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[Die Gründung der Republik und die Reformen]


STAATSORGANISATION UND IHRE REFORMEN      



Mustafa Kemal führte das Türkische Volk, nach der Zerstörung des Osmanischen Reichs Ende des Ersten WeltkriegEs und nach der Besetzung des Landes durch fremde Mächte, in einen Nationalen Befreiungskrieg. Nach dem der Krieg gewonnen und der Friedenspakt von Lausanne abgeschlossen wurde, vereinte Mustafa Kemal die während des Krieges gegründete Anatolische und Rumelische Rechtsverteidigungsorganisation und gründete die republikanische Volkspartei, die er selbst anführte. Das Ziel der Republikanischen Volkspartei war den Nationalen Kampf auf ziviler Ebene fortzuführen, das Land zu modernisieren und das als Vorbild angesehene westliche System einzuführen.

Am 29 Oktober 1923 wurde die allerwichtigste Reform, die Ernennung zur Republik, anerkannt. Der Führer des nationalen Kampfes, Mustafa Kemal, wurde einstimmig zum ersten Staatspräsidenten gewählt und er ernannte Ismet Inönü Pascha zum Ministerpräsidenten. Vier Jahre nach der Gründung der Republik, hob die Große Türkische Nationalversammlung das Kalifat auf und es wurde beschlossen, die Mitglieder des Osmanischen Herrscherhauses auszuweisen
(3.März 1924).

Um ein modernes Staats- und Gesellschaftswesen zu bilden, mussten Religions- und Staatswesen getrennt und die Glaubens- und Gewissensfreiheit der Menschen gesichert werden. Deswegen wurde die islamische Gesetzvertretung, die dem Kalifat angehörte aufgelöst und es wurde ein Präsidium für Religiöse Angelegenheiten, das dem Ministerium gebunden war, gegründet. Mit dem Lehr- und Bildungsgesetz wurden die Religionsschulen geschlossen und alle Schulen wurden dem Bildungsministerium angeschlossen. Mit dem Justizgesetz wurden alle islamischen Gerichte abgeschafft, stattdessen ein laizistischse Gerichtswesen eingeführt. Mit dem „Hut“gesetz, vom 25. November 1925, wurden von Fes und Turban verboten, wobei der „ Hut“ zur nationalen Kopfbedeckung erklärt wurde. Am 29. November 1925 wurde die internationale Uhr- und Kalenderordnung anerkannt. Am 30. November 1925 wurden Derwischklöster, Klosterzellen und Mausoleen geschlossen und alle Sektenorden aufgehoben.

Die Republik Türkei ist eine Parlamentarische Demokratie. Der Staatsaufbau beruht auf der Basis, dass die Legislative, Judikative und Exekutive, drei voneinander getrennte Organe sind.

Der Staatspräsident ist das Oberhaupt der Republik und repräsentiert die Einheit zwischen der Türkischen Republik und dem Türkischen Volk. Er beaufsichtigt, dass die Verfassung Anwendung findet und die Staatsorgane in geordnetem Ausgleich sind.

Die Große Türkische Nationalversammlung (TBMM) ist das judikative Organ der Republik Türkei und des Parlaments. Den in der Verfassung vorgeschriebenen Fristen entprechend, wählt das Volk 550 Abgeordnete für das Parlament (TBMM), deren Aufgabe es ist Gesetze zu erlassen und die Regierung in vielen Hinsichten zu beaufsichtigen.

Die Hauptstadt der Republik Türkei ist Ankara, die größte Stadt ist Istanbul. Istanbul ist einer der wichtigsten und größten Metropolen der Welt und 1500 Jahre lang war sie ununterbrochen die Hauptstadt verschiedener Kaiserreiche.

Die Republik Türkei ist ein demokratischer, laizistischer und sozialer Rechtsstaat. Die Vereinten Nationen, die NATO, das Europaparlament und die Organisation der Islamischen Konferenz sind einige der internationalen Vereinigungen, in denen die Türkei eine Mitgliedschaft hat. Am 3. Oktober 2005 haben die Beitrittsverhandlungen über eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union begonnen.