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[Şanlıurfa]


ŞANLIURFA      



Şanlıurfa wurde, wie in der Geschichte nachgewiesen werden kann, von vielen verschiedenen Staaten und Herrschern regiert, die dort aufeinander trafen und sich miteinander vermischten. Bei Oberflächenuntersuchungen in Şanlıurfa wurden bezüglich der verschiedenen Epochen, neolitische, kalkolitische und hellenistische Spuren erkannt und so stellte sich heraus, dass die Stadt schon in prähistorischer Zeit ein Niederlassungsgebiet war.

Şanlıurfa und seine Umgebung wurden in Reihenfolge von folgenden Stämmen beherrscht: Akadier, Sümerer (III. Jahrhundert)- Uren, den Hurris, Mitanier, Hethiter, Aramäer, Assyrer, Keldaner (neu Babil), Med- Perser, Makedonier, den Seleukiden, Osrhoener (Odessa Herrschaft), Römer, Byzantiner und Sasaniden. In den Jahren 639-661 n. Chr., nach der Periode der vier Kalifen, wurde die Stadt von folgenden Völkern beherrscht. Emeviden, Abassiden, Numeyroğulları, Mervaniden, noch einmal von Byzanz, den Großen Seldschuken und den Seldschuken aus Syrien und Palästina, Armeniern, Uren, den Akkoyunlu Turkmenen und den Karakoyunlu Turkmenen, Dulkadıroğulları, den Safaviden und von 1517 bis 1922 von den Osmanen. Zuerst hieß die Stadt Urfa, sie bekam den Zusatznamen Şanlı- (= „ruhmvoll“), aufgrund des erfolgreichen Widerstands ihrer Soldaten während des Unabhängigkeitskrieges.

Şanlıurfa war zugleich ein Zentrum für verschiedene Religionen während der Geschichte. Besonders der Bezirk „Harran“ bei Şanlıurfa ist ein wichtiges Beispiel dafür. Ein Kaiser namens Abgar Ukomo, vom Reich der Osrhoener, lud den Propheten Jesus ein, um das Christentum zu verbreiten. Jesus hat jedoch nach Erhalt dieser Einladung sein Gesicht abgewischt und das Tuch, worauf ein Abbild seines Gesichts entstand, an den Kaiser geschickt. Er fügte ein Schreiben hinzu, worin er schrieb, die Stadt Urfa heilig zu erklären. Aufgrund dieser Tatsache wurde die Stadt als „heilige Stadt“ bekannt und sie wird heute noch so erwähnt, es ist eine interessante Angabe bezüglich Şanlıurfa.

Da die Stadt Şanlıurfa als heilig bezeichnet wird, ist die Stadt für die Region Südost-Anatolien ein wichtiges Zentrum bezüglich des Glaubenstourismus. Auch empfehlen wir den Besuchern in diesem Gebiet sehenswürdige Seen wie den Halil-ür Rahman – der auch als Balıklıgöl bekannt ist - und den See Ayn Zeliha zu besuchen. Nach einer Sage hat der Kaiser Nemrut im Traum gesehen, dass er die Herrschaft verlieren würde. Verschiedene Wahrsager hatten gesagt, dass im gleichen Jahr ein Kind geboren wird und dass es die Vielgötterei abschaffen würde und somit auch die Herrschaft von Nemrut sich auflösen würde. Als der Kaiser dies hörte, befahl er, dass alle Kinder getötet werden sollten. Nuna war damals schwanger, sie kam jedoch trotzdem dazu, heimlich ihr Kind, in einer Höhle, auf die Welt zu bringen. Der geborene Sohn war der Prophet Abraham. Er wurde auf Befehl des Kaisers gefangen und auf der Burg auf einem Scheiterhaufen verbrannt. In dem Moment befahl Allah dem Feuer „Feuer sei kühl und gut zu Abraham“. Das Feuer wurde zu Wasser (Halil-ür Rahman See und Balıklıgöl), das Brennholz verwandelte sich in Fische. Anstatt ins Feuer, fiel der Prophet in einen Rosengarten. Der Sage nach sprang die Tochter Zeliha des Kaisers Nemrut hinter dem Propheten ins Feuer, weil sie an den Propheten glaubte. Dieser Platz, auf den sie fiel, verwandelte sich in den Ayn Zeliha See.

Die Höhle, in welcher der Prophet Abraham geboren wurde, an der Stelle wo er und Zeliha ins Feuer fielen und die beiden Seen Halil-ür Rahman (Balıklıgöl) und Ayn Zeliha sich befinden, liegen im Stadtzentrum. Jedes Jahr wird dieser Ort von inländischen und ausländischen Touristen besucht, da die Fische als heilig gelten, werden sie nicht gegessen und besonders in Schutz genommen.

Ein weiterer Besuchsort ist die Burg in Şanlıurfa. Sie befindet sich auf dem Berg Damlacık, und es wird vermutet, dass die Burg im 4. Jh. v. Chr. gebaut wurde. Der Eingang liegt im Westen. Es befinden sich in der Burg verschiedene Baureste aus der Zeit der Römer, Byzantiner und der islamischen Periode und zwei Säulen mit korinthischen Kapitellen. Die Festungsmauer der Burg ist ca. 4 km lang. Die Tore Harran Bey des Mahmudoğlu Turms und die Wandreste, sind Überbleibsel dieser Festungsmauer, die heute noch zu sehen sind.

Şanlıurfa ist an religiösen architektonischen Beispielen eine reiche Stadt. Es befindet sich im Zentrum die Ulu Camii, sie ist eine der ältesten Moscheen. Aufgrund der roten Säulen in der Moschee ist sie auch als „Kızıl Kilise“ (rote Kirche) bekannt und sie wurde auf der St. Stephan Kirche gebaut. Die bis heute erhaltenen Reste sind die Wände des Hofes, die Säulen, Säulenköpfe und der noch heute als Minarett benutzte achteckige Glockenturm.

Im Südwesten des Halil-ür Rahman Sees liegt die Halil-ür Rahman Moschee, eine Medresse, ein Friedhof und der Ort, wo der Prophet Abraham ins Feuer fiel, sind ein Teil der Sammlung. Nach einigen Quellen, wurde diese Moschee auch als „Döşeme“ oder „Makam“ bezeichnet. Es wird erwähnt, dass die Moschee auf der Mutter Maria Kirche (Meryem ana kilisesi) aus der Zeit der Byzantiner gebaut wurde.

„Rakka“ wurde in der Zeit der Osmanen vom Landrat Urfas Riza Ahmet Pascha im Jahre 1736 erbaut. Weitere religiöse Bauten in dieser Stadt sind wie folgt: die Moschee Rızvaniye an der Nordküste des Halil-ür Rahmans, die alte Mosche Namens „Eski Ömeriye“, die Moschee Hasan Padişah, die Moschee Kadıoğlu, Nimetullah (Ak Moschee) und Yusuf Paşa Moschee; die von einer Kirche in eine Moschee umgebaute Moschee Circis Peygamberler (Propheten), Fırfırlı und Selahaddin Eyyûbi Moscheen; Rızvaniye und Eyyûbi Medressen, die Grabmäler Çift Kubbe, Kral Kızı oder anders gesagt Seyyid Maksudoğlu Seyyid Hacı Ali Grabmal und das Grabmal Şeyh Mes’du.

Die wichtigen frühgeschichtlichen Bauten sind die Kirche „Der- Yakup“ (der Thron von Nemrut) und die Kirche „Jesus“ oder mit anderem Namen „Deyr-i Mesih Kirche“, diese Kirche wurde von Jesus und von Evliya Çelebi auf der Reise nach Şanlıurfa besucht. Ein weiterer wichtiger Reisepunkt ist das ethnographische und archäologische Museum. Hier befinden sich Werke aus dem unteren Euphratgebiet, die aus der neolitischen und chalkolithischen Zeit stammen. Außerdem befinden sich in diesem Museum in Şanlıurfa „Steller“ worauf die Götter bezeichnet wurden wie z.B. “Sturmgott“ (Firtina tanrısı) „der Feldschützende Gott“ (kırların koruyucu tanrısı), diese Werke stammen aus der Zeit der Asuren und Babil. Hier befindet sich auch eine Statue aus Basalt, welche die Göttin Nike (die Siegesgöttin= zafer tanrıçası) aus Rom darstellt; das Volk hatte einen polytheistischen Glauben.

Şanlıurfa ist zugleich auch bekannt für die Ruinen in diesem Landkreis. Die Sogmatar Ruine liegt ungefähr 73 km entfernt von der Stadt. Im Heidentum werden der Mond, die Sonne und die Planeten als heilig bezeichnet. Die Höhle, wo der Obergott „Mare Lahe“ (der Herr der Götter) geboren wurde, wurde als Zentrum positioniert. Ein offener Tempel (heiliger Gipfel) steht im Mittelpunkt Sogmatar. Auf der Spitze dieses Ortes befinden sich Felsenreliefe und sie stammen aus der Zeit 164-165 n. Ch. Die Inschriften sind in syrischer Sprache. Wir sehen hier verschiedene Schriften, vor allem Denkmäler und Altare, die auf den Namen Mare Lahe, der damals wichtigstenen Person an der Spitze, errichtet worden sind.

Im Westen, Norden und Nordwesten des heiligen Gipfels befinden sich weitere Gipfel und sieben Baureste, die die Götter wie Mond, Sonne, Saturn, Mars, Venus und Merkur vertreten. Im nordwestlichen Bereich des Sogmatar (250 m) wurden Reliefe gefunden, die wichtige Götter und Menschen aus der Zeit 150-200 n. Ch. bezeichnen, die an die Wände der Pognon Höhle (Ponyon) geschrieben wurden und im Anfang unseres Jahrhunderts von dem Französischen Konsulat Pognon gefunden und gelesen worden sind.

Ein weiterer Ruinenort in Şanlıurfa ist das 88 km entfernte Dorf „Özkent“ oder auch Şuayb Stadt (Şuayb şehri), sie wurde mit Festungsmauern umkreist. Sie wurde in der Zeit der Römer gegründet. Das Volk glaubt daran, dass der Prophet Şuayb hier gelebt hat. Auch befindet sich hier eine Höhle und es wurde geglaubt, dass der Prophet auch hier gelebt hat.

In der Nähe des Stadtteils wurden auf der Kuppel Göbekli (Göbekli Tepesi) die ältesten Tempel der Welt gefunden, die aus der neolithischen Zeit der Akeramischen Periode vor 11.000 Jahren stammen.

Şanlıurfa ist auch berühmt für seine Residenzen, die die traditionelle zivile Architektur widerspiegeln. Das Haus von Hacı Hafızlar wurde von dem Kultur Ministerium als Galerie restauriert. Die Residenz „Sakıps Residenz“ (Sakıp’ın köşkü) wird heute als Herberge benutzt, wir empfehlen auch die Residenz „Küçük Haci Mustafa K-Hacıkamiloğlu“ zu besuchen.

Vom Westen beginnend bis zum Osten befinden sich entlang dem Kleinfluss „Karakoyun“ verschiedene Brücken. Hızmalı, Millet, Jüstinyen Aquädukt, Samsat (Eski Köprü), Hacı Kamil, Kısas und Demir sind relevante Werke, die die geschichtliche Gestaltung von Şanlıurfa bewirkt haben und zugleich auch für die Wasserarchitektur gute erhaltene Exemplare sind.

Auch ist Şanlıurfa aufgrund seiner orientalischen Herbergen sehr berühmt. Im Stadtzentrum befinden sich die Herbergen Gümrük Hanı, Hacı Kâmil Hanı, Barutçu Han, Mencek Hanı, Şaban Hanı, Kumluhayat Hanı, Fesadı Hanı, Samsat Kapısı Hanı, Millet Han, Bican Ağa Hanı und Topçu Hanı, insgesamt sind es 11 Werke, welche aus der Zeit der Osmanen stammen.

Wenn sie die Kulturgüter von Şanlıurfa etwas näher kennen lernen möchten, dann empfehlen wir ihnen die Märkte zu besuchen. Diese Märkte stammen aus der Osmanischen Periode und befinden sich überwiegend im Umfeld der Herberge „Gümrük Hani“, einige Basare „Kazaz“ (Bedesten), Sipahi (Markthalle), Koltukçu, Pamukçu, Oturakçı, Kınacı, Pıçakçı, Kazancı, Neccâr, İsotçu, Demirci, Çulcu, Çadırcı, Sarraç, Attar, Tenekeci, Kürkçü, Eskici, Keçeci, Kokacı (Kovacı), Kasap, Boyahâne, Kavafhâne, Hanönü und Hüseyniye. Diese Basare beinhalten auch heute noch ihre geschichtlichen Eigenschaften. Auf diesen Märkten können sich auch handgemachte Gegenstände und Geschenke kaufen, die die Eigenschaften der Region Şanlıurfa aufweisen. Es werden von Webstühlen, die auch „Çulha“ genannt werden, sämtliche Artikel angefertigt, wie Stoffe, Tücher, Schals, Gürtel, Wandteppiche, Käppchen, Teppiche, als Schmuckstücke besonders geschnitzte und aus Tulasilber hergestellte, geflochtene Armbänder, Ketten verkauft. Weitere Kunstwerke, die sehr sehenswürdig sind, beziehen sich auf Lederwaren, Schmuck, Bronzewaren, Steinkunst, Pelzwaren, Seidenspinnerei und Kammwaren.

Die verschiedenen traditionellen Gerichte in dieser Stadt sind: isot çömleği, semsek, has (marul) dolması, mimbar, acir bastırması, masluka, lebeni, borani, duvaklı pilav, etli köfte (çiğ köfte), haş haş kebabı, kemeli kebap, tike kebabı. Sie sollten auch unbedingt zingil und paliza probiert haben. .


Harran


Harran liegt in der Tiefebene genau im Zentrum und 44 km entfernt von Şanlıurfa. In der Tora wird es als Haran bezeichnet, wie heute vermutet wird. Die islamischen Historiker verknüpfen die Gründung der Stadt mit dem Enkelkind Kaynan vom Propheten Noah oder mit der Schwester Aran (Heran) des Propheten Abraham. Nach einer Sage hat der Prophet Abraham vor seiner Reise nach Palästina hier gelebt. Deshalb kennt man die Stadt Harran auch als die Stadt des Propheten Abraham.

Über die Geschichte von Harran erfährt man fundierte Informationen nur aus Ausgrabungen. In den Inschriften in Ebla in Nordsyrien, wird Harran als „ Ha-ra-an“ erwähnt. In den Schriften der Hethiter aus der Zeit des 2. Jahrtausends v. Chr. wird erwähnt, dass bei einer Vereinbarung zwischen den Hethitern und Mitaniern, der Mondgott (sin) und der Sonnengott (Şamas) als Zeuge anwesend waren.

Harran befindet sich an einem Handelskreuz, aus Nordmesopotamien kommend, welches die Routen zwischen Westen und Nordwesten verbindet. Deshalb war es ein sehr häufig besuchter Ort von assyrischen Händlern, die in Anatolien enge Geschäftsbeziehungen pflegten. Aufgrund des Handelsprozesses von Anatolien nach Mesopotamien und von Mesopotamien nach Anatolien, der jahrelang über Harran ausgeübt wurde, entstand natürlich eine sehr reiche Kultursammlung. Eine der drei größten philosophischen Richtungen ist die Harran Richtung. Die Harran Universität, die ab der ersten Periode existierte, hat weltweit berühmte Wissenschaftler unterrichtet.

Harran ist auch ein wichtiges Zentrum der Vielgötterei, wo die Sonne, der Mond und die Planeten als heilig bezeichnet werden. Deshalb hat sich die Astronomie in Harran erheblich entwickelt. Şanlıurfa wird als ein wichtiges Zentrum des Christentums angesehen und Harran als Zentrum der Abgötterei. Die Christen nannten deshalb die Stadt „Hellenopolis“, was Stadt der Abgötterei bedeutet. In Harran wurde die Vielgötterei bis ins XI. Jahrhundert weitergeführt und in diesem Jahrhundert hörte sie auf.

Harran war in den Jahren 1310-1280 v. Ch. unter der Herrschaft der Suren und wurde als Garnison des Kaisers „Teglat Falazier“ benutzt. Unter dem Namen „Carrhae“ war es unter der Herrschaft der Parther bis 54 v. Chr., dem Tode von Crassus. Harran war die Hauptstadt der Emeviden, anschließend blieb es unter der Herrschaft der Fatimier, Zengiden, Eyyuben und der Seldschuken. Der Landkreis wurde von den Mongolen Anfang des Jahres 1260 besetzt. Nach einer Weile wurde den Mongolen bewusst, dass sie diese Stadt nicht länger in ihrer Gewalt halten konnten und so steckten sie die Moschee, die Stadtmauern und die Burg in Brand und vernichteten die Stadt.

Harran hatte in der Zeit der Osmanen 250-280 Einwohner, in der Zeit der Republik wurde es an den Bezirk Akçakale angeschlossen, im Jahre 1987 wurde es nach einem neuen Gesetz als Bezirk bezeichnet.

20 km von Harran entfernt befindet sich die Karawanserei Hanel Ba’rür, sie wird auf die Jahre 1128-1129 datiert. Wir empfehlen ihnen die typischen Häuser, die Hügel, die Burg, Stadtmauer und die verschiedenen Ruinen auf jeden Fall zu besuchen.


Birecik


Birecik liegt 80 km westlich von Şanlıurfa, am Ufer des Euphrat Flusses und ist berühmt für seine Waldrappen, welche fast ausgestorben sind. Hier gibt es auch Campingplätze und andere Unterkunftsmöglichkeiten.

www.sanliurfa.bel.tr
www.sanliurfa.gov.tr