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[Zivilisationen in Anatolien] [Antike Zivilisationen]


DAS REICH DER IONIER      


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DAS REICH DER IONIER

Am Ende der Völkerwanderungen aus den Balkanen im Jahre 1200 v.Chr. war das Reich der Hethiter in Anatolien geschwächt. Nachdem das Reich im Osten und Südosten in kleinere Reiche zerfallen war, ging es später um 700 v.Chr. völlig zugrunde.

Der hethitischen Epoche fogend, existierten in Anatolien neben der Kultur der Phrygier, auch die Kulturen der Lyder, Lykier, Karier, Urarts und die der Ionier. In der Zeit, in der das hethitische Reich zerfiel, gaben die Dorier, die aus dem Norden Griechenlands kamen, der Kultur der Achäern ein Ende. Die Achäer, die von den Doriern flüchteten, kamen an die westanatolische Küste. Außer ihnen, folgten den Äolem auch die Dorier und wanderten aus Griechenland nach Anatolien aus. Nach den Autoren der Antike begannen die Söhne Androklos und Melenaus des Athenischen Herrschers Kodros mit den Zügen. Als die Griechen in dieses Land kamen, lebten hier die Mysianer, Leleger, Karier und die Pelasglaren. Den nördlichen Teil von Karien eroberten die Achäer, den südlichen Teil die Dorier.

Von den Ausgrabungen in Bayrakli / Izmir ausgehend, haben Griechen ab 1050 v.Chr. an den Küsten der Halbinseln kleinere ionische Städte gegründet. Die Ionisierung im ägäischen Raum setzte sich auch in den folgenden Jahrhunderten fort, sodass Westanatolien im 5.Jh. v.Chr. einen ionischen Charakter erhielt.

Die ersten griechischen Einwanderer an den Küsten der Ägäis waren die Äolem, die zwischen dem heutigen Çanakkale (Dardanellen) und Izmir mehr als 12 Siedlungen gründeten. Sie ließen sich in den Städten Sultanhisar, Larisa (Larissa), Yanıkköy (Neonteikos), Çandarlı (Pitane), Kyme, Çıfıtkalesi (Gryneion) sowie auf den Inseln Midilli (Lesbos) und Bozcaada (Tenedos) nieder.

Die Ionier haben die Niederlassungen der Äolem im 10 Jh. v.Chr. erobert. Nachdem die Dorier die Herrschaft über ganz Griechenland erlangt hatten, kamen sie auf die Inseln Kreta, Tera, Melos und Rhodos und gründeten in Westanatolien ihre Städte wie Datça (Knidos) und Bodrum (Halikarnas) .

Mit ihren Nachbarn in Anatolien, den Phyrigiern und Lydiern, hatten Ionier gute Beziehungen. Anfangs beschäftigten sie sich mit dem Ackerbau. Mit der Zeit haben sie bedeutende Städte errichtet. Aufgrund ihren Beziehungen, wurden die Ionier ab dem 8.Jh. von den Ägyptern, den Phöniziern, Assyrern und den Hethitern beeinflusst. Diese „östlichen“ Einwirkungen, haben sie mit ihrer eigenen Kulturauffassung, ihrem kulturellen und künstlerischen Reichtum vermengt und somit die Grundlagen der gegenwärtigen westlichen Kultur geschaffen. Die Ionische Kultur hatte ihre Glanzzeit zwischen 650- 545 v.Chr. In dieser Epoche wurde Ionia ein sehr bedeutendes Kulturzentrum, sogar bedeutender als Mesopotamien und Ägypten. Die 12 Städte; Milet (Miletos), Efes (Ephesus), Avşar (Myus), Güllübahçe (Priene), Değirmendere (Kolophon), Ildırı (Erythrai), Sığacık (Teos), Urla (Klazomenai), Foça (Fokaia), Gümüldür (Lebedos), Sakız Adası (Insel Khios) und Sisam Adası (Insel Samos) bildeten den Ionischen Bund. Es gab auch andere Ionenstädte wie z.B. Magnesia oder Metropolis, die aber diesem Bund nicht angehörten.

Die Stadt Paionion war das religiöse und politische Zentrum der Ionischen Einheit. Jede Stadt war ein Stadtstaat. Da die Städte Miletos und Ephesus an den Handelreuzwegen lagen, konnten sie sich weit entwickeln. Die Häfen der Städte, die auch ihre eigenen Kolonien waren, überfüllten sich mit Handelsschiffen, die aus dem Schwarzen Meer, der Ägäis und dem Mittelmeer kamen.

Beim Handel zwischen Asien und Europa wurden sie sehr wirksam und wurden den Phöniziern zum Konkurrenten. Die ionischen Städte, die zunächst unter der Herrschaft der Phyrigier, später unter die der Lydier gerieten, waren bezüglich ihrer Kultur frei. Nachdem die Lydier im Jahre 546 v.Chr. den Persern unterlagen, geriet Westanatolien unter die Herrschaft der Perser. Die Perser verwalteten Anatolien mit ihren Stadthaltern. Unter der persischen Herrschaft wurde Ionia der Stadthaltung Sardes angeschlossen. Die persische Herrschaft (545-333 v.Chr.) übte wirtschaftlichen sowie politischen Druck auf ionische Städte aus. Die Ionier vereinigten sich und verwirklichten 500 v. Chr.einen Aufstand gegen die Perser. Obwohl die ionischen Städte anfangs erfolgreich waren, haben die Perser die Stadt Milet verbrannt und vernichtet, die sehr reich und entwickelt war, sodass der Aufstand ein Ende nahm. Die Perser haben auch Griechenland, da es den Ioniern beim Aufstand geholfen hatte, den Krieg erklärt.

Das Volk, das aus Griechenland kam und sich mit dem einheimischen Volk in Anatolien vereinte und somit den Namen Ion erhielt, hat diese Kultur , die Architektur, die Kunst und die Philosophie vom antiken Griechenland weitaus beeinflusst. Der leichte Verkehr und infolge des Handels sowie des Zusammenlebens mit der Kultur des Ostens, insbesondere der Kultur der Phönizier, führte dazu, dass auch die griechische Kultur sich entfaltete. Das antike Griechenland hat im 8. Jh. v. Chr. die Schrift von den Phöniziern gelernt. Die alte Ionische Schrift hatte den Namen „foinikeia“. Nachdem das Alphabet der Ionier im Jahre 403 v. Chr. offiziell anerkannt wurde, verbreitete es sich in weiten Gebieten aus. Die Legende von Ilyada und Odyssee verbreitete sich zwischen Eoller und Ionien aus und datiert das 8. Jh. v. Chr. Homeros, der Dichter dieser Legenden, der sie vom Ionischen Dialekt harmonisiert und zu einer Ganzheit gebracht hat, war aus Izmir. Diese Legenden, die eine große Wirkung auf die Griechen erzielten, bestimmten auch die Religion der Griechen und waren für die Künstler eine unerschöpfliche Quelle. Das Homeros diese Legenden geordnet und zusammengefasst hat, trug auch für die Kulturelle Einheit der Griechen erheblich bei. Außer Homeros sind folgende Dichter zu den Ionischen Dichtern zu zählen: Minermos (Kolophon), Demodokos (Milet), Anakreon (Teos) und Sappho (Lesbos).

Obwohl die Ioner von der altägyptischen und der östlichen Kultur beeinflusst war, haben sie keine Schwierigkeiten gehabt um eine bestimmte Denkweise zu erschaffen. Die Philosophie allerdings ist das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung. Die bedeutendsten Philosophen des antiken Griechenlands haben in West-Anatolien gelebt und ihre Lehren haben sich von hier aus nach Griechenland ausgedehnt. Ksenofenes aus Kolophon hat die Ionische Philosophie in Griechenland verbreitet und eine Philosophie-Ecole gebildet. Im 6. Jh. v. Chr. hat sich in Ionien unter den gebildeten eine bestimmte Denkweise entwickelt. In einer Lebensweise in der mehrere Götter verehrt wurden, wurden die Naturerscheinungen nicht der Tatkraft der Götter zugeteilt, sondern es wurde versucht diese mit den Naturgesetzen zu erklären. Die Philosophen in Ionien, die die Wissenschaft in den Vordergrund setzten, lebten in den Städten Ephesus und Milet.

Der Philosoph, Mathematiker und Astronomie-Gelehrter Thales aus Milet behauptete, dass Wasser die Substanz aller Dinge sei. Die Sonnenfinsternis vom Jahre 585 v. Chr. an den Küsten von Anatolien hatte er bereits vorher berechnet gehabt. Anaskimandros, ein weiterer Physiker und Naturgelehrter aus Milet (610-574) hat die Substanz aller Dinge nicht mit einer einzigen bestimmten Materie in Zusammenhang gebracht, sondern hat von der Unendlichkeit und Unbeschränktheit gesprochen. Heraklitos aus Ephesus, der zwischen den Jahren 540-470 v. Chr. lebte, gab an, dass nicht von einer einzigen Wirklichkeit gesprochen werden kann, sondern dass die Wirklichkeit entsprechend des Auffassungsvermögens des Menschen ist. Alles im Weltall ist in Bewegung und Verwandlung. Anaksimenos (550-480 v. Chr.), ein anderer Philosoph aus Milet, der Schüler von Anaksimandros behauptete, dass alles von der Luft entsteht und wieder zu Luft wird und die Luft, die eingeatmet wird, eigentlich die Seele ist. Der sophistische Denker Anaksagoras (500- 428 v. Chr.) aus Klazomenai behauptete, dass nicht alles sich zu seinem Gegenteil verwandelt und mit einer einzigen Substanz die Verwandlung auch nicht zu erklären sei, so wie Heraklitos behaupten würde. Satz fehlt!!!!! Im 5 Jh. v. Chr. hat Leukippos aus Milet die Atomtheorie erstellt. Nach Diogenes (423-327 v. Chr.) ist die Ethik das beste Gut aller Dinge. Der Kern der Philosophie ruht auf der Bescheidenheit und der Natur.

Man sollte den Enthusiasmus und die Verschwendung sein lassen und seine Bedürfnisse auf das Wenigste beschränken. Vor Sokrates versuchten die Philosophen in Anatolien den Kosmos zu verstehen und in diesem Kosmos den eigenen Stellenwert zu erforschen. Epikur (341 v. Chr.) aus Samos sagte:“ Die Lust ist Anfang und Zweck des Lebens“(Anfang und Zweck des Lebens ist die Lust). Um glücklich zu sein benötigt man Freundschaft, Freiheit und Gedanken. Hippokrates (460-375 v. Chr.) aus Istanköy (Kios) wird auch als Vater der Heilkunst angesehen. Er hat die Medizin von der Philosophie getrennt und hat versucht ihr eine eigene wissenschaftliche Basis zu verschaffen.

Die Ionischen Städte wurden zwecks Verteidigung auf hohen Hügeln, die Akropolis genannt wurden, gebaut. Die Städte waren mit hohen Stadtmauern, die Türme besaßen, umgeben. Ab dem 5. Jh. v. Chr. wurden in den Städten wie Priene, Milet und Heraklien ein Straßennetzplan angewendet in der die Bauten zwischen parallel verlaufenden, steilen Straßen Inseln bildeten. Diese Baukonstruktion war nicht geeignet um monumentale Bauten anfertigen zu können.

Priene, die auf steilem Abhang konstruiert ist, bildet ein gutes Beispiel für einen Straßennetzplan. Größere Bauten wurden auf verschiedenen Flächen verteilt, um die Eintönigkeit zu beheben. Die Städte besaßen eine Agora, die zwar früher ein Versammlungsort war, später im 5. Jh. v. Chr. jedoch als Marktplatz benutzt wurde. Weiterhin besaßen die Städte eine Stoa, Tempel, als Konzertsalon den Odeon, als Ratsgebäude das Bouleuterion, das Gymnasium, in der Erziehung sowie Leibeserziehung gegeben wurde, ein Theater, in der die Sitzreihen an einem Hügel angereiht wurden, monumentale Brunnen, ein Stadium, in der Sport-Vorführungen unternommen wurden, sowie einfache Häuser. Die Nekropole in der sich die Gräber befanden, lag außerhalb der Stadtmauern in der Umgebung der Stadttore. In den Nekropolen befanden sich Felsengräber, Sarkophage, Tempel und Gräber in Form von Treppenansätzen so wie die in Ksanthos. Die schönsten Beispiele für die Tempel- Gräber sind das Nereidler und Belevi Mausoleum sowie das Halikarnassos Mausoleum.

Das Grabdenkmal in Gölbaşı (Trisa) sieht wie folgt aus: Die heilige Stätte ist mit Mauern umgeben, die Friesen mit Reliefen enthalten, auf denen mythologische Szenen dargestellt sind. In der Mitte befinden sich das Grabdenkmal in der Form eines Hauses und einige Sarkophage.

In den Tempeln, die als Häuser der Götter gesehen wurden, befanden sich Götterstatuen und Dinge die den Göttern gewidmet wurden. Die Konstruktionsform der Tempel wird als Megaron benannt. Diese Form hat sich weiterentwickelt und ab dem 7. Jh. v. Chr. wurden sie aus Steinen und Marmor hergestellt wobei man die Art der Ioner und die der Dorier erkennen kann. Später kam auch der Stil der Korinther hinzu. Die Tempel Ephesus Artemis, Dydima Apollon, Priene Athena und Samos (Sisam) Hera reflektieren die schönsten Beispiele der Ioner- Art, die in West-Anatolien an den Tag kommen. Alle Bestandteile dieser Tempel sind aus Marmor. Die schmalen, gerillten hohen Säulen stehen auf Sockeln und die Hauben haben Voluten, die die Ioner-Art widerspiegelt. Zwischen den Windungen der Haube sind Blätter und Eier angereiht. Im Hellenistischen Zeitalter waren die Friesen der Ion-Tempel mit Figuren beschmückt. Im 5. Jh. v. Chr. als die Korinth-Form angewandt wurde, wurden die Säulen- Hauben mit Akanthus-Blätter geschmückt.

Bei den Ausgrabungen im Ephesus im Artemis Tempel wurden Gott-Statuen aus Elfenbein, Bronze und Gold gefunden die zwischen 700-550 v. Chr. datiert werden können. Obwohl vom Stil und der Form der Kleider nach der Hethiter-Stil bestimmend ist, zeigen die Statuen von der Form her allerdings auch Eigenschaften der Griechen. Diese Statuen sehen so aus, als ob sie die Vorgänger der sitzenden Brankhid Statuen wären, die vom 6. Jh. v. Chr. sind und sich auf dem heiligen Weg zwischen Milet und Dydim befinden.

Die Form und die Haltung der in Gruppen sitzenden Priester sowie die Proportionen sind alle gleich und vom Maße her schwer. In der griechischen Kunst wurden die Statuen, die für religiöse Zwecke dienten, in den Tempeln als Kult benutzt. Auf den Giebeln der Tempel wurden die Statuen als Schmuck genutzt. Im archaischen Zeitalter hat man in Ionien die mesopotamischen Pflanzenmotive und die gemischten Ungeheuer in Bildern und Reliefen dargestellt. Die schrecklichen Ungeheuer verschafften reichhaltige Themen. Auf den Deckeln der Sarkophage, die in Urla (Klazomenai) im 6. Jh. v. Chr. aus gebrannten Ton hergestellt wurden, können die mit Farbe bemalten, vermischten, mythologischen Ungeheuer gesehen werden. Das untere Teil der Sockel der Säulen des Artemis-Tempels die der westlichen Frontseite gehört sowie die Säulensockel und die Friesen des Dydima Tempels sind mit ähnlichen Reliefen geschmückt.

Aufgrund den mezopotamischen Siegeln konnten die Verzierungen der Tempel fortbestehen und weiterentwickelt werden.

In der archaischen Zeit kamen diese Statuen nach Griechenland und wurden sogar im klassischen Zeitalter weiter angefertigt. Zu der Zeit der persischen Herrschaft wurden zwar auf den Grabstelen Szenen wie Leichenzüge und Jagdszenen, die dem Osten eigen sind dargestellt, aber die griechische Stelentradition wurde auch weiter geführt. Die persischen Siegel, die Siegelabdrucke und die Gold-u. Silbermünzen die in Anatolien gefunden wurden, sind Werke dieses Zeitalters.

Die gut erhaltenen Überreste der ionischen Architektur sind in den Antik-Städten wie Sardes, Pergamon, Ephesus, Priene, Milet, Didyma, Afhrodisias und Aizanoi zu sehen. In den türkischen Museen können die Statuen und die Reliefen aus Elfenbein, Ton, Stein und Marmor besichtigt werden. Die ionische Kunst ist aus den Vasen und den Sarkophagen abzulesen. Die Malerei der Ioner ist aufgrund ihrer feinen, sorgfältigen Arbeit und dem warmen Stil einzigartig.