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[Zivilisationen in Anatolien] [Antike Zivilisationen]


LYDISCHE KULTUR      


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LYDISCHE KULTUR

Lydien wurde 2000 v.Chr. in Westanatolien gegründet und ist durch das erste Geld in der Geschichte berühmt geworden.

Seinen Namen hat es von den Lydiern bezogen. Lydien lag im Süden von Karia, im Osten von Frigia, im Westen von Eolia und war im Norden von Ionia umkreist.

Die Stadt, die die Lydier in Sardes, 70km von Manisa entfernt, gründeten, ist wohlhabend und bedeutend geworden, durch dem vom Paktolosfluss hierher gespülten Goldsand, verschiedenen Metallen, natürlichen Quellen, fruchtbarer Erde und wegen der Handelswege, die nach Asien führten. Man sagt, dass die Lydier 1200 v.Chr. mit den Frigiern nach Anatolien gekommen sind. Wegen Sprachähnlichkeiten besteht die Möglichkeit, dass sie 2000 v.Chr. vom Osten herkommend, Indoeuropäer gewesen sind.

Die Ahnen der Lydienkönige beginnen 1192 v.Chr. mit Attiad und des ursprünglich ab 505 v.Chr. regierenden Heraklid aus Thrak, gefolgt 700 v.Chr. von der Mermnad Familie.

Gyges aus der Mermnad Familie, -die auch Mäusebussardkönige genannt wurden-, bestieg den Thron, indem er Kondaules, den Letzten der Heraklid Familie, mit der Hilfe seiner Frau tötete.

Gyges achtete darauf, die Nachbarn im Westen und Osten bei Laune zu halten, den Ackerbau und Handeln gedeihen zu lassen, weil er die Wichtigkeit und das Reichtum von Lydien erkannt hatte. Er errichtete Ortschaften an den Königswegen für Übernachtungen und führte Maßnahmen für die Wegesicherheit ein. Obwohl alles in Ordnung schien, wurde Lydien von den Kimmeriern, die die Frigenkultur zerstört hatten, angegriffen. Sie zerstörten ebenso Städte und Dörfer außerhalb von Sardes. König Gyges starb auf dem Kriegsschauplatz, während des Krieges zwischen der Lydienarmee und den Kimmeriern. Ardis, Sohn von Gyges, vertrieb mit Hilfe der Assyrer, die überforderten Kimmerier vom Lydischen Boden. Unter Alyates erweiterte sich das Reich bis Kızılırmak.

Es ist überliefert, dass sich die Beziehungen zwischen Ionien und den Lydiern unter der Führung Alyates vertieften. Nebenbei wurden Kriege mit den Medstaaten an den Ufern von Kızılırmak („Roter Fluss“, Halys in Anatolien) geführt.

Sardes wurde ein wichtiges Kunst- und Kulturzentrum. In der Zeit des letzten Mäusebussardkönigs Kroisos (560-546 v.Chr.) beherrschte Lydien Troya, Eolia, Ionia und Kaira. Die Stadt hatte ihre glänzende Periode erlebt, als die Beiträge dieser Gebiete mit dem eigenen Reichtum von Lydien zusammenkamen.

Die Burg auf dem Gipfel der prunkvollen Stadt Sardes, wunderbare Schlösser, Tempel, die goldene Schatzkammer waren alle prachtvoll. Viele Besucher begannen nach Lydien zu reisen, um diesen Prunk zu sehen. Man hat mit der Redewendung „Reich wie Karun“, die bis heute benutzt wird, Kroisos gemeint, der goldene Geldstücke prägen ließ. Kroisos kämpfte bei Kızılırmak gegen die Persier, weil sie in Anatolien zum Risiko wurden. Als er besiegt wurde, kehrte er nach Sardes zurück.

In Lydien, das sich durch den Handel mit Geldstücken, durch die am goldenen Fluss Pactalos („Altın Nehir“) gegründeten Gold- und Silbergießereien, die Metallverarbeitung, Juwelenherstellung, Gläserei und Weberei sich stets entwickelte, lagen außer Sardes weitere wichtige Städte: Alaşehir (Philadelpheia), Gördes (Gordos) und Karaselen (Silandos). In den Anlagen am Fluss Pactalos wurde Gold aus anderen Legierungen heraus raffiniert. Lydien war besonders bei Handarbeiten, bei der Gravur von Elfenbein und bei der Schmuckherstellung gut entwickelt. Heute sind auch die geschmückten Plaketten aus Gold, Kleider, Rosetten, Streifen und Schmuckgegenstände prachtvoll. Die Handwerker von Lydien arbeiteten in den Schlössern von Persien, ihre Werke schmückten die griechischen Tempel und Schlösser. Es gab bei den Goldgießereien einen Tempel für die Göttin Kybele mit vier Löwenstatuen. Artemis und Dionysos waren auch wie die Naturgöttin Kybele in der Religion der Lydier wichtig. Lydierkönig Kroisos hatte für den Artemis Tempel bei Efes Geld gespendet. In der Hellenistischen Epoche wurde auch für Artemis, die eine Weiterführung des Kults der Muttergöttin war, ein Tempel ausgebaut.

Man sieht Ähnlichkeiten zwischen der Lydisch-hattischen Sprachen, die in Sardes gefunden worden sind und in denen von rechts nach links geschrieben und gelesen wurde. Die Stadt Sardes nennt man in den Hieroglyphen von Ägypten Sardana aber in Lydischer Sprache Sardis. Das es zwischen der Lydischen Sprache, die noch nicht gelesen werden kann, und der etruskischen Sprache in Italien Ähnlichkeiten gibt, ist ein Zeichen dafür, dass die Lydier nach Italien umgezogen sind,

Der Friedhof Yortan, an der Grenze zwischen Lydien und Mysia, ist der erste Friedhof auf Lydischem Gebiet. Es gibt hunderte von Gräbern in Bintepeler (Tausend Gipfel),, im Norden von Sardes und in der Lydienkultur, außer Serdesnekropole und Felsengräbern. Von diesen Gräbern sind die wichtigsten in Gygen, Ardis und Alyattes. Der Hügel Alyattes ist 355m breit und 69m hoch. Diese Gräber, in denen die Könige mit ihren wichtigsten Eigentümern begraben wurden, sind ausgeplündert. Die Werke sind ins Ausland geschmuggelt worden. Die Leichen wurden in diese Gräber, die aus Erde, Tonerde und Steine errichtet worden sind, nach oben gelegt, weil sie keine Türen hatten. Die Räume der Gräber sind aus Marmor und Kalk. Die Sorgfalt bei den Maurerarbeiten und bei der Raumgestaltung zeigt uns, dass für die Lydier die Welt nach dem Tod wichtig war.