr 1900 und einst das Amtsgebäude des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwesen und Bergbau, dient heute als Rektoratsgebäude der Marmara Universität sowie die ehemalige Italieniche Botschaft, heute das Sommergebäude des Italienischen Konsulats in Tarabya, weisen Merkmale des Osmanischen Barockstils und die Einwirkungen der Residenzen in Istanbul mit ihren breiten Vordächern und den Erkern.

In Karaköy befand sich einst die Kara Mustafa Paşa Moschee, das 1902 gebaut wurde, jedoch während den Ausbauarbeiten der Straßen zerstört wurde. Das Bauwerk stellte eine Gesamtheit westlicher und östlicher Einwirkungen dar. Der Baukünstler richtete sich ab 1900 nach den Tendenzen des Jugendstils, welches sich schwerwiegend ausbreitete. Der Jugendstil ist als eine Art Gegenwirkung zur Vorliebe bestimmter Stilrichtungen und zur Verbreitung des Eklektizismus’ aufgegangen. Überdies sprach der Der Jugendstil für Handwerk und Natürlichkeit anstatt von Industrie; ebenso zieht es die traditionelle Arbeitsweise vor, anstatt mit akademischen Bestimmungen zu arbeiten. Dagegen wurde es von der Technologie beeinflusst und man hat dünne Eisensäulen verwendet. Der Stil versuchte alle Angaben pflanzlichen Ursprungs, der Architektur zu übertragen, sodass z.B. Pflanzenmotive in Windungen sehr gern eingeführt wurden und Kompositionen in asymmetrischem Stil oder mit Blattmotiven sowie wellenförmige Linien überwiegten. Japanische Estampen sind die wichtigsten Quellen der Kunst des Jugendstils, wobei er in Istanbul in zwei Perioden zu bearbeiten ist. Zum einen ist es die Anwendung an monumentalen Bauten seitens professioneller Architekten in der Zeit von 1900-1915. Zum anderen ist es die erneute Auffrischung dieser Stilrichtung in den Jahren 1922-1930. In der zweiten Periode ist es im Allgemeinen an der Architektur der Wohnhäuser in den Stadtteilen Istanbuls auf der anatolischen Seite und am Bosporus zu sehen.

Die Bauwerke wie das Şeyh Zafir Grabmal und Bibliothek wurden von D’Aronco im Jahre 1902 gebaut, die auf der empoführenden StraßeYıldız in Beşiktaş liegen. An der Wandfläche befinden sich geometrische Verzierungen und recht deutliche Streifen. Der Laufbrunnen wurde stufenartig, geometrisch und modern errichtet. Die symmetrischen Motive an dem Brunnen sind auch sehr interessant.

Heute befindet sich auf der Istiklal Strasse (Beyoğlu) das Apartment Botter des Schneiders J. Botter. Abdülmecit,II. ließ es dem offiziellen Architekten des Palastes Raimondo D’Aronco bauen. Die asymmetrische Eingangstür des Apartments mit verschiedenen Blumenkompositionen und gewundenen Zweigen, befindet sich seitlich. Die Front ist zwar nicht traditionell ist, weist aber Elemente des Jugendstils auf. An den Balkonen befinden sich zickzackförmige Gitter und an der Front sind abstrakte Blumen- und Pflanzenmotive zu sehen, die ebenso Merkmale dieses Stils sind.

D’Aronco hat in Kuruçeşme für Emine Naciye Sultan ein Palast entworfen, für den Ägyptischen Khediven baute er im Stadtteil Bebek ein Haus an der Küste und etwarf außerdem einige andere Bauten am Bosporus im Jugendstil. Bauwerke wie die Yıldız Kachelfabrik und die Residenz Şale wären noch zu erwähnen. D’Aronco kehrte 1908 zurück in seine Heimat.

Eines der wichtigen Architekten in dieser Periode ist Giulio Mongeri. Der Italienische Architekt war am Anfang des 20.Jahrhunderts in Istanbul und Anfang der Republik in Ankara tätig. 1903 stellte er im Istanbuler Salon fünf architektonische Projekte aus. Er war zwischen den Jahren an der Kunstakademie als Lehrbeauftragter tätig.

Eines seiner ersten Werke ist das Karaköy Palast. Seine Stilrichtung als Architekt ist der Eklektische Stil. Noch später baute er das Italienische Botschaftsgebäude im neoklassischen Stil, das heute als Berufschule für Industrie, im Stadtteil Maçka dient. Das Bauwerk entspricht einer schweren Masse durch seine eintönigen Fenster in Dreier-Reihen, den schweren Rahmenleisten und den senkrechten Pflastern.

In Beyoğlu baute er die Kirche San Antoine, der neo-gotische Stil des Bauwerks ist sehr interessant. Nach der Republik hatte er in Ankara einige Werke entworfen, die mit der nationalen Architektur in Einklang waren.

Der deutsche Architekt Jachmund wurde inspiriert durch die türkische Architektur und baute daraufhin den Bahnhof in Sirkeci, eines der Werke aus der Zeit des Sultan Abdülhemit. Die deutschen Architekten Otto Ritter und Helmut Cuno bauten den Bahnhof in Haydarpaşa in den Jahren 1906-1909 fertig. Er wurde mit einem recht hohen Dach und mit einer monumentalen Front errichtet. Somit mahnt es den Deutschen Barockstil an.

Der Deutsche Laufbrunnen in Sultanahmet wurde von Spitta gebaut. Die brunnenartige Erscheinung des Baukörpers ähnelt der Kuppel des Emir Bayındırs in Ahlat und man sieht daran wie die türkisch-islamische Architektur mit der Westlichen fusioniert wurde.

Durch die Schlachten in Tripolis und im Balkan und durch den Ersten Weltkrieg wurden Tätigkeiten im Bereich der Architektur unterbrochen. In dieser Periode stiegen die nationalen Bewegungen an, sodass türkische Architekten sich an die bestehenden Werke der Türkischen Baukunst wandten und eine Renaissance zu gestalten versuchten. Daraufhin kam die Bewegung der „Ersten Nationalen Architektur“ auf. Dieser Bewegung waren die Architekten Kemalettin und Vedat Tak vorstehend.