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[Traditionelle Sportarten]


DAS BOGENSCHIESSEN      


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In der Geschichte verwendeten verschiedene Kulturen Pfeil und Bogen für unterschiedliche Bedürfnisse, wobei alle eine eigene Technik entwickelt haben.

Die Menschen in Mittelasien mussten unter schweren klimatischen Bedingungen ein Nomadenleben führen. Das Reiten, das Jagen und das Kämpfen waren für sie unabdingbar. Nahezu die meiste Zeit ihres Lebens verbrachten sie auf dem Pferd mit Jagen, Kämpfen, Essen und Trinken; sie haben sogar auf dem Pferd geschlafen. Die Bogenwaffe war das wesentlichste Utensil für diese Menschen, genauso bedeutend wie ihr Pferd. Ihre wichtigste Besonderheit hierbei war, dass sie beim Reiten in alle Richtungen schießen und auch treffen konnten. Aus Holz, Horn, Fasern und Leim wurden kleine, dehnbare und stabile Bogenwaffen gefertigt. Der heute als „Komposit (Zusammengesetzt)“ bekannte Bogen ist somit entstanden.

Die Technik des Bogenschießens auf dem Pferd, was die Seldschuken von den Nomaden Mittelasiens übernommen hatten, war auch später bei den Osmanen auf Kriegsschauplätzen oftmals zu sehen: Reitertruppen mit eliten Bogenschützen.

Die Techniken der Osmanen beim Bogenschießen stammen aus Asien. Sie zogen die Sehne wie bei allen anderen asiatischen Völkern mit dem Daumen zurück und ließen sie dann los. Diese Art und Weise war der heutigen Drei-Finger-Technik überlegen. Damals hatte der Schütze seinen Daumen mit einem besonderen Ring geschützt, der „Zihgir “ genannt wurde.

Die osmanischen Scharfschützen hatten ihre Hand, mit dem sie den Bogen angespannt hatten, mit einer speziellen Technik verschlossen, die „Mandal“ (etwa wie Klammer) genannt wurde. Zudem haben sie die Sehne nicht an die Brust, sondern zum Kinn herangezogen.

In der Osmanischen Kriegsgeschichte nahm die Bogenwaffe einen sehr wichtigen Platz ein. Kavallerien mit auserwählten Bogenschützen waren mehrere Jahre lang von strategischer Bedeutung.

Auf dem Pferd mit dem Bogen zu schießen, stellt eine besondere Kriegskunst dar, die außerordentliche Fähigkeiten mit viel Geschick voraussetzt. Durch den Steigbügel kann sich der Bogenschütze beim Schießen aufrichten und mit seinen Knien das Pferd beherrschen, wobei er mit seiner Kriegswaffe hantieren kann.

Mit ihrer Technik waren einst die Hunnen im Krieg gegen den Westen völlig überlegen. Selbst auf ihren hurtigen Pferden in Windeseile waren sie sehr wohl in der Lage, in die Ferne, zur Seite, vorwärts oder rückwärts zu schießen. Die Kunstfertigkeit hierbei war die rhytmische Gangart des Pferdes. Sobald sich beim Galopp die Pferdehufen vom Boden absetzten, hatten die Schützen augenblicklich und erschütterungsfrei ihre Pfeile geschleudert: Volltreffer, und Fassungslosigkeit bei den Gegnern.

Die Schießkunst und das Bogenschießen waren bei den Alt-Türken etwas sehr Ansehnliches und von großer Bedeutung. Bei den meisten Festen und Feiern fanden Wettkämpfe statt, bei denen entweder ein Volltreffer oder die weiteste Entfernung erzielt werden sollte. Bei manchen wiederum sollte das Ziel zuerst von der Front, dann seitlich und zuletzt von seiner Rückseite getroffen werden.