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[Traditionelle Sportarten]


DIE ABA- UND DIE AŞIRTMALI ABA-RINGWETTKÄMPFE       


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Diese Art vom Ringwettkampf gleicht weder dem Ringen bei dem die Körper der Gegner mit Öl eingerieben werden, noch dem Ringen auf der Matte . Er stammt aus Zentralasien und wurde auch in Anatolien unter dem Namen Aşırtmalı** Aba-Ringen beliebt und verbreitet. Auch heutzutage werden diese Ringkämpfe jährlich in der Stadt Gaziantep gehalten. Wenn seine Geschichte betrachtet wird kommt hervor, dass das Aba-Ringen weit zurückliegt und die Älteste unter seinesgleichen ist. Es ist unter den Skythen, Saken, Uiguren, Karachaniden, Mongolen, Usbeken, Kasachen, Tschagataiien und unter den Kızık-Türken, in den Regionen von Gaziantep und Antakia in der Türkei wohl verbreitet.

Das Aba-Ringen wurde in früheren Zeiten eher bei der Schulung zu militärischen Zwecken gehalten, damit die Soldaten in Form bleiben und diese bewahren konnten; wobei freizeitlich-sportliche Gründe auch zu nennen sind. Heute dient es nur zu freizeitlich-sportlichen Zwecken. Die Türken haben das Aba-Ringen überallhin mitgenomen, wo auch sie hingezogen sind. Judo, der Sport aus dem fernen Osten, ist eine andere Version des Aba Ringens. Man nimmt an, dass das “Hosen”-Ringen in Schweden erstmals während den Völkerwanderungen aus Zentralasien durch die Hunnentürken hierher fortgetragen wurde, die sich damals im baltischen Gebiet niederließen.

In der Türkei wird das Aba-Ringen in den Regionen von Hatay-Antakia und in Kahramanmaraş veranstaltet. Aber das spezielle Aşırtmalı Aba Ringen ist der Stadt Gaziantep eigen und wird nur hier abgehalten. Da die Ringkämpfer das sogenannte “Aba”, -einen ärmellosen Umhang aus Schafswolle und Ziegenhaar- tragen, hat dieser Ringkampf dessen Namen erhalten. Das Aba-“Gewand”, das bis zu den Knien des Ringwettkämpfers reicht, wird im Weberahmen per Hand gewebt. Die hintere Seite am Rücken und die Schultern werden mit Leder gestärkt, damit es lange hält. Es gibt viele Sorten vom Aba-Gewand: die “Einheimische” (rote oder bräunliche Aba), das Maraş Aba, Hamis Aba, Çuha Aba (aus Wolle), Siyah Aba (schwarz), Urfa Aba sowie Torun Aba.

Das Aşırtmalı Aba-Ringrn ist technisch und visuell anders gegliedert als die anderen Ringwettkämpfe. Die Ringer werden dem Alter nach eingeordnet. Sie ziehen sich das Aba-Gewand über und binden einen Gürtel um die Hüften. Sie kämpfen barfuß. Jeder hält den anderen am Gürtel fest und versucht seinen Gegner über sich zu werfen. Wer dies mindestens zweimal geschafft hat, wird der Gewinner.

Schon seit 30 Jahren organisiert die Verwaltung der Großstadt Gaziantep jährlich die Aşırtmalı Aba-Ringwettkämpfe. Zweckmäßig errichtete die Stadtverwaltung eine Anlage in 12km Entfernung vom Stadtzentrum.

Der größte Grund für die Unbesiegbarkeit der Türken bei Ringwettkämpfen (z.B. auf der Matte) ist, dass eine Vielzahl dessen einst in Anatolien stattgefunden haben und grundlegend für die Tradition der türkischen Ringwettkämpfe waren.

** AŞIRTMA:

1. etwas über eine Höhe oder über ein schwer passierbares Gebiet bringen.
2. entwenden, abservieren, fortbringen, wegbringen.
3. loswerden, vom Hals schaffen, entgehen.

Lokale Verwaltungen versuchen diese jahrhunderte alte Tradition stets aufrechtzuerhalten. Die Ringwettkämpfe mit eingeölten Körpern, das Aba-Ringen, das Aşırtmalı Aba-Ringen, das “Pumphosen”-Ringwettkampf sowie die berühmten Karakucak Ringwettkämpfe bilden die Grundlage des Türkischen Ringens von den Urahnen, wodurch Türkische Ringwttkämpfer weltweit Erfolg erzielt haben.

Unerlaubte Eingriffe im Aba-Ringen:

- Der Gegner, der seine Hand entwendet, darf den Gürtel des Gegners nicht
loslassen.

- Er darf mit den Händen nicht auf die Ferse des Gegners schlagen.

- Der umgeworfene Gegner darf seinen Kopf im Unterarm des anderen nicht bis zu
dessen Brust heranziehen.

- Der umgeworfene Gegner darf keinen Einzel- oder Doppeleingriff ausüben, indem
er den Gürtel des anderen loslässt.

- Eingriffe in den unteren Kniebereich sind nicht erlaubt.

- Der Ringwettkämpfer, der seinem Gegner am Nacken liegt, darf nicht an seinem
Hals drücken.

- Wer seine Arme breiter als 90 Grad ausstreckt, darf den Gegner nicht mit beiden
Händen angreifen.

- Keiner der Ringwettkämpfer (weder der Gewinner, noch der Verlierer) darf vom
Publikum applaudiert werden.

- Entwendungen per Hand dürfen nur mit der Rechten ausgeführt werden.

Der entscheidende Sieg oder die Niederlage beim Aşırtmalı Aba-Ringen:

- Der Ringer, der mit seiner Hand den Gegner am Gürtel haltend entwendet hat, hat
selber verloren, falls er den Gürtel loslassen sollte.

- Ein Niederfall des Ringwettkämpfers auf beide Schultern oder auf den Bauch lässt
ihn verlieren.

- Der Ringwettkämpfer, dessen Hüfte oder Schulter gänzlich den Boden berühren,
gilt als besiegt.

- Ein Niederwurf nach hinten, -oder etwas dergleichen- lässt nur dann gewinnen,
solange der Angreifende selber stabil stehen kann. Falls sein Rücken oder seine
Seite auffälligerweise den Boden berühren sollten, hat er selbst verloren.

- Falls der umgeworfene Gegner die Füße des Angreifenden vom Boden trennen
sollte, kann er ihn somit besiegt haben.