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[Yozgat]


YOZGAT      



Yozgat befindet sich am Übergangspunkt von Mittelanatolien zur Schwarzmeerregion. Yozgat ist mit seiner Geschichte, Kultur, Naturschönheiten und der reichen Küche eine wichtige Stadt. Früher hieß die Stadt Tavium und Bozok. Die ersten Siedlungen reichen bis 3000 v. Chr. zurück. Nach 2000 v. Chr. begann die Zeitepoche der Hethiter, Phrygier, Kimmerer, Lydier, Hellenen, Galater, Römer, Seldschuken, Fürstentümer und der Osmanen.

Die Kreise der Stadt sind Akdağmadeni, Aydıncık, Boğazlıyan, Çandır, Çayıralan, Çekerek, Kadışehri, Saraykent, Sarıkaya, Sorgun, Şefaatli, Yenifakılı und Yerköy.


DIE MUSEEN UND RUINENSTÄTTEN


Der Karslıoğlu Palast wurde 1883 gebaut und wurde 1925 Palast des Regierungspräsidiums und nach 1936 als Eigentumswohnung benutzt. Es werden darin archäologische Werke ausgestellt. Der Palast hat zwei Stockwerke und einen quadratförmigen Grundriss, der einem Rechteck nahe kommt. Die Wände wurden aus Schnittsteinen gebaut, der Boden, das Trägersystem und die Decke bestehen aus Holz.

Das Nizamoğlu Haus aus dem Jahr 1871 wird heute als Ethnographisches Museum verwendet. Die Ostfront schaut auf die Straße und im Untergeschoss befinden sich das Lager, die Küche und die Kammer der Bediensteten. Im Obergeschoss befindet sich eine Diele und auf beiden Seiten Zimmer. Im Museum, in dem sich ethnographische Werke befinden, werden von den über 4000 Werken nur 990 ausgestellt.

Tumulus von Alisar: In diesem Tumulus, der sich 45 km von Yozgat auf der Hauptstraße nach Sarikaya befindet, fand man Fundstücke aus der Kreidezeit, der frühen Bronzezeit und der Hethiter. Dieser Tumulus erstreckt sich über eine Fläche von 950 mal 520 Metern und im Inneren wurden Keramikschüsseln, verzierte Siegel, gut verarbeitete Steingegenstände, sowie Mensch- und Tierfigurenverzierte Siegel gefunden. Die Häuser stammen aus der Kreidezeit, sind viereckig und aus Ziegeln gemauert. In den Gräbern aus dieser Zeit sind die Toten in Hockstellung beigesetzt und in runden Löchern, Zellen oder Sarkophagen begraben.

Von den Babu Ruinen, die zum Erzherd Akdağ gehören, erreicht man über eine in den Fels getriebene Treppe den Hetithischen Gedächtnisfelsen.

Es wurden auch im Osten von Yozgat, im Tumulus Mercimektepe, Gegenstände gefunden.

Im Süden des Tumulus von Mercikektepe, im Cengeltepe Tumulus, wurden die Reste von drei Kulturen, der Bronzezeit, den Phrygien und den Griechen gefunden. In der Region in der Nähe von Kerkenez, das ebenfalls ein wichtiges hethitisches Zentrum nach Hatussa war, haben auch die Med eine große Stadt (Piterya) gegründet. Laut Herodot fand der große Krieg zwischen den Lydiern und den Med hier statt. Die Ruinen der Stadt Kerkenez (Harbeleri) nehmen eine große Fläche ein. In der Mitte des leicht gesenkten Ortes hat sich Wasser angesammelt. Die Festungsmauern, die das Gebiet umschließen, haben im Westen eine vier Meter große Toröffnung.

Auf der Strecke von Yozgat nach Haydarbeyli befindet sich Büyüknefes (Tavilium), zwischen der großen und der kleinen Festung war in der Eisenzeit ein lebhaftes Zentrum entstanden. Es war auch ein Außenposten der assyrischen Handelskolonie Karum. In der Region waren nach der Eisenzeit auch die Griechen, Galater (Trokmilen), Frühbyzantiner und Spätbyzantiner beheimatet.

Die römischen Ruinen im Bezirk Sarikaya: Thermen, Aquädukte und aus großen Steinen errichtete Mauern.

Die unterirdische Stadt Ceska befindet sich 3 km nordöstlich vom Stadtzentrum auf einen hohen Hügel. Sie hat drei verschiedene Zugänge, die heute allerdings nicht mehr begehbar sind. Im Süden gab es einen zweistöckigen Eingang, der drei Zimmer hatte, im Westen war ein Kamin, im Norden bestand der Eingang aus einer Bogengalerie. Zwischen den Ruinen und in den unteren Teilen findet man römische und byzantinische Keramiken.

Die Höhle, die in Saraykent beim Dorf Divanli in den Fels geschlagen wurde, erreicht man über eine Steintreppe und stammt aus byzantinischer Zeit.


DIE MOSCHEEN


Die Çapanoğlu Moschee wurde 1779 gebaut. 1794 wurden weitere Teile zugefügt. Die Moschee besteht aus dem Hauptraum mit einer Kuppel, dem Gemeindeplatz mit drei Abteilungen, aus einem zweiten Platz mit zwei Kuppeln auf der Vorderseite und einem kleinen Säulengang mit drei Bögen. Das Innere der Moschee wurde mit weißen und das Äußere mit bordeuxfarbenen Schnittsteinen gebaut. Die Moschee hat zum großen Teil ihre Ursprünglichkeit verloren und ist an allen vier Seiten von Hofwänden umgeben. Im Innenteil sieht man Bilder, die die Eigenschaften von spätosmanischen Bildern aufweisen. Die meisten dieser Bilder sind während der Instandsetzungen verloren gegangen oder sind ausgetauscht worden. Die Kanzel der Moschee ist aus bunt geädertem Marmor und die Gebetsnische aus schwarzen, weißen, roten, braunen und grünen Marmorsteinen hergestellt worden. Der zweite Teil des Werkes wurde in der Mitte mit Gewölbe und an beiden Seiten mit Kuppeln bedeckt. Man kann die Moschee mit ihrer 15.5m hohen Kuppel und mit dem dünnen und hohen Minarett überall, von allen Standorten der Stadt aus, sehen.

Die Başçavuş Moschee, die 1800-1801 gebaut wurde, befindet sich im Stadtteil İstanbuloğlu, der im Zentrum der Stadt ist. Der Innenteil hat einen quadratförmigen Plan. Die Moschee, die aus Steinen, Ziegelsteinen und Backsteinen gebaut wurde, hat einen großen Vorhof und ein rundes Minarett, das an der Nordwestseite steht. Auf die Gebetsnische aus Holz sind Ast- und Blumenmotive eingeschnitzt. An der Decke sind eine Rosette, stilisierte Pflanzen- und Gittermotive. An der Wand befinden sich Blumenmotive.

Cevheri (Cevahir) Ali Efendi Moschee wurde 1788, zur Zeit der Çapanoğulları, gebaut. Sie hat einen quadratförmigen Plan, der nahezu rechteckig ist. Es ist ein Bauwerk mit einer geraden Holzdecke. Der große Vorhof der Moschee ist von einer Vorhofmauer aus gelben Schnittsteinen umgeben. An der Nordostseite der Moschee befindet sich die Galerie, die auf einen quadratförmigen Sockel emporsteigt. Der vieleckige Körper wurde mit weißen Schnittsteinen gebaut und hat Bogenprofile. Das Minarett hat eine Bleibeschichtete Spitze.

Saray Köyü Çapanoğlu Moschee, die sich 20 km westlich von Yozgat befindet, wurde 1765 gebaut. 1957 wurde das Minarett mit der Einzelgalerie zugefügt. Das Bauwerk hat Eckwände mit Winkeldach und Fensterrahmen aus Schnittsteinen. An den Enden der Balkenhölzer und am Kanzelgeländer sind Holzverzierungen aus Gitterarbeit, sowie Malereien zu sehen.

Kayyumzade (Demirci Ali Efendi) Moschee wurde 1804 gebaut und befindet sich in einem großen Vorhof und hat ein vieleckiges Minarett, Winkeldach und einen Gemeindeplatz. Man kann den Vorhof der Moschee nur durch das Tor an der Nordseite betreten. Im Säulengang befindet sich die theologische Hochschule. Im Innenraum befinden sich auf dem Mittelstück der Decke geometrische, in der Galerie Holzschnitzereien mit Pflanzen und geometrischen Figuren und an den Bögen Handmalerei nach dem Barockstil.

Die Kubbeli Moschee im Kreis Çayıralan, die Sorgun Paşa Moschee (1813) in Sorgun, Divanlı Köyü Moschee (1678-1679) und die Kızıltepe Köyü Moschee (1816-1817) in Yozgat sind andere wichtige Moscheen.


GRABMÄLER


Im Stadtzentrum und in den Kreisen gibt es Denkmäler, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das Çerkez Bey Grabmal (1855) in Çayıralan hat auf quadratförmigen Sockel einen achteckigen prismenartigen Körper, eine Halle nach Norden gewandt ist, sowie eine Kuppel. Im Kreis Akdağmadeni befinden sich das Mahmut Çelebi Grabmal ((1477) und Ali Çelebi Grabmal (1466-1467) und in Osmanpaşa befindet sich das Osmanpaşa Grabmal, das direkt an die Moschee gebaut ist und es hat eine Kuppel und eine kubische Form, wurde aus Schotterstein gebaut und ist sehr schlicht. In Çandır befindet sich das Şah Sultan Hatun Grabmal, das 1500 gebaut wurde. Es wurde mit Schnittsteinen achteckig gebaut, innen hat es eine Kuppel und von außen eine pyramidenartige Decke und eine Halle.


ANDERE HISTORISCHE BAUTEN


Im Kreis Saraykent befindet sich der Çinçinli Sultan Karawanserei, der 1221 gebaut wurde. Dieser wurde mit Schotterstein und Schnittsteinen gebaut. Der obere Teil ist zerstört, aber ein Teil der Mauern sind erhalten geblieben.

Auf dem 38. km der Straße von Yozgat nach Şefaatli befindet sich die Karabıyık Brücke, die 1516 gebaut wurde, als Yavuz Sultan Selim nach Ägypten in den Krieg zog. Die Brückenpfeiler wurden aus weißen Schnittsteinen mit drei Spitzenbögen gebaut. Die Geländerwand der Brücke ist 60 cm hoch. Die Brücke ist 54 m lang und 4,5m breit. Auf der Landstraße von Yozgat nach Boğazlıyan befindet sich die Beyler Brücke (Beyler köprüsü) die 1896-1898 gebaut wurde. Die Brücke wurde mit gelben Schnittsteinen und zwei Bögen gebaut.

31 km nördlich von Karamağara, auf der Landstraße von Eskişehir nach Zile, wurde auf dem Çekerek Fluss die Kesikbrücke gebaut, die aus der Mitte des 13.Jh. stammt.

Die seldschukische Behramşah Festung, die nördlich vom Dorf Çalışkan liegt, stammt aus der Mitte des 13. Jhs. Es sind nur die hohen Wände erhalten geblieben. Sie wurde aus Schnittsteinen auf Schottersteinen gebaut. Auf den West- und Nordmauern befinden sich drei lange rechteckige Bastionen.

Akdağmadeni Kirche (1862) ist ein großes Bauwerk, das aus Schnittsteinen gebaut wurde. Der Eingang ist zerstört. Auf der Vorderseite befindet sich der Eingang mit rundem Bogen, über dem sich eine Inschrift befindet. Die Kirche wurde mit Schnittsteinen und Schnittmarmorsteinen gebaut. Der Boden ist mit Steinen verlegt und hat einen rechteckigen Plan. In der Kirche befinden sich acht runde Säulen, die mit einem runden Bogen miteinander verbunden sind. Im Innenraum befinden sich Kreuze und geometrische Figuren.

Der Uhrturm wurde 1908 im Stadtzentrum gebaut. Es ist ein quadratförmiger, prismenartiger hoher Turm. Der Turm hat ganz oben eine Spitze, die glockenförmig ist und wird mit breit verlaufenden Randverzierungen in sechs Etagen unterteilt.


WEITERE TOURISTISCHE SEHENSWÜRDIGKEITEN


Yozgat Pinienhain Nationalpark, der 5 km südlich von der Stadt entfernt auf den Hügeln liegt, wurde unter Naturschutz gestellt. Im Park befinden sich Pflanzen wie Lärchen, Eichen und Wacholder. Dieser Wald ist nicht nur für Camping und Caravancamping, Picknick und Wanderungen geeignet, sondern ist auch deshalb wichtig, weil er von den Sarıkaya Thermalbädern 40 km entfernt ist und im Norden zu den Hethiterstädten Alacahöyük und Boğazköy, die sich innerhalb der Grenzen des Regierungsbezirkes Çorum befinden, benachbart ist.

Kazankaya Tal, Akdağlar, Çayıralan und Şebekpınarı Waldflächen sind zum Ausruhen und für Naturwanderungen und der Delice Fluss, Yahyasaray Teich, Çekerek Suyu und Gelingüllü Teich sind für den Angelsport geeignet.

Die Hochebene Bozok um den Kızılırmak (Fluss), die Hisarbeyli Hochebene, wo die Akdağ Wälder liegen, die Erholungsanlagen von Kadıpınar, die sich auf den Akdağ Bergen über eine breite Fläche verteilen, sind sehenswerte Orte.

Cehirlik Brautfels an der Yozgat-Boğazkale Landstraße hat mit ihren Wildtulpen eine schöne Aussicht. Es wird behauptet, dass die Tulpenknollen von hier nach Holland gebracht worden sind.

In Yozgat gibt es viele Thermalbäder, die warme Wasserquellen haben und gut gegen verschiedene Krankheiten sind. Die Sarıkaya Thermalbäder und das Cavlak Thermalbad im Dorf Bahariye des Kreises Boğazlıyan mit seinem 48° C warmen Wasser und Sorgun Thermalbad, Sarayken und Yerköy Thermalbäder mit seinem 50-61° C warmen Wasser, sind aus Sicht des Thermaltourismus wichtige Anlagen.

Die Yozgat Küche stützt sich vorwiegend auf Weizenprodukte. Einige typische Gerichte sind Arabaşı (Teigsuppe), Madımak (eine Krautart), Testi Kebabı (Tonkrug Kebap), Yozgat Tandır Kebabı (in fest verschlossenen Topf geschmorte große Hammelstücke).

Hier kann man Kelim, Teppiche und gewebte Baumwollstoffe kaufen. Die gewebten Stoffe sind in den Farben Bordeaux, Dunkelblau und Grüne erhältlich. Geometrische Motive, sowie stilisierte Pflanzen und Tiermotive, sind hier weit verbreitete Verzierungen.

www.yozgat.bel.tr
www.yozgat.gov.tr