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[Mode und Textilien]


MODE - TEXTILIEN      



Nach ihrer festen Ansiedlung in Anatolien haben türkische Fürstentümer, die im Verlauf der Geschichte ein Nomadenleben geführt haben, eine große Variation hinsichtlich ihres kulturellen und sozialen Lebens durchgemacht. Miniaturen, ausländische Reisebeschreibungen mit Bildern und Stiche geben uns Auskünfte über Kleidungen aus der osmanischen Zeit.

Als Außenbekleidung sind ab dem 15.Jahrhundert sowohl von Männern als auch von Frauen getragene, mantelartige Straßenkleider und Kopfbedeckungen vorrangig. Man sieht, dass Frauen auf der Straße spitze, konische Kopfbedeckungen trugen. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts nahm diese spitze Kopfbedeckung eine flache Form, wie ein Fes, an. Diese Kopfbedeckung wurde mit einem Tuch, das bis zu den Schultern lang war, ergänzt. Zur Erweiterung der Außenbekleidung kamen Schuhe hinzu. Frauen, Männer sowie Kinder hatten alle die sogenannten „Mest“ Schuhe getragen. Außer Haus wurde ein lederner Überschuh auf den „Mest“ gezogen.

Als Innenbekleidung zu Hause kamen vor allem Şalvar (weit gearbeitete Hosen) und cremefarbene lange Hemden in Frage. Es gabe Kaftans und Jacken, die über die Innenkleider getragen wurden.

Die Kleidungen der Palastangehörigen wurden von den eigentümlichen Schneidermeistern des Hofes gefertigt. Von den Schneidern im Voraus gefertigte Muster wurden vom Sultan ausprobiert und wenn es ihm gefiel, wurden diese vervielfältigt. Die Eleganz der Hofdamen wurde mit Gürteln, die „Cevheri“ genannt wurden, und Juwelen ergänzt.

Europäische Botschafter, die seit dem 17. Jahrhundert das Osmanisches Reich besuchten, ließen interessante Kataloge mit Osmanischen Kostümen vorbereiten. Diese Kleidungen wurden somit in Europa bekannt und wurden eine Zeit lang Mode. Einer von diesen Zeichnern, der solche Kataloge vorbereitete, war Vanmour.

Türkische Kleidungsart hinterließ in Europa und vor allem in den Balkanländern tiefe Spuren. In die Europäischen Kleidungsart des 18. Jahrhunderts hatte die türkische Mode Einfluss genommen. Der Einfluss der Türken bei der Erfindung der Hose ist bedeutsam.

Wenn wir in die Osmanische Geschichte schauen, sehen wir, dass sich die Mode an der Anschauung der Sultane orientiert hat. Einige der Sultane, die in den Verwestlichungsperioden regierten, interessierten sich für die westliche Technologie, manche für deren Kultur und Kunst. Die Europäische Wirkung, die bei den Osmanen ab dem 17. Jahrhundert beobachtet werden kann, gewann im 18.Jahrhundert in der Zeit des Sultans Ahmed,III. (1703–1730) mit der ‘’Tulpenperiode‘’ an Lebendigkeit. Die Verwestlichung begann zunächst bei den militärischen Anzügen, anschließend verbreitete sie sich bei der Herren- und Damenmode. Die Auflösung der Janitscharenorganisation (1829) und die Ausstattung und Einkleidung der neuen Armee, namens Asakir-i Mansure-i Muhammediye, in der Periode des Mahmut,II. (1808–1839) mit westlicher Technologie, wird als Anfang der Verwestlichung bei der Kleidung anerkannt.

Die vollkommen Europäische Art und Weise bei der Damenmode begann zur Zeit des Sultans Abdülaziz (1861 – 1876). Laut Quellen war der wichtigste Grund dafür, die Reise des französischen Kaisers und seiner Frau Eugenie nach Istanbul, und das von Abdülaziz zu deren Ehren veranstaltete Fest. Die Europäische Art von Kleidungen der Hofdamen, die an diesem Fest teilnahmen, vor allem die Mutter des Sultans Pertevniyal Valide Sultan, hatte Aufmerksamkeit gezogen.

Danach stattgefundene Kriege und der Entwicklungsprozess, der mit der Einführung der Republik begonnen hat, machte sich auch in der Mode bemerkbar.

Atatürk trug während seiner Reisen am 23. August 1925 nach Kastamonu und Inebolu einen Hut und gab somit die ersten Anzeichen für die Kleidungsveränderung. Atatürk sagte: ‘’Wir müssen in jeder Hinsicht zivilisiert werden. Unsere Auffassung und Mentalität wird von Kopf bis Fuß zivilisiert werden. Zivilisierte und internationale Kleidung ist würdig für unsere Nation und wir werden sie tragen’’. So machte Atatürk den ersten Schritt Richtung Kleidungsänderung. Aufgrund der Warnung Atatürks haben die Landsleute angefangen, obwohl das Hutgesetz Nr. 671 vom 25.November 1925 noch nicht veröffentlicht wurde, Hüte zu tragen. Danach wurde die Benutzung von Talar und Turbanstreifen verboten und das Recht diese Bekleidungen zu tragen wurde nur den Geistlichen gegeben.

Mit der Kleidungsäderung haben die Frauen auf die aus religiösen Traditionen getragenen mantelartigen Straßenkleider verzichtet und angefangen moderne Kleider zu tragen. Die Männer wiederum trugen anstatt Fes, Hüte.

Nach der Änderung des Kleidungsstils hat vor allem die junge Generation in Großstädten die westliche Kleidungsart sehr schnell akzeptiert und angefangen, diese ebenfalls im täglichen Leben zu tragen.

In den vierziger bis achtziger Jahren verfolgte Türkei die Mode sehr eng und hatte sogar ihren Platz darin. Heutzutage ist die Türkei in der Lage, im Mode- und Textilsektor, von sich reden zu lassen.

Heute ist die Mode in der Kleidung in einem viel weiteren Stadium, als sich nur mit einem Stoffstück zu umhüllen. Die Mode ist ein wichtiger Grundbestandteil, der die Identität und Persönlichkeit widerspiegelt, sogar eine Kontaktform. Die Marke ist unter den jungen Leuten ein wichtiger Faktor. Die Türkei ist in Hinsicht auf Textilienproduktion, sowie auch Konsum in der Mode sehr weit gekommen.

Die Türkei verwendet die fortschrittlichsten Technologien und ist eines der wichtigsten Textil produzierenden Länder der Welt. Obwohl sie eine große, moderne Industrie hat, werden heute auch alte traditionelle Methoden noch weitergeführt. Fast überall kann man Meistern begegnen, die noch mit alten Webstühlen arbeiten. Gebietsspezifische Gewebe, wie Buldan-Stoff, Şile-Stoff, Rize-Stoff sind heutzutage immer noch zu finden.

Außerdem haben Modeschöpfer der modernen Türkei wichtige Erfolge auf der Welt gefeiert.


Yıldırım Mayruk


Wurde in Bursa geboren. Sein Vater war Offizier. Sein Interesse für Mode kam durch den Einfluss seiner Schwester, die Schneiderin war. Sein Modeleben als Hutmacher hat er Ende der 1950’er Jahre durch Gründung eines Ateliers in Beyoğlu, in einem Dachgeschoss, fortgeführt. Kurze Zeit später hat er wegen seines Ruhms auch sein Atelier vergrößert.

Yıldırım Mayruk, der sehr viele Berufsjahre hinter sich hat, stellte seine Kollektionen in internationalen Zentren, wie Abudabi, Tel-Aviv, Alhain, Haifa, İstanbul, İzmir, Bursa, Antalya und Diyarbakır, aus.


Cemil İpekçi


Er wurde am 5. August 1948 in İstanbul geboren und ist für seine ethnischen Entwürfe bekannt. Cemil İpekçi absolvierte im Jahre 1971 die ‘’Royal Academy of Art‘’ im Bereich Design, arbeitete in den Jahren 1972–1975 als Stilist im Konfektionsbereich, gründete im Jahre 1975 sein eigenes Modehaus und begann somit seine Vorstellungen in seiner Boutique ‘’Tzagne’’zu verwirklichen. Cemil İpekçi hat im Jahre 1979 eine Boutique ‘’Tzagne’’auch in Nizza eröffnet und hat bis 1984 beide gleichzeitig betrieben.

Obwohl alle Entwürfe, die in den letzten zehn Jahren von ihm verwirklicht wurden, die Spuren der alten Zivilisation Anatoliens tragen, kehrte Cemil İpekçi überraschenderweise mit Haute Couture zur modernen Nachtmode zurück. Die in den 90’er Jahren erneut unterbrochene ethnische Tätigkeiten der Übergangsperiode, endete im Jahr 1992 mit ‘’Suzeni‘’.

Schwarz hat eine besondere Bedeutung für Cemil İpekçi. Der berühmte Modeschöpfer meint, die schwarze Farbe habe unter Perlen, Glasperlen, Fransen etwas Mysteriöses und er benutze sie immer wieder in seinen Kollektionen. Cemil İpekçi gibt der türkischen Mode weiterhin Orientierung mit seinen Entwürfen, die osmanische Inspirationen tragen.


Dilek Hanif


Sie hat im Jahr 1990 ihre eigene Marke mit dem Namen ‘’Dilek Hanif Line‘’ gegründet. In einem kleinen Atelier hat sie Konfektionskollektionen entworfen, die moderne, berufstätige Frauen ansprachen. Sie wurden mit der Zeit in sehr vielen eleganten Geschäften der Türkei angeboten. Als sie Entwürfe von ‘’Couture‘’-Kleidungen interessanter fand, hat sie im Jahr 1997 in Teşvikiye ihr Atelier und Showroom eröffnet. Seit 1998 hat sie die Konfektionskollektionen aufgegeben und sich eher auf Couture orientiert.

Ihre erste Couture Modeschau hat sie am 8. April 2002 im Aya İrini-Istanbul vorgestellt.

Ihre zweite große Modeschau hat sie am 20. Januar 2004 in Paris, in der Haute Couture Modewoche, veranstaltet. Dilek Hanif ist die erste türkische Modeschöpferin, die innerhalb der ‚Paris Haute Couture Modewoche’ ihre Kollektion vorführte.


Bahar Korçan


Bahar Korçan hat sehr berühmte Leute bekleidet, Preise erworben, und ist im Ausland bekannt geworden. Mit der Firma ‘2BM’ hat sie sich auf ihre Entwürfe noch mehr orientiert. Sie ist von der Hauptschule her von diesem Beruf beeinflusst worden.

Als die Modeschöpfung für Bahar Korçan mit Vakko begann, war sie 17 Jahre alt. In den späteren Jahren wurde ihr eigener Name eine Marke.

Sie zieht bequeme Kleidungen vor und bevorzugt Baumwollstoffe, Seide und Wollstoffe.


Arzu Kaprol


Durch sehr viele verwirklichte Modeshows auf wichtigen Konfektionsausstellungen in Europa hat Arzu Kaprol von sich reden lassen. Sie bevorzugt, im Konfektionsbereich zu arbeiten. Sie entwirft in der Türkei außer für die Marke Arzu Kaprol, auch die Damenkollektion der Network Marke der Boyner Gruppe. Die Modedesignerin Arzu Kaprol meint, man solle nicht das anziehen, was Mode sei, sondern seine eigene Mode kreieren. Mit der Mode ist sie im Modehaus ihrer Mutter in Berührung gekommen. Danach absolvierte sie an der Mimar Sinan Universität den Fachbereich ‘’Mode-Konfektion’’ und setzte ihre Ausbildung in Paris fort. Die Uniforme der türkischen Armee wurden auch von Arzu Kaprol entworfen.


Rıfat Özbek


Er gründete im Jahre 1984 seine eigene Marke. Rıfat Özbek hat mit seinem Interesse sowohl an türkischer, als auch an indischer, afrikanischer Kultur und anderen Kulturen, einen weltweiten Geschmack in der Modewelt entwickelt. Er hat viele bekannte Leute wie Madonna, Diana Ross, Janet Jackson, Prinzessin Diana bekleidet.

Der in İstanbul geborene Rıfat Özbek ging nach England um Architektur zu studieren. Danach wurde er in der Londoner Design Schule „Central Saint Martins“, die als Designer Schmiede der Star Designer bekannt ist, ausgebildet. Er lebte 33 Jahre in England und anschliessend eine Zeit lang in Mailand. Er hat seine kulturelle Verbindungen zur Türkei jedoch nie abgebrochen und einige Zeit später hat er sich in İstanbul niedergelassen.


Faruk Saraç


Er ist einer der bekanntesten Namen in der Herrenbekleidung. Seine Kreationen werden von den Ansagern der Tagesjournale bis zu den Geschäftsmännern und Politikern sehr gerne getragen. Seine Smokings erregen nicht nur in der Türkei, sondern auch in Europa Gefallen . Faruk Saraç ist der Modeschöpfer, der die Kleidungsstücke von Atatürk auf den Laufsteg brachte. Außerdem hat er es geschafft, mit einer Kollektion bestehend aus Kleidungstücken der 36 Osmanischen Padischahs, zum Blickpunkt zu werden. Er ist in Urfa geboren.


Gönül Paksoy


Sie ist Sammlerin und Designerin. Sie lässt sich von archäologischen Werken aus unterschiedlichen Gebieten Anatoliens inspirieren und produziert neue, moderne Gegenstände. Ihre Kollektionen bestehen aus Teppichen, Bekleidungsstücken, Schuhen, Taschen usw.

Zu diesen Produkten gehören: beidseitige Taschen (Rohseide mit Leder), Anhänger (Glas mit Gold), Jacken (Rohseide), Kleider (Rohseide mit Strickware und Stoff), Mäntel (Leder mit Seide auf osmanische Art), Röcke (Samt und Rohseide), Jacken (Rohseide mit Silberfaden gewebt). Außerdem verleihen Talismane der Kollektion Leben.