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DIE KUNST “EBRU“      


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Ebru, ist eine Papierdekorationstechnik bei der flüssige Farben auf einen Schleimgrund aufgetragen werden. Die Motive werden auf Papier übertragen. Das wichtigste bei dieser Kunstart ist, dass ein Motivbild nur einmal auf Papier übertragen wird und kein zweites Mal ein gleiches Motivbild auf Papier dargestellt werden kann. Nur ähnliches kann erstellt werden. Ab dem 16. Jh. wird die EBRU –Kunst schon vielmehr eingeführt besonders bei den Einbändern der handschriftlichen Bücher, an den Rahmen der Tafeln und Strophen. Ähnliche Techniken wurden ab dem 8.Jh. in China, ab dem 12. Jh. in Japan und ab dem 16.Jh. in Indien, Persien und bei den Osmanen durchgeführt. Am Ende des 16. Jh. wurden marmorierte Papiere von den Deutschen Touristen mitgenommen oder die Türkischen marmorierten Papiere wurden nach Deutschland, Frankreich und Italien übertragen. Bei EBRU werden nur natürliche Erdfarben benutzt, diese werden in rechteckigen Mulden verarbeitet. Um eine kleisterartige Flüssigkeit zu erhalten wird in die Mulde etwas Tragant hinzugefügt. Damit die Farbschichten sich in diesem Kleistergrund nicht vermischen, werden in die Farben Rindergallen beigegeben. Anhand Stäbchen oder Kämmen werden die schwimmenden Farben manipuliert. Die Pinsel die bei dieser EBRU- Kunst benutzt werden, werden aus Rosenbaum-Zweigen erzeugt, die mit Pferdeschwanzhaaren umwickelt werden. Aufgrund der Gallen wird beim Umrühren der Farben in der Mulde keine Mischung entstehen. Dieses Muster nennt sich Steinmuster. EBRU- Muster die dem Somaki- Marmor ähneln nennt man Somaki- -EBRU. Wenn man mit der Hilfe eines Stäbchens wie bei dem Steinmuster in der Flüssigkeit nach oben und unten, nach rechts und links verschiedene Bewegungen ausübt entsteht ein schraffiertes Muster. Wenn diese Bewegungen kreisförmig ausgeübt werden, erhält man ein Schalmuster. Bei spiralförmigen Bewegungen bis zur Mitte auslaufend erhält man ein Vogelnest-Muster (Bülbülyuvası). Um ein Kamm-Muster zu erhalten wird in der Kleistrigen Flüssigkeit ein Kamm mit feinen Drähten herumgeführt. Wenn auf das schraffierte Muster ein Kamm-Muster ergänzt wird, dann erhält man ein wirkvolles Bild. Wenn man auf diese verschiedenen Muster dunkle und feste Farben bestreut, erhält man ein Streumuster. Wenn man zugleich Erdöl hinzufügt, erhält man ein Muster mit Erdöl. Bei diesen Mustern erhält man auch kleine Lücken. Wenn die Flüssigkeit in der Mulde schmutzig wird, erhalten die Farben Pünktchen und man bekommt ein Sandmuster. Bei der Schriftkunst wird am meisten die leichte EBRU- Kunst eingeführt. Weil leichte Farben benutzt werden, nennt es sich leichte EBRU. Ein weiters Muster welches Prediger-Muster genannt wird, wurde von dem Prediger der Ayasofia (1773) ausgebildet. Es werden auf einen leichten Farbengrund anhand eines feinen Drahts dunkle Farben aufgetropft. Mit einer feinen Nadel werden anschließend verschiedene Formen wie Herz, Stern und Glücksrad dargestellt. Der berühmteste Ebru- Künstler ist Necmeddin Oyay. Im Jahre 1918 fing er an verschiedene Blumensorten wie Tulpe, Rose, Nelke, Stiefmütterchen, Papaver bei der EBRU- Kunst darzustellen. Diese bekamen den Namen Necmeddin – Muster. In der Mulde wird auf das Muster ein Papier aufgeklebt, aber es muss darauf geachtet werden, dass dazwischen keine Luft bleibt. Nach 15 Sekunden wird das Papier an den Ecken bis Muldenkante entlang gezogen. Das Muster wurde hiermit auf das Papier übertragen und anschließend getrocknet. Die heutigen EBRU- Künstler sind Mustafa Düzgünman, Niyazi Sayın und Hikmet Barutçugil. Außerdem wurde diese Kunst weitergebildet und wird heute auf Glas, Keramik, Kachel und Textilien angewendet.