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[Erbauer unserer Kultur]


NASREDDİN HODSCHA (1208 - 1284)      


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Er ist ein türkischer Gelehrter. Er war der Pionier des Humors. Er wurde in der Gegend von Hortu in Sivrihisar geboren und starb in Akşehir. Sein Vater war Abdullah Efendi, der der Gebetsvorsteher der Gemeinde Hortu war. Seine Mutter war Sıdıka Hatun aus dem gleichen Dorf. Die grosse Liebe des Volkes zu ihm hat die Informationen über sein Leben mit Gerüchten vermischt und es wurden ihm aussergewöhnliche Eigenschaften zugeschrieben.
Es ist nicht ausreichend Nasreddin Hodscha als ein Mann einer bestimmten Zeit anzusehen und ihn nur nach den Ereignissen zu beurteilen die er erlebt hat. Ausser den Ereignissen die sich in seinem Leben abgespielt haben, zieht die Feinheit,die Bedeutung, die Satire und der Spott der Anekdoten die vom Volk ihm zugeschrieben und wieder vom Volk aus seinem Munde erzaehlt wird, die Aufmerksamkeit auf sich. Die Lebensart des anatolischen Volkes , dessen Spott- und Unterhaltungskultur, dessen Anekdoten und Lob-und Satirefaehigkeit wurden mit seinen Anekdoten zum sprechen gebracht. Im Mittelpunkt seiner Anekdoten steht Liebe, Satire, Spott, Laechlichmacherei, Widerspruch mit sich selbst, Bevorzugung der Milde durch feine und stichelnde Worte gegenüber der Haerte. Manchmal ist er dabei Weise oder unwissend, oder schlau, oder friedliebend, gleichgültig, schüchtern, impulsiv, verwirrt, aengstlich oder auch kühn. Vor allem der Widerspruch des Gegenübers mit sich selbst ist ein grundlegendes Element der Anekdoten.Diese Elemente zeigen das Verhalten und Denken des anatolischen Volkes gegenüber bestimmter Ereignisse. Das anatolische Volk hat es vorgezogen seine Gefühle so zu zeigen in dem es die Persönlichkeit von Nasreddin Hodscha in den Mittelpunkt seiner Anekdoten machte. Der Sprechende spricht mit dem Mund dessen der es sagen laesst. So kann das Volk, das was es sagen will, mit der Zunge von Nasreddin Hodscha aussprechen.
Nasreddin Hodscha tritt in seinen Anekdoten nicht als eine abstrakte Person hervor sondern mit einer eigenstaendigen Persönlichkeit und erlebten Ereignissen. Er legt die Reaktion oder die Zustimmung gegenüber einer Ereignis mit einem zum Lachen bringenden Ausdruck oder Verhalten. Zum Beispiel geht er eines Tages mit seiner alltaeglichen Bekleidung zu einer Einladung wo sich keiner um ihn kümmert. Danach geht er sofort nach Hause und zieht seinen auffaelligen Pelz an und kommt zurück. Diesmal machen sich alle daran ihn reichlich zu bewirten. Er erhaelt am Tisch den besten Platz. Aber anstatt Hodscha seinen Löffel zum Essen ausstreckt, streckt er seinen Pelz zum Essen hin und Sagt : “Hier iss, mein Pelz”. Somit wird die Reaktion des Volkes gegenüber dem Verhalten, auf die aeussere Erscheining mehr Wert zu legen als der inneren Werte durch Hodscha zum Ausdruck gebracht. An einem Ort wo er fremd ist wird er von Hunden angegriffen worauf er sich dann an die Steine die auf den Boden verlegt wurden klammert um sich zu verteidigen. Als er sieht dass alle Steine fest sitzen kommt seine Kritik prompt: “Was ist das für ein merkwürdiges Land. Sie haben die Hunde losgelassen aber die Steien fest gebunden!”.
Die Ereignisse dessen Zeugen er wird, spielen sich unter dem Volk ab. Hodscha hat es nicht gern sich unter den Adligen und hohen Hofbeamten aufzuhalten. Es gibt keine Anekdoten von ihm mit den seldschukischen Herrschern die zur gleichen Zeit geherrscht haben. Aber obwohl sie nicht in der gleichen Zeit gelebt haben gibt es Anekdoten von ihm mit Tamerlan. Zum Beispiel; Als sie sich im türkischen Bad wuschen fragt Tamerlan den Hodscha in grosser Eitelkeit wieviel er den in seinen Augen Wert sei, wenn man ihn als Sklave verkaufen würde. Als Hodscha 50 Akçe (Asper) als Wert angab, fand Tamerlan dass es zu wenig sei. Allein der Badeschurz den er traegt würde soviel Kosten. Der Hodscha gibt schlagfertig die Anwort: “Und ich hatte dem Badeschurz den Wert gemessen!”. Die Volksintelligenz hatte den Hodscha vor einem Herrscher wie Tamerlan, der alle fürchten liess, gestellt und wollte eigentlich sagen “Den Sack schlaegt man, den Esel meint man”. Hier wird nicht nur Tamerlan kritisiert sondern auch indirekt der Hofkreis, der von sich meint, dass er dem Volk überlegen ist.
In den Anekdoten von Nasreddin Hodscha nimmt sein Esel eine besondere Stellung ein. Er ist ohne seinen Esel undenkbar. Er ist sein Reittier und zur gleichen Zeit ein Element der Satire als auch des Spottes. Jemandem der ihn nach dem Zentrum der Welt fragt, zeigt er die Stelle auf der der rechte Bein seines Esels steht. Als der jenige der die Frage stellt nicht glauben will sagte er: “Wenn du nicht glaubst, kannst ja messen!”. Als der Hodscha mit seinen Schülern geht, setzt er sich auf seinen Esel verkehrt rum. Als man ihn fragt warum er den verkehrt rum sitzt sagt er:” Was soll ich denn machen, wenn ich richtig sitze bleiben die Schüler entweder hinter mir oder gehen vor mir. So kann ich ihre Gesichter nicht sehen und sie meine. Um uns von Angsicht zu Angesicht sehen zu können ist dies die einzige Lösung!”. So zeigt er, dass man bei einer Angelegenheit der anderen falsch erscheint, man etwas richtiges finden kann. Als man ihn an dem Ufer des Akşehir Sees sieht wie er versucht Joghurt anzusetzen fragt man ihn spöttisch:”Hodscha kann den überhaupt der See zum Joghurt werden” erwidert er: “Was wenn es doch klappt!”. Damit meint er eigentlich, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll. Sein Nachbar kommt zu ihm und will sich seine Waescheleine leihen. Daraufhin sagt er ihm, dass er Mehl auf die Waescheleine bestreut habe. Der schamloser Nachbar:”Wer bestreut den Waescheleine mit Mehl?”. Daraufhin sagt der Hodscha zu ihm: “Wenn ich sie nicht leihen will, kann ich sie mit Mehl bestreuen!”. Somit gibt er ihm eine offene Antwort. Als ein Bauer sich seinen Esel borgen will sagt er zu ihm dass der Esel nicht zu Hause ist. Aber der Esel faengt an vom Stall aus zu schreien. Der Nachbar sagt zu ihm: “Du sagst der Esel ist nicht zu Hause aber er schreit im Stall!”. “Bruder, willst du mir glauben oder dem Esel?”. Dies ist ein gutes Beispiel für seine Schlagfertigkeit.