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[Zivilisationen in Anatolien] [Antike Zivilisationen]


DAS REICH DER PHRYGIER      


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DAS REICH DER PHRYGIER

Im Verlaufe der Jahre, in denen die Kultur der Hethiter langsam zerfiel, kamen die Phrygier, die von dem Volk der Thraker abstammen, von Mazedonien über den Bosporus und ließen sich zuerst im Tal des Sakarya Flusses nieder. Später breiteten sie sich immer weiter östlich aus und gründeten ein Königreich, in dem sie die Stadt Gordion zu ihrem Zentrum machten. Allerdings sind bis heute in keiner der Städte der Phrygier Funde entdeckt worden, die auf das 9. Jahrhundert v.Chr. hindeuten.

Phrygien befand sich an einer Kreuzung der ältesten Wege Anatoliens und bildete einen Knotenpunkt zwischen der Ägäis und Vorderasien. Vor allem im 8. Jahrhundert v. Chr., als die Landwege in Anatolien sich zu wichtigen Handelswegen entwickelten, gewann auch Phrygien zunehmend an Bedeutung. Der berühmte Herrscher Phrygiens war Midas (738-694 v.Chr.). Zu Beginn des 7.Jahrhunderts v.Chr. war das Phrygische Königreich den Angriffen der Kimmerier ausgesetzt. Gordion wurde geplündert und verbrannt und König Midas begang Selbstmord (694 v.Chr.). Die Phrygier haben allerdings in kurzer Zeit Gordion wieder neu aufgebaut. Ihre Kultur war Mitte des 6.Jahrhunderts v.Chr. der Bedrohung der Kultur Persiens ausgesetzt, weswegen sie nach Westen zogen. Zwischen Afyon und der heutigen Stadt Eskisehir erlebten sie ihre zweite goldene Zeit. Die Phrygier begannen zwar ab dem 6.Jahrhundert v.Chr. immer weiter an politischem Einfluss zu verlieren, setzten aber ihre Existenz in dieser Region weiterhin fort.

Die Phrygier haben in Städten gelebt, die von Gewässern umgeben waren. Sie haben ihre Toten zusammen, mit deren wertvollen Gegenständen, in hölzernen Kisten begraben und diese mit Steinen und Erde bedeckt, wodurch künstliche Hügel entstanden. Diese Hügel waren ca. 5-10 Meter hoch. Dass die Phrygier sehr fortgeschritten im Handwerk, wie Metallverarbeitung, Gewebe- und Stickereikunst waren, ist aus den Funden der Grabstätten herauszufinden. Die Denkmäler, die aus Holz, Keramik und Felsen bestehen, enthalten geometrische Muster, die auf Originalität hinweisen. Zwischen Eskisehir und Afyon gibt es zahlreiche Denkmäler aus Felsen. Diese Denkmäler beinhalten geometrische Ornamente. In der Mitte des Ornaments befinden sich Nischen in Form einer Tür und in manchen Funden befinden sich in diesen Nischen Reliefs, in der die Göttin zusammen mit zwei Löwen abgebildet ist. Die heiligen Stätten von Kybele waren meistens auf Felsen gebaut. Man glaubte, dass die Göttin in diesen heiligen Stätten lebte.

Seit dem frühen neolithischen Zeitalter beteten die Hethiter in Anatolien Kybele an, die die Luwischen Hethiter Kubaba nannten. Sie war in den Augen der Phrygier, eine Göttin der Natur, ja sogar die Natur selbst. Die Phrygier hatten sich diese Göttin dermaßen angeeignet, dass sie alle Völker und Länder als Eigentum dieser Göttin betrachteten. Das Resultat war, dass aus diesem Grund die Göttin Kybele, die eigentlich die Göttin der Anatolier war, in die Geschichte als Göttin der Phrygier einging.

In der Töpferei waren sie sehr fortgeschritten. Die Phrygier, die aus Mazedonien kamen und sich westlich des Roten Flusses niederließen, verwendeten vorwiegend graue und schwarze Töpfe, die wie Metal glänzten. Im Osten dominierte allerdings eine sehr farbenreiche Vorgehensweise: Hier wurden die Konturen der Ornamente hervorgehoben und ihr Inneres besteht aus Motiven wie Löwen, Bergziegen, Stieren und Adlern, die mit Punkten oder Streifen ausgefüllt sind.