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VOLKSLITERATUR      


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Volksgeschichten, Lieder, Gedichte in Vierzeilern, Sprichwörter, Rätsel und Dorfschauspiele deren Schöpfer anonym sind, stellen einen Teil der Volksliteratur dar.

Die Derwischklosterliteratur (13.-16.Jahrhundert) stellt den religiösen Inhalt der Volksliteratur dar. Derwischklosterlieder wurden mit speziellen Kompositionen wie Gebetshymnen und religiösen Liedern gesungen. Wenn auch die Derwischklosterliteratur arabische und persische Wörter beinhaltet, war sie leicht verständlich. Versdichtung mit Viertelnoten und silbenzählendem Versmaß wurde bis zuletzt benutzt. Die wichtigsten Vertreter dieser Literatur sind Yunus Emre, Nesimi, Kaygusuz Abdal, Hacı Bayram Veli, Hatayi und Pir Sultan Abdal.

Die Troubardourliteratur, die einen anderen Teil der Volksliteratur darstellt, umfasst die Zeitepoche zwischen dem 16.Jahrhundert bis in unsere Zeit. Volkssänger, die man auch Troubadouren nannte, sind mit ihren Instrumenten (Langhalslauten) durch Anatolien gewandert und dadurch diese Tradition ins Leben gerufen. Karacaoğlan, Âşık Ömer, Gevheri, Dertli, Dadaloğlu, Erzurumlu Emrah, Bayburtlu Zihni, Ruhsati, Sümmani, Âşık Veysel und Ali İzzet Özkan sind einige Beispiele hierfür.

Zu den anonymen Volksliteraturwerken zählen Gedichte in Vierzeilern, Gedichte, Klagelieder, Wiegenlieder, Rätsel und Schnellsprüche.

Gedichte in Vierzeilern sind anonyme Gedichte in vierteiligem Takt, bestehend aus sieben Silben, die man zu jedem Thema singen kann.

Die Klagelieder haben die Gefühle und Gedanken nach schmerzhaften Geschehnissen, wie z.B. den Tod, zum Ausdruck gebracht.

Wiegenlieder sind Versdichtungen, die in Begleitung von Melodien in vier Verszeilen gesungen werden. Diesen Verszeilen werden im Nachhinein auch Wörter hinzugefügt, die Gefühle, Gedanken, Glauben, Hoffnungen, Träume, Freude und Schmerzen beim Schlafengehen und Streicheln des Kindes zum Ausdruck bringen.

Rätsel sind Spiele, in denen die Eigenschaften eines Gegenstandes angedeutet werden, die dann von den Zuhörern geraten werden müssen. Die ältesten Rätseltexte der türkischen Literatur findet man im Codex Cumanicus, die 1303 in Kumansprache geschrieben wurden. In dem Codex befinden sich 46 Rätseln.

Bei den Schnellsprüchen werden vom Versmaß und vom Reim Gebrauch gemacht. Gefühle, Zustände, Träume werden in übertriebener Weise und auf seltsame Art, widersprüchlich, komödienartig, vergleichend, mit kurzen Definitionen und Assoziationen sowie klischeemäßigen Sprüchen in Gedichtsform verfasst.

Sprichwörter sind klischeemäßige Sprüche, die mit wenigen Worten eine Idee, einen Rat exakt und genau beschreiben und von den Urvätern stammen.

Idiomatische Ausdrücke sind klischeemäßige Worte, die sich von ihren ursprünglichen Bedeutungen etwas entfernt haben und von denen neue Begriffe enstanden sind.

Legenden sind Werke der Volksliteratur. Thematisieren reale und unreale Geschöpfe, Orte und Vorfälle, außergewöhnliche Eigenschaften. Legenden bilden anonyme Literaturwerke, an dessen Erzählungen man glaubt und die dem individuell-gesellschaftlichen Leben einer Person eine Richtung geben.

Märchen sind kurze Erzählungen und Phantasieprodukte, die mit der Wahrheit nichts zu tun haben. Das Erzählte als glaubwürdig darzustellen wird eigentlich auch nicht bezweckt. Man untersucht Märchen unter drei Kategorien: Tiermärchen, außergewöhnliche Märchen und realistische Märchen.

Volksgeschichten treten als kurze oder nicht zu kurze Formen hervor; manche sind einfache, kurze Geschichten, die sich um einen einzigen Fall ereignen, und andere Geschichten wiederum, die sehr lange dauern, kreuzen sich selten und werden nacheinander erzählt.

Diese Geschichten werden auf Hochzeiten, in Dorfkammern in langen Winternächten, in und um die Städte und Kleinorte in Ramadannächten in Kaffeehäusern erzählt. Die berühmten Geschichtenerzähler und Troubadoure waren Menschen, die nach einer Lehrlingszeit das Geschichtenerzählen sich zu einer Kunst angeeignet haben. Heute gibt es in der Türkei immer noch kleine Orte, in denen die Tradition des Geschichtenerzählens lebendig gehalten wird.