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[Aydın]


AYDIN      



Die Geschichte von Aydın, gelegen im Südosten der Ägäis, reicht bis auf die Zeit von 7000 v. Chr. zurück. Die Siedlung ging über die Jahrtausende von einer dörflichen zu einer Stadtkultur über. Im 14. und 12. Jahrhundert kamen die Aioler und Ioner nach Westanatolien und besiedelten die große und kleine Mäandertiefebene. Unter der Herrschaft eines lykischen Königs gründeten sie eine Vereinigung von zwölf ionischen Städten. Der antike Name von Aydın lautet Tralles, in der Antike war die Stadt ein Zentrum für Bildhauerei. Gleichzeitig war Tralles ein Handelszentrum, wo Güter gesammelt und von dort aus weitergeleitet wurden. Auf diesem Gebiet lebte nach den Lykiern und Ionern die phrygische, persische, karische, helenische, römische und byzantinische Kultur. Ab dem 13. Jahrhundert kam es unter die Regentschaft der Türken. Im örtlichen Museum befinden sich Relikte aller Zivilisationen, welche über die Jahrhunderte dort angesiedelt waren. Darüber hinaus befinden sich im Museum für Malerei und Bildhauerei im Stadtzentrum Beispiele zeitgenössischer türkischer Malerei. In der Stadt befinden sich noch Überreste von Bauwerken aus dem 2. Jahrhundert.

Die Moscheen im Stadtzentrum gehen auf osmanische Zeit zurück. Die Üveys Paşa Moschee (1565), die Eski Yeni Moschee (1585), Ramazan Paşa Moschee (1595), Süleyman Çelebi Moschee (1683), Şemsi Paşa Moschee (1659), Cihanoğlu Moschee (1756) sind dabei die wichtigsten. Ebenfalls aus osmanischer Zeit stammen einige bemerkenswerte Geschäftshäuser und Medressen. Besonders bemerkenswert sind dabei Zincirli Han (1708), Cihanoğlu Hanı (1756), Nasuh Paşa Medresesi (1708) und der Cihanoğlu Moscheenkomplex (1756).

Einen Kilometer vom Stadtzentrum Aydın entfernt kann man die Überreste der antiken Siedlung Tralles besichtigen, in der Hellenen, Römer und Byzantiner lebten.

45 Kilometer östlich von Aydın, in der Nähe von Sultanhisar, befinden sich in einem Olivenhain die Ruinen des kulturellen Zentrums Nysa aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. In Sultanhisar werden jedes Frühjahr Kunst- und Kulturfestivals veranstaltet. Am östlichen Fuß des Beschparmakgebirges, 2,5 km westlich von Nysa, befinden sich in der Provinz Karpuzlu die Überreste der antiken Stadt Alinda, welche von den Kariern gegründet wurde. Das Theater, welches Platz für 5000 Zuschauer bietet, der zweigeschossige Turm, die Agora, die Stadtmauern und Aquädukte sind besonders für Freunde der Archäologie ausgesprochen interessant. Alabanda ist ebenfalls eine karische Stadt, gelegen im Dorf Doğanyurt im Bezirk Çine. Dort befinden sich die Überreste von Bauwerken aus hellenischer und römischer Zeit. Im Bezirk Germencik befindet sich der Ort Magnesia, welcher vor allem durch die Opferaltare für Artemis und Zeus aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. bedeutend ist. Die Stadt Myus liegt in der Nähe des Bafa Sees, neben der Burg von Avsar. Es handelt sich dabei um eine der zwölf Städte aus dem lykischen Städtebund. Sie wurde von Kydrelos, dem Sohn des Athener Königs Kodros gegründet. Aufgrund der Aufschwemmungen des Großen Mäander-Flusses wurde die Stadt überspült und die Umgebung verwandelte sich in ein Sumpfgebiet.

In der Umgebung von Aydın befinden sich viele Seen, sowohl große als auch kleine. Das Tal zu den Ufern des Mäander war Siedlungsraum für viele verschiedene Zivilisationen.

Der Camici (Bafa):See ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Nähe des Dorfes Latmos aus dem 1. Jh. v. Chr. Er ist umgeben von Nuss-, Oliven- und Oleanderbäumen, durch die sich ein außergewöhnlicher Blick auftut. Auf den kleinen Inseln befinden sich viele byzantinische Klöster und Kirchen, die ebenfalls zu dem besonderen Ambiente beitragen. Für Touristen stehen Übernachtungsmöglichkeiten und Campingplätzen direkt am Ufer zur Verfügung.

www.aydin.bel.tr
www.aydin.gov.tr


Güllübahçe (Priene)


Priene befindet sich im Dorf Güllübahce, 12 km von Söke entfernt. Es handelt sich um eine antike Stadt, die am Fuß der Mykale-Berge auf einer natürlichen Plattform in Richtung Süden errichtet wurde. Es war eine der lebhaftesten Hafenstädte aus der Ionischen Städtevereinigung. Die erste Siedlung wurde 1000 v. Chr. von den Ionern direkt am Meer gegründet. Sie teilte das selbe Schicksal mit den Städten Heraklion, Ephesus, Milet und Myus. Einst lagen sie direkt am Meer, doch durch Anschwemmungen des Mäanderflusses füllte sich der Golf von Latmos und die Stadt Priene wurde mit einer Entfernung von 5,5 km zum Meer eine Stadt im Landesinneren. Ruinen aus der zweiten Stadtgründung im Jahr 350 v. Chr. sind bis heute erhalten. Priene ist ein Beispiel für antike Stadtplanung. Sie ist am Fuß des Berges gelegen und nach dem Plan von Hippodamos von Milet (in Form von rechtwinkligen Straßenrastern) angelegt. Der Hippodamosplan ist auch in der heutigen Stadtplanung umgesetzt. Priene ist von einer festen, rustikalen Stadtmauer umgeben, die aus dem graublauen Marmor der Region gebaut ist. Es ist eine der prunkvollsten ionischen Städte. Da die Stadt mit Unterstützung aus Athen aufgebaut wurde, blieb sie unter deren Einfluss und Führung. Später geriet sie unter die Herrschaft des Königs von Pergamon und der Römer. Während byzantinischer Zeit war es eine wichtige Diözese, doch im 13. Jahrhundert wurde sie verlassen.

Man erreicht die antike Stadt Priene über eine steilen Feldweg. Sobald man die hellenischen Festungsmauern hinter sich gelassen hat, sieht man die anderen Überreste der Stadt. Die Stadt hat drei große Eingangstore in der Festungsmauer. Das wichtigste Bauwerk ist der Athenetempel, er befindet sich auf der höchsten Stelle und ist Athene geweiht. Dessen Architekt war Pytheos, der auch das Mausoleum in Bodrum errichtet hat, welches zu den Sieben Weltwundern zählt. Der Tempel ist im ionischen Stil erbaut, im Cella befinden sich Statuen der Göttin aus Gold und Elfenbein. Die Verzierungen des Tempels sind beispielhaft für hellenistische Bildhauerei. Bis zur heutige Zeit sind von dem Bauwerk nur das Fundament und fünf Säulen erhalten geblieben.

Weitere Bauwerke in Priene sind die Agora, die mit einem Säulengang umgeben ist und zum einkaufen gedient hat, die heilige Stoa, dahinter ein gut erhaltenes Bouleterion, das 640 Personen fasste und in welchem ständig eine heilige Flamme brannte. Auf der unteren Terrasse befindet sich das Stadion und die Sportanlagen. Im Osten der Agora befindet sich der Zeusaltar, die Häuser der Reichen, der Ägyptische Tempel zu ehren von Anubis und Serapis, die heiligen Flächen der Demeter, eine Kirche und das Haus Alexanders des Großen. Das Theater wurde im 4. Jh. n. Chr. errichtet und ist eines der schönsten und wichtigsten Exemplare seiner Zeit. Es fasst 5000 Personen und ist bis heute gut erhalten. Wenn man von oben schaut, bietet sich ein unglaublicher Blick.

Der Tourismus in Aydın ist gut entwickelt, in der Türkei ist es vor allem wegen der Perlenzucht bekannt. Neben dem Meerestourismus, den Museen und Ruinenstätten hat die Region hinsichtlich verschiedenster Urlaubsmöglichkeiten ein gutes Potential. Die architektonischen Monumente aus der Zeit der Seldschuken, der Fürstentümer und der Osmanen, die warmen Quellen und Heilbäder, traditionelles Kunsthandwerk, regionale Festivals in Kamelringen und Kulturtourismus sind besondere Highlights. Für sportliche Aktivitäten wie Ausritte zu Pferd, Trekking, Fallschirmspringen, Golf, Tauchen, Jagen, Angeln, Schwimmen, Segeln oder Wassersportarten bietet Aydın unendliche Möglichkeiten.


KUŞADASI


Vom Zentrum der Provinz Aydın 71 km entfernt erstreckt sich entlang der Bucht von Kuşadası im Osten und Südosten die gleichnamige Ortschaft. Zum Landinneren hin ist Kuşadası von Bergen umgeben. Den Namen hat Kuşadası („Vogelinsel“) Dank einer in der Nähe gelegenen Bucht. Besonders attraktiv ist die Stadt durch ihren großen und modernen Jachthafen. Gegründet wurde der Ort bereits in ionischer Zeit unter dem Namen Neopolis. Im Mittelalter wurde die Stadt unter dem Namen Scala Nova neu gegründet. Im 15. Jh. ging sie an die Osmanen über. In dieser Zeit wurden die Stadtmauern und Aquädukte errichtet.

In Mitten von belebten Einkaufsstraßen befindet sich die im orientalischen Stil errichtete Öküz Mehmed Paşa Karawanserei, in der heute ein Luxushotel untergebracht ist. Der zweistöckige Osmanische Bau stammt aus dem Jahre 1618 und ist von hohen Mauern umgeben und verfügt über einen Innenhof. Die Karawanserei verfügt auch über eine Moschee und ein Hamam. Weitere wichtige Moscheen in Kuşadası sind auch die Hanım Moschee, die İbrahim Ağa Moschee, die Türkmen Moschee und die İki Oluklu Moschee. Auf der Taubeninsel wurde auf den Felsen die Byzantinische Festung errichtet, welche auch in Osmanischer Zeit eine wehrhafte Verteidigungsplattform war.

Mit der Çıban (Yavansu, Venüs) Heilquelle, 31 Trinkbrunnen und der Güzel Çamlı Quelle hat Kuşadası auch im Bereich des Gesundheitstourismus viel zu bieten. Der Nationalpark auf der Halbinsel Dilek bietet eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten wie Spaziergänge, Erholung und Wassersportarten. Im Park sorgen die Zeushöhlen, die Löwenhöhlen, eigenartige Bäume, Schluchten, Buchten, Strände und Picknickplätze für Abwechslung. Der Park befindet sich 23 km südlich von Kuşadası und 7 km westlich von der Urlaubsregion Güzelçamlı entfernt. Er hat eine besonders reiche Flora und Fauna. Noch immer leben dort der seltene Anatolische Leopard (Panthera pardus tulliana) und das vom Aussterben bedrohte Wildpferd. Im Kreis Davutlar von Kuşadası kann man auch die Ruinen der antiken Stadt Paionion besichtigen. Paionion war das Versammlungszentrum des Ionischen Städtebundes, der aus den zwölf Städten Milet, Priene, Myus, Ephesus, Kolophon, Eritrai, Klazomenai, Foca, Samos, Kios, Teos und Lesbos bestand.

Kuşadası ist eines der wichtigsten und best entwickelten Zentren der Türkei. Es verfügt nicht nur über die schönsten Buchten der Ägäis, es wurde auch entworfen, um die Freude der Urlauber noch zu steigern. Die Vergnügungszentren innerhalb der Stadtmauern bieten die gesamte Saison über Unterhaltungsmöglichkeiten für jeden Geschmack. Auch in der Umgebung von Kuşadası befinden sich eine Vielzahl von Stränden, Hotels, Motels, Campingplätze, Feriendörfer und Bars. Die Bedeutung von Kuşadası wird durch die Nähe der antiken Städte Ephesus, Priene, Milet, Didim, Heraklia, Hieropolis und Aphrodisias noch gesteigert.


MİLET


Milet befindet sich zwischen Priene und Didim, 20 km von Priene und 30 km von Söke entfernt in der nähe des Dorfes Balat. Die Stadt wurde auf einer Halbinsel gegründet, die an der Mündung des Mäanders zum Meer gelegen ist. Ebenso wie Priene handelt es sich um eine ionische Hafenstadt. Es ist die Geburtsstadt vieler großer Philosophen und Architekten. So stammten der Mathematiker und Astronom Thales, der Physiker und Naturwissenschaftler Anaximandros (610-574 v. Chr.) und sein Schüler Anaximenos (550-480 v. Chr.), der Architekt Hippodamos sowie Isidoros, der Baumeister der Hagia Sophia aus Milet.

Der Mythologie zufolge brachte eine der Töchter des Kretischen Königs Minos ihren Sohn Miletos in die Berge, um ihn vor Minos zu beschützen. Dort wurde er von Wölfen und Hirten großgezogen, ging nach Anatolien und gründete die Stadt Miletos.

Aus den Funden wird bestätigt, dass die erste Besiedlung bereits 1600 v. Chr. stattgefunden hat. Die ionische Stadt Milet hat sich nach dem 7. Jh. v. Chr. entwickelt. Die Stadt kam durch den Handel mit den Kolonien im Mittelmeer, Schwarzen Meer und Marmarameer zu Wohlstand. In der Mitte des 6. Jh. v. Chr. viel die Stadt, welche sich zu einem Zentrum für Handel, Kunst, Kultur und Wissenschaft entwickelt hatte, unter die Regentschaft der Lidyer und Perser. Die Perser brannten die Stadt im 5. Jahrhundert v. Chr. nieder und rissen sie ab. Nach den Griechen, Römern und Byzanz viel Milet unter die Herrschaft der Türken. Diese ließen sich in der Gegend des Dorfes Balat nieder.

Der Siedlungsplan war geometrisch. Ebenso wie in Priene wurden die Straßen rechtwinklig angeordnet, so das quadratische Parzellen entstanden. In der Antike hatte die Stadt Milet vier Häfen, die Überreste stammen aus griechischer und römischer Zeit. Wie in jeder Stadt, befindet sich auch hier ein Theater. Es ist auf einem Berghang gelegen und erstreckt sich über 30 bis 40 Meter. Während der römischen Zeit wurde das Theater so umgestaltet, dass es 19.000 Personen fasste. Über dem Theater erheben sich die Ruinen einer byzantinischen Festung. Auf der Rückseite des Theaters befinden sich ein Tritonrelief (halb Mensch, halb Fisch). Dort ist der Weg zum Hafen angezeigt. Zwischen dem Hafen und dem Theater befindet sich die für 15.000 Personen ausgelegte quadratische Stoa. Zwischen der südlichen Agora und dem Theater befindet sich das Faustina Bad, ein Tonnengewölbe aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Es handelt sich dabei um das am besten erhaltene Gebäude in Milet. Es gibt einen Warteraum, eine Umkleide, warme und kalte Zimmer, das Frigidarium und das Symbol der Stadt, einen mit einem Löwenrelief verzierten Brunnen. Der Serapistempel, das Bouleuterion, die mit Löwen verzierte Prachtstraße, welche vom Hafen in die Stadt führte, das Nymphanion, das Delpinion (der Ort des Apollona Altars) die Sportstätten und eine große Kirche sind weitere antike Bauten, die man in Milet besichtigen kann.

Im Süden des Theaters befindet sich der ebenfalls sehenswerte Ilyas Bey Komplex. Der Bau aus den Jahren 1403-1404 ist durch die türkischen Steinverzierungen besonders imposant. Die Marmorverkleidungen und farbigen Einlegearbeiten spiegeln die Besonderheiten aus der Zeit der Fürstentümer wieder. Die Karawanserei von Milet stammt aus dem 15. Jahrhundert.


DİDİM


Didim ist 73 km von Kuşadası und 110 km von Bodrum entfernt. Es handelt sich um eine Halbinsel, welche im Norden durch den Bafasee und den Mäanderfluss begrenzt wird, im Süden durch die Ägäis und im Osten durch die Bucht von Akbük. In der Antike befanden sich dort ein wichtiges Orakel und ein Apolloaltar. Das historische Didyma gehörte zu Milet. Eines Tages begegnete Apollo, der Gott des Lichts, der Sonne, der Musik und der Weissagungen in der Gegend von Didyma einem Hirten namens Brankhos, an dem er großen Gefallen fand. Er führte ihn in die Geheimnisse der Wahrsagekunst ein. Der Hirte Brankhos errichtete für die Brankhidmönche den ersten Apollotempel.

Die Spuren in der Gegend des Tempels reichen bis in das Archaische Zeitalter zurück. Der erste Tempelbau auf dem heiligen Boden des Apollon wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. begonnen und dauerte zweihundert Jahre. Im 5. Jahrhundert fielen die Perser über den heiligen Ort her, brannten ihn nieder und machten ihn dem Erdboden gleich. Die Schatzkammern wurden geplündert und eine bronzene Apollostatue wurde gestohlen. 150 Jahre später wurde diese erneut an ihren Platz gesetzt. Die Griechen, Seleukhosen, Pergamoner und Römer haben zu ihrer Zeit jeweils den Tempel erweitert, doch er wurde niemals fertig gestellt. Durch das Erdbeben im 15. Jahrhundert wurde er stark zerstört. Die heilige Straße von Milet nach Dydima, welches man auch als Brankidai (die Seher) bezeichnete, war zu beiden Seiten von Statuen, welche Apollo gewidmet waren und Mönche und Staatsmänner darstellten, umgeben. Die sehenden Mönche sagten niemals ein Wort über die Prophezeiungen. Sie gaben Antworten, welche einen großen Interpretationsspielraum ließen.

An der Stelle des alten Tempels befindet sich ein riesengroßer Tempel, mit dessen Bau Seleukos im Jahre 300 v. Chr. begonnen hat. Der im ionischen Stil erbaute Apollotempel verfügt auf seiner Schmalseite über zehn Doppelreihen, auf der Längsseite über 21 Säulen. Zusammen mit dem Pronaos befinden sich 124 Säulen im Tempel. Neben dem Pronaos befinden sich zwei Vorhöfe, welche die Verbindung zum Naosa herstellen. Die Säulensockel im vorderen Teil des Tempels sind mit hellenischen Motiven, wie dem Akantusblatt, Wellenlinien, Blumen, geometrischen Motiven und mythologischen Figuren verziert. Auf dem Tempelfries sind mythologische Figuren symmetrisch angeordnet. Gegenüberliegend sind Reliefs angebracht, welche Griffons darstellen. Das wichtigste Relief des Tempels stellt das Haupt der Medusa dar. Die Medusa ist entsprechend der Mythologie eine der Gorgonen (drei Schwestern), welche Ungeheuer der Unterwelt sind. Sie war die einzige sterbliche und jeder, der sie ansieht, erstarrt zu Stein. Auf dem Fries sind weitere Medusareliefs zu sehen. Diese Reliefs stammen vom Bildhauer Aphrodisias. Sieben Kilometer vom Tempel entfernt, in der Nähe des Leuchtturms, befindet sich der Poseidontempel, wo den Göttern geopfert und Gelübde abgelegt wurden.

Die langen Strände von Didim, die Buchten und mit blauen Flaggen ausgezeichneten Badestrände, das warme Meerwasser, die wichtigen Ruinenstätten und Vergnügungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass der Urlauber mehr als zufrieden ist. Fünf Kilometer südlich von Didim erstreckt sich über 1 km lang Altınkum, eine hervorragende Wahl für Touristen, die sich nach Meer, Sonne, Sand und Vergnügen sehnen. 15 km von Didim entfernt befindet sich die Akbük Bucht, welche neben einer Vielzahl von Unterkunftsmöglichkeiten besonders für ihre Wassersportmöglichkeiten bekannt ist.

In der Umgebung des Apollotempels kann man bei den Teppichhändlern oder in den Onyx- und Silberwerkstätten einen Einkaufsbummel machen oder in einem der Fischlokale am Ufer von Altınkum essen.


APHRODISIAS


Ihren Namen verdankt diese Stadt Aphrodite aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, der Göttin der Schönheit. Sie befindet sich 12 km südöstlich des Bezirks Karacasu in der Provinz Aydın und ist zwischen sanft abfallenden Hügeln und dem Meer gelegen. Es ist der größte historische Ort in der Türkei nach Ephesus. Die auf einem weitläufigen Areal angelegte Stadt Geyre (Aphrodisias) hat eine sehr alte Vergangenheit. Die erste Besiedlung fand 4000 vor Christus während der Kreidezeit statt. Der erste Name von Aphrodisiaswar Lelegonpolis. Später wurde es in Megapolis umbenannt. Im 13. Jahrhundert vor Christus war die Stadt als Ninos bekannt, ihre eigentliche Bedeutung erlangte sie im 1. Jh. v. Chr. In der Antike wurde hier Aphrodite verehrt, die Göttin der Liebe und des Überflusses.

Zu römischer Zeit entwickelte sich hier ein wichtiges Zentrum für Architektur, Wissenschaft, Philosophie, Kunst, Bildhauerei und Kult. Der Philosoph Alexander, der Schriftsteller Chariton sowie der Medizinforscher Xenocrates stammten aus Aphrodisias. Der Aphroditetempel zog viele Wallfahrer und Besucher in die Stadt. Kaiser Augustus, der erste Römische Kaiser, soll gesagt haben, dass er unter allen asiatischen Städten für sich selber Aphrodisias auswählen würde. Während byzantinischer Zeit wurde der Name der Stadt in Stavropolis umgeändert. Damals ging ihre Blütezeit dem Ende entgegen. Aufgrund von Bränden, Erdbeben und Angriffen wurde die Stadt zerstört und verlassen.

Während der Antike erfreute sich die Bildhauerei großer Beliebtheit, in Aphrodisias befand sich die größte Schule ihrer Zeit für diese Kunst. Die Stadt war aus großen, blaugrauen Marmorblöcken errichtet. Die Statuen, deren Marmor aus dem nahe gelegenen Babadağ stammte, waren von vortrefflicher Schönheit. Meister aus Pergamon kamen und setzten während römischer Zeit die Bildhauertradition fort und entwickelten einen neuen, nach Aphrodisias benannten Stil. Sie gründeten auch die Manieristische Schule. Die in aphrodisiatischen Stil gefertigten Sarkophage, Statuen, Portraits, Reliefs und Verzierungen wurden überall innerhalb des Römischen Reiches hin verschickt.

Am Eingang zu den Ruinen von Aphrodisias befindet sich heute ein Museum, in welchem man die vielen wunderbaren Statuen bewundern kann. In dem Museum befinden sich prähistorische Ausstellungsstücke sowie solche aus der Kreidezeit, lidysche Keramiken aus der Umgebung des Tempels, archaische, klassische, römische, byzantinische und frühislamische Gegenstände. Besonders Aufsehen erregend ist die Abteilung, in welcher Statuen, Reliefs und Sarkophage aus der Bildhauerschule von Aphrodisias aus dem 1.-4. Jahrhundert v. Chr. ausgestellt sind.

Die römischen Stadtmauern in der Umgebung sind 3,5 km lang. Etwas weiter hinter dem Museum gelegen, am Eingang zu dem heiligen Bereich der Aphrodite, befindet sich das Tetrapylon. Es besteht aus zwei Toren, die von achteckigen Säulen umrahmt und einem dreieckigen Kopfstück abgedeckt werden. In dem Stadion, welches für 30.000 Menschen Platz hat, wurden im 1. Jahrhundert verschiedene sportliche Wettkämpfe durchgeführt. Allerdings wurde es später zu einer Arena umfunktioniert. Vom Aphroditetempel, der auf das erste Jahrhundert datiert ist, sind heute noch 14 Säulen erhalten. Der Tempel wurde in byzantinischer Zeit in eine Basilika umgewandelt. Der Diözesanpalast ist ein Bau aus dem 5. Jh. Etwas davon entfernt gelegen ist das bis heute sehr gut erhaltene Odeon, welches als Konzertsaal und für Konferenzen genutzt wird. Die nördliche Säulenagora wurde bis ins 7. Jahrhundert verwendet. Die öffentlichen Gebäude wurden in einer meisterlichen Arbeit mit Marmorplatten verkleidet. Das Hadriansbad, das gut erhaltene Theater für 10.000 Personen sowie das mit Statuen und Mosaiken ausgeschmückte Odeon sind wahre Kleinode der Kunst. Weitere in der Stadt befindlichen Ruinen sind die Agora mit Wasserbassin, das Theaterbad, das Sebasteion, die Philosophieschule, deren Boden mit Mosaiken verziert ist, die Sportanlagen, ein byzantinisches Wohnhaus mit zwei Innenhöfen, ein Stadion sowie der römische Friedhof im Osten der Stadt.

Der Archäologe Prof. Kenan Erim hat 29 Jahre lang in der Stadt Ausgrabungen durchgeführt und wurde dort beerdigt. Die auf einem großzügigen Areal angelegte Stadt Aphrodisias zieht jedes Jahr rund 300.000 Besucher an. Die Erwartungen all jener, welche sich für Archäologie, Kunst und Geschichte interessieren, werden durch die Pracht mehr als erfüllt werden.