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[Zivilisationen in Anatolien] [Antike Zivilisationen]


DIE ZIVILISATION VON URARTU      


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Das Königreich von Urartu spielt eine wichtige Rolle in der jüngeren Geschichte des Ostens, ab dem 9.Jahrhundert v.Chr. Von den Dokumenten des Mesopotamien geht hervor, dass zwischen dem 13. und 10.Jahrhundert v.Chr., in der Periode vor dem Königtum des Urartu, die Länder im Norden und Nordwesten des Van Sees als Uruatri-Land und die Länder im Süden und Südosten als Nairi bezeichnet wurden. Der Zeitraum von 400 Jahren ist bekannt als die Gründungszeit des Urarteischen Königreichs, nämlich von 1274 v.Chr., als der Name Urartu das erste Mal auftauchte, bis 858 v.Chr.

1274 - 858 v. Chr. : Zeit der Urartu-Fürstentümer
858 - 609 v. Chr. : das Königreich Urartu

In diesem Zeitraum verbündeten sich die Fürstentümer aufgrund des zunehmenden Drucks durch die Hethiter einerseits, und des Königreichs der Assyrer andererseits.

Tiglatpilesar (Assyrischer König) griff 735 v. Chr. Tuschpa, die Hauptstadt von Urartu an. Jedoch konnte durch die starken Festungsmauern und das Verteidigungssystem verhindert werden, dass die Stadt von den assyrischen Truppen eingenommen wurde. Die zunehmende Gefährdung durch die nordischen Stämme (Kimmerer, Skythen) führte dazu, dass die Urarti zahlreiche Burgen bauten. Es ist bekannt, dass diese Burgen nach 609 v.Chr. von den Medern oder den Skythen gestürzt wurden.

Die Festungen haben eine besondere Bedeutung in der Architektur von Urartu. Sie sind so angeordnet, dass sie zueinander Sicht haben und es ermöglichen, die Handelswege und militärisch strategischen Wege zu schützen. Man verwendete 3-4 Meter hohe Steinblöcke. Die erste Reihe von Steinen and den Gemäuern erhöht sich auf den Steinbetten im Hauptfelsen, wobei die Steinblöcke in jeder Reihe einige cm nach innen gezogen sind und so eine Biegung der Mauern nach innen erhalten wurde. Somit wurde der Grundmauer eine Belastbarkeit gegeben, die den oberen schweren Lehmteil von bis zu 15 Metern Höhe tragen sollte. Über die Grundmauern der Festungen und Burgen der Urartu erstreckt sich ein Körper aus Lehm empor. In den Burgen von Çavuştepe und Van erkennt man, dass die weiten Graben rund um die Burg mit Wasser gefüllt waren. Innerhalb der Burgen nehmen verschiedene Gebäude, die für die Führer und Soldaten, die die Burg beschützten, sowie Paläste und Tempel einen wichtigen Platz ein. Die Burg von Van, die über ein Felsenriff gebaut wurde, wurde durch den Urarteischen König Sardur I. erbaut. In der Sardur-Bastei dieser Burg befindet sich eine Inschrift, die Angaben darüber enthält, wie diese Burg gebaut wurde. Der Tempel der Tausend Treppen (Bin Merdivenler Tapınağı) innerhalb der Burg von Van ist beispielhaft für die Tempel von Urartu.

In dem Urartu Tempel sind quadratische Räume und quadratische Zellen zu finden. Die vorstehenden Türme, die an allen Ecken des Tempels aufgestellt sind und eine wichtige Eigenheit der Urartu Tempelpläne darstellen, werden Risalit genannt. Die Wandstärke beträgt stets mehr als 2 Meter. Man geht davon aus, dass sich über diesen starken Mauern ein turmförmiger Tempel von bis zu 10-15 Metern Höhe befand, sodass diese Tempelart als turmförmige Urartu-Tempel bezeichnet wird.

Sogenannte „Apadana“ sind Bauten, die eine weitere wichtige Rolle in der Architektur der Urartu spielen. Diese Gebäude sind Empfangs- oder Versammlungshallen, deren Dächer von Säulen getragen werden. Die Apadana von Altıntepe ist ein Gebäude mit einem flachen Dach, das von 20 Säulen getragen wird.

Aus den Burgen von Urartu wurden zahlreiche Töpfe und Gefäße ausgegraben. Die Topfgefäße von Urartu nannte man „rot glasierte Töpferei“. Die Töpferkunst besteht größtenteils aus Schalen mit scharfen Profilen, dick gewölbten Krügchen, Tellern und Krügen mit Griffen und meistens kleeblattförmigen Öffnungen. Diese Gefäße weisen, bis auf seltene Ausnahmen, keine Verzierungen auf. Sie wurden, außer für den alltäglichen Gebrauch, zu religiösen Feierlichkeiten benutzt. Gefäße, die als Vorratskrüge benutzt wurden, haben im Allgemeinen einen zylinderförmigen Körper, eine weite Öffnung und einen flachen Boden. Sie sind bis zu 1,5 - 2 Meter hoch.

Der Minenbau der Urartu war sehr fortgeschritten. Die Region ist reich an Eisen- und Kupferminen, wobei Gürtel aus Kupfer und die Bronzeplatten ihre Verwendung schon in den frühen Zeiten des Königreiches fanden. Auf diesen Platten sind verschiedene Szenen und Motive (als Ornament) dargestellt. Außerdem gab es noch Metallgegenstände, wie Helme und Schilde. Die Entwicklung der Gestaltungskunst von Urartu kann aus den Beispielen dieser Gegenstände verfolgt werden. Schildchen mit gekleideten Opfern und große Bronzekessel mit Stierhäuptern sind bis heute erhaltene Beispiele aus der Zeit der Urartu-Zivilisation.