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MINIATUREN      


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Miniaturen sind Bilder, die auf Handschriften dazu dienen, dem Text eine Klarsicht zu gewährleisten. Das Wort stammt aus dem lateinischen Wort miniare d.h. mit roter Farbe ausmalen. In der Osmanischen Sprache wurde es als „nakış“ und der Künstler dafür als „nakkaş“ bezeichnet. Die ersten Beispiele für die Miniaturen- Bildkunst konnte schon im 8-10 Jahrhundert bei der Zeit der Oguren erkannt werden. Miniaturen, die zur Schilderung der Texte bezüglich der „mani“ Religion dienen werden bei den Ogurischen Miniaturen Priester, Stifter und Musiker gezeichnet. Nach dem Jahr 750 haben die Oguren auf den Miniaturen überwiegend Portraits gezeichnet. Sie haben versucht die persönlichen Eigenschaften der Menschengesichter zu widerspiegeln. Bei den ersten schematischen Zeichnungen wurden besonders chinesische, persische, indische Menschentypen gezeichnet. Die Wandbilder der Ogurischen Städten wie Kızıl, Bezeklik und Hotan weisen darauf hin, dass die Quellen der Miniaturen sich in diesem Gebiet befinden. Bei den Miniaturen auf den Handschriften der Seldschuken zwischen den Jahrhunderten 11-13. sind wissenschaftliche, naturwissenschaftliche und literarische Varietäten zu entnehmen. Der berühmte Wissenschaftler Dioskoides (40-90) und sein Werk“ De Materia Medica“ (ein Buch über Medizinwissen), der arabische Astrologe Es-sufi und sein Werk über die Astrologie „Kitab suvar-el –kevakıb-es-sabıta“ (=das Buch der Sterne)(964), der Ingenieur zu Artuk Cezeri und sein Werk „Otomata“ (12-13 Jh.), das Werk „Kitabı Tiryak (1199) über Naturwissenschaften und Gegengift welches Pseudo-Galenos zugeschrieben wird. Auf den Miniaturen dieser Handschriften werden Menschenrassen wie Christen, Habesch, Sami und Seldschuken alle zusammen widerspiegelt. Nachdem der Herrscher Fatih Sultan Mehmet im Jahre 1453 Istanbul eroberte und die Stadt als Hauptstadt der Osmanen angekündigt hatte und sich anschließend im Topkapı Palast niederließ, wurde hier im Palast ein Nakkaş- Atelier (Nakkaşhane) gegründet. Bei diesem Atelier wurde das Programm der Motive von dem Nakkaş- Künstler bestimmt. Es befand sich in diesem Nakkaş- Atelier eine Arbeitsgruppe unter der Aufsicht eines Nakkaş- Künstlers der der der so genannte Nakkaş- Meister war. Von den nicht vollständigen Miniaturen sind heute zu erkennen, dass zuerst die Motive auf die Flächen gezeichnet und anschließend diese Motive mit Farben ausgemalt worden sind. Der Herrscher Fatih hatte in der Zeit einige berühmte Künstler des 15. Jahrhunderts wie Gentile Bellini und Constanzo de Ferrara aus Italien zu sich eingeladen um sein eigenes Portrait anfertigen zu lassen. Die Nakkaş- Künstler des Osmanischen Palastes waren sehr beeindruckt davon und dadurch bekamen die Miniaturen bezüglich Portraits einen anderen Hinblick. Es befindet sich in der Bibliothek des Topkapı Palastes ein Album welches als „Album von Fatih“ bezeichnet wird und worin sich verschiedene Miniaturen des Künstlers Muhammet Siyah Kalem befinden. Die Miniaturen woran man chinesische und Ogurische Effekte erkennen kann sind frei gezeichnete Miniaturen die keinen Zusammenhang mit Handschriften haben. Anhand der Bekleidungen der Figuren, Rassen, Themen und Dämonen kann man deutlich feststellen, dass diese Miniaturen eine Verbindung zu Ordenswesen hatten und dass sie von vielen verschiedenen Künstlern erstellt worden sind. Bei der klassischen Periode ist zu erkennen, dass die Miniaturen mit Themen wie Literatur und Geschichte verbunden waren. Die meisten literarischen Miniaturen sind persische Klassiker oder sind Kopien von den Miniaturen Türkischer Werke z.B. Ali Şir Nevai, Hamdi Çelebi, Fuzuli usw. Die hauptsächliche Entwicklung in diesem Bereich zeigt sich während der Ausbildung der Miniaturen-Kunst über das Thema Geschichte und deren Handschriften. Die wichtigste Eigenschaft der Osmanischen Miniaturen ist die Anstrebung der Widerspiegelung der Geschichte. Die erste größte Osmanengeschichte wurde bei der Zeit des Herrschers Kanuni Sultan Süleyman von dem Historiker Fethullah Arifi in 5 Bändern zusammengefasst. Das Werk heißt „Tarih-i Al-i Osman“. Diese Miniaturen bezeichnen das Staatssystem und das Sozialleben, den zivilen - und militärische Kreis um den Herrscher. Diese Themen werden als eine Komposition schematisiert. Die ikonografischen Spezifikationen werden in späteren Zeiten als Beispiel genommen. Um die historischen Tatsachen zu beurkunden, folgten die Osmanischen Nakkaş- Künstler den topografischen Miniaturen und sie arbeiteten an Naturwesen und die Niederlassungen bis auf die kleinsten Einzelheiten. Der berühmte Nakkaş- Künstler Matrakçı Nasuh war bei den Kämpfen in Ungarn und Irak mit dem Herrscher Kanuni zusammen, das berühmte Werk von ihm heißt Mecmua-i Menazil und in diesem Werk werden von Bagdad bis Tebriz über 100 Städte und Dörfer mit allen Einzelheiten übertragen. Ein weiterer berühmter Nakkaş- Künstler in der Zeit von Kanuni ist Nigari, er entwickelte den Aspekt des Portraits, welche aus der Zeit von Fatih stammten. Außer Kanuni wurde auch Francois I und Karl der V. von ihm gezeichnet. Nach der zweiten Hälfte des 16. Jh. wurde die Miniaturkunst ein Klassiker in der Richtung des Nakkaş- Künstlers Osman, er war ein Künstler des Nakkaş- Ateliers von dem Palast. Bei der Zeit des Herrschers Selim der II. hatte der Miniaturenmaler Osman und seine Schule an vielen Handschriften –Bearbeitungen teilgenommen. Es wurden viele Werke über das Thema Geschichte erstellt wie z.B. Hünername, Şehname-i Selim Han, Tarih-i Sultan Süleyman, Şehinşehname, Nusretname, das Werk über die Beschneidungsfeier namens Surname von Şehzade Mehmet, das Portrait-Album des Herrschers namens Kıyafet-ül-insaniye fi Şemail- el-Osmaniye, das Werk über die Geschichte der Propheten; Zübdet-üt-Tevarih und das Werk über das Leben des Propheten Mohammeds; Siyer-i Nebi sind die berühmtesten Werke von dem Miniaturenkünstlers. Der Künstler Osman bevorzugt mehr bei seinen Miniaturen einen schlichten und nicht sehr detaillierten Stil. Die Miniaturen der Herrscher werden groß dimensioniert. Jedes Mal wird der Herrscher mit den bedeutenden Personen umkreist welche in einer bestimmten Reihenfolge eingerichtet werden. Die Beziehungen zwischen den Figuren wurden entweder mit Blicken oder Handbewegungen verknüpft. Bei der topografischen Erzählung werden alle Einzelheiten, z.B. bei der Bezeichnung der Natur mit den Farben rose, grün und lila ausgemalt. Diese sind jedoch Pastelltöne die nicht mit tatsächlichen Farben identisch sind. Aber dieses ist die Folge der Tradition der topografischen Malerei. Bei seinen Miniaturen wurden Menschen von verschiedenen Gebieten mit verschiedenen Zeichen und Bewegungen aufgeführt. Dieses wurde nicht auf einer langweiligen Art gemacht. Ab dem 17. Jh. ändert sich das Thema. Die Miniaturen beziehen sich von nun an nicht auf Geschichte sondern es werden Album-Bilder mit einzelblätterigen Miniaturen erstellt. Bei diesen Miniaturen wurden verschiedene Themen und Arten gezeichnet und die Einrichtung wurde nicht in einer Hierarchie erstellt, sondern ganz nach Belieben. Zu dieser Zeit kam aus Europa die Laubsäge-Druckerei. Diese und ähnliche Materialien brachten die Nakkaş- Künstler auf neue Perspektiven und Versuchsideen. Bei der Zeit des Herrschers Osman II (1618-1622) wurde von dem Nakkaş- Künstler Nakşi bei den Miniaturen zu Şakayık-ı Numaniye an Portraits und Perspektiven gearbeitet und wurde auch von dem nachfolgenden Nakkaş- Künstlern als Vorbild genommen. Ein berühmter Nakkaş- Künstler des 18. Jh. ist Levni. Levni brachte einen neuen Stil hervor. Eines der berühmtesten Werke von Levni ist die „Surname“, worin die Beschneidungsfeier von den Söhnen Ahmet den II. aufgezeichnet wurde. Levni zeichnete die Figuren von verschiedenen Gebieten und mit verschiedenen Bekleidungen als einzelne Figuren. Levni und Buhari arbeiteten an einzelnen Figuren. Beide Künstler zeichneten diese Figuren ganz auf einer realistischen Weise, z.B. tanzende Figuren, mit den Kleidungen passend zu der Periode, Figuren mit Blumen in der Hand und Figuren im Türkischen Bad. Ali Üsküdari zeichnete anpassend zu der „Tulpenperiode“ Blumenbilder, die Bücher über Gedichte wurden mit Blumen wie Tulpen, Rosen, Hyazinthen dekoriert. In dieser Periode vermehrten sich die Bildbänder für Kleidungen und wurde auch in dem 19. Jh. verarbeitet. Ansonsten wurden die Portraits der Herrscher und die heiligen Übergaben, die Städte Medina und Mekka sowie der Paradiesbaum auf einer dreidimensionalen Weise verarbeitet und es wurden Perspektive ausgeübt.