Skip Navigation Links  

[Niğde]


NIĞDE       



Niğde, südlich von Zentralanatolien, liegt nördlich von Mersin, westlich von Adana, südwestlich von Kayseri, südlich von Nevsehir und Aksaray und östlich von Konya. Die Verkehrsanbindung wird über Autobahn und Eisenbahn gewährleistet. Der nächste Flughafen ist in Nevsehir und in 80km Entfernung.
In Niğde wurden Reste gefunden, die aus der anfänglichen Steinzeit (8000-5500 v. Chr.) stammen. Durch Ausgrabungsarbeiten wurde bekannt, dass sich in der frühen Bronzezeit (3000-2000 v. Chr.) in Niğde ein Siedlungsort befand. Die Stadt, die früher die Namen Nagidos, Nahita, Nekide und Nikde trug, stand nach der Herrschaft der Hethiter, Phrygier, Assyrier, Perser, Griechen, Römer (30-395), Byzantiner, Seldschuken (1166) und Mongolen in der Karaman Epoche letztendlich unter Osmanischer Herrschaft.

Zu Niğde gehören die Landkreise: Altunhisar, Bor, Çamardi, Çiftlik und Ulukışla.


MUSEEN UND RUINENSTÄTTEN


Das Niğde Museum, das drei große Ausstellungssäle, Bücherei, Konferenz- und weitere kleine Ausstellungsräume behebergt, ist eines der größten Museen der Türkei. In der Akmedresse, die während der Dynastie in der Karaman Epoche gebaut wurde, hat man im Jahre 1957 die Museumsverwaltung von Niğde gegründet. Später wurden die Werke in das neue Museum gebracht und dort für Besucher zur Schau gestellt. Fast 10.000 Werke, die aus dem Zeitalter des Paläolithikums, Neolithikums, und der frühen Bronzezeit, bzw. aus der Periode der Hethiter, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen stammen, werden im ethnographischen Ausstellungssaal präsentiert. Vorderasiatische Zivilisationen und klassische Werke sind jeweils in einem Saal zu finden. Im Museum, das täglich außer Montag geöffnet ist, sind die Werke "Junge, blonde Nonne" und "Kinder Mumie", die aus dem Ihlara Tal stammen, sehenswert.

Köşk Höyük ist eine der wichtigsten Siedlungen in Zentralanatolien, die aus dem Neolithikum erhalten geblieben ist. Von hier und aus dem Pınarbaşı Höyük stammen eine Vielzahl von Ausstellungsgegenständen. Diese sind religiöse Kultgegenstände oder Gebrauchsgegenstände und wurden aus verschiedenen Materialien angefertigt. In Göltepe-Kestel wurde bereits im 3.Jh. v.Chr. Zinn hergestellt, wie sich aus den dort gefundenen Spuren ergibt.

Die Ruinenstätte Kömürcüköyü Göllüdağ stammt aus der Zeit der Hethiter. In Tepebağları und Ulukışla kamen Fundstücke aus griechischer Zeit zum Vorschein.

In Tyana (Kemerhisar) und Umgebung befanden sich römische Tempel, Paläste, Aquädukte und Häuser. Die Aquädukte sind bis heute erhalten. Nachdem die Stadt unter byzantinische Verwaltung gekommen war, wurde ein Großteil durch Angriffe der Araber zerstört.

17km südlich von Nigde, im Dorf Bahçeli, befindet sich ein römisches Schwimmbad mit den Ausmaßen von 23 x 66 x 2,5 Metern. Es handelt sich hierbei um ein schönes Beispiel für römische Marmorarbeit.

Das Kloster ist eines der besterhaltenen Gebäude aus byzantinischer Zeit und wurde in eine große und weitläufige Felsformation auf den Ruinenstätten von Gümüşler in den Fels geschlagen. Es folgt einem quadratischen Grundriss in den Maßen 13,60 x 13,60m und hat einen nach oben offenen Innenhof, der in die Felsen behauen ist. Die Kirche stammt aus dem 10./12. Jahrhundert, ist im Kreuzplan errichtet und hat vier dicke, runde Säulen. In den drei Abszissen und an der Wand im Südwesten befinden sich Fresken, auf denen auf starke und lebhafte Art Szenen aus der Bibel dargestellt sind, insbesondere ist die Darstellung der „Lächelnden Maria“ auffallend. Die Ruinenstätte Gümüşler und das Kloster waren ihrerzeit ein wichtiges religiöses Zentrum, mit einer unterirdischen Stadt, einer großen Bestattungskammer und einer sehr ausgedehnten Siedlung, die über weite Teile in den Fels gehauen ist und besonders im Hinblick auf die Verteidigung der Anlage eine wichtige Rolle spielte.

In Karalit, 40km von Nigde entfernt, befindet sich der Kuşkaya Friedhof. Dieser Felsenfriedhof, der auf beiden Seiten von den Steilhängen des Tales abgegrenzt wird, ist sehr Aufsehen erregend.
Die unterirdische Stadt Kavlaktepe befindet sich 72km von Nigde entfernt und besteht aus einem 73m langen Tunnel und Kammern, die mit diesem verbunden sind. Die Stalaktiten, die von der Decke hängen und der Andachtsraum, der sich am Ende eines engen Tunnels befindet, unterscheiden diese unterirdische Stadt von den anderen ihrer Art.


MOSCHEEN


Die Alaeddin Moschee (1223) ist eine der gut erhaltenen Bauten aus der Seldschukischen Epoche. Sie ist aus Quadersteinen errichtet und hat einen mehreckigen Grundriss. Diese Moschee, deren Grundfläche 23 x 28 Meter beträgt, hat drei Schiffe und ist auf der Seite der Gebetsnische von drei Kuppeln überzogen. Die anderen Seiten sind mit Gewölben bedeckt.

Der Mittelpunkt des Bauwerks wurde oberhalb frei gelassen ist und es befinden sich breite Gewölbe über den kurzen Rängen. Der Eingang, der die Moscheewand überschreitet und ein geschmücktes, prächtiges Portal hat, befindet sich in östlicher Richtung. Die Gebetsnische und das Portal sind mit Sternen, Rosetten, geometrischen ineinandergehenden Mustern, Ketten- und Flechtmustern verziert. Während einer bestimmten Uhrzeit (im Sommer um 10:00-11:00 Uhr), in der die Sonne in einem bestimmten Winkel auf die Erde scheint, bilden sich auf den Steinmeißelungen des Portals Schatten, die einen 'Frauenkopf mit Kranz' darstellen. Auf der alten Tür im Museum steht eine Inschrift, die aus weißem Marmor besteht und die Form eines umgekehrten "T" hat. Die Moschee stellt ein wichtiges Beispiel für die Zierlichkeit und Schönheit der seldschukischen Verzierungskunst dar. Der Stil eines schachbrettartigen und dicken, zylindrischen Hauptteils des Minaretts auf achteckigem Sockel, wurde ertmals bei osmanischen Moscheen angewendet.

Die Sungur Bey Moschee besitzt jeweils einen Eingang im Osten und einen im Norden. Die Moschee wurde im Jahre 1335 in der Zeit der Ilhanen errichtet. Das hölzerne Tor an der Nordseite ist besonders prächtig. Das Grabmal neben dem Gebäude hat eine achteckige Kuppel und wurde für Seyfettin Sungur Bey zusammen mit der Moschee errichtet. Im 18.Jahrhundert wurde die Moschee nach einem Brand in veränderter Form wiederaufgebaut. Der Antiquitätenbazar, der gleich neben der Moschee liegt, ist im 16.Jahrhundert gebaut und im 17.Jahrhundert renoviert worden. Im 6.70m breiten und 80m langen Antiquitätenbazars sind beidseitig Geschäfte angereiht.

Die Paşa Moschee ist ein Werk der osmanischen Epoche und stammt aus der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts. Grabmäler, Brunnen und ein türkischer Hamam liegen benachbart.

Die Dışarı Moschee (Celebi Hüsamettin) aus osmanischer Zeit (16.Jahrhundert) hat einen quadratischen Grundriss und ist mit einer Kuppel bedeckt. Die Ulu Moschee, eine der historischen Moscheen in Bor, datiert auf das Jahr 1410, wurde während der Herrschaft der Karaman Dynastie erstellt.

Die Sari Moschee ist auf das 15 Jh. zu datieren und hat einen rechteckigen Grundriss. Zwei konische Gewölbe werden durch Stützmauern getragen. Die überdachte Moschee hat auf der Westseite ein geriffeltes Minarett. Die Sarı Ali Moschee, aus dem Jahr 1205, ähnelt der Sarı Moschee, verfügt jedoch nicht über einen Säulengang.
Die Şeyh Ilyas Moschee, die südwestlich von Bor liegt und einen quadratischen Grundriss hat, besitzt eine Kuppel mit zwölfeckigen Rahmen. Die Marmorkanzel, verzierte mit Inschriften, ist ein Werk aus dem 16.Jahrhundert. Die Gebetsnische wurde in das südliche Teil der Moschee eingebaut.


GRABMÄLER


Das wichtigste Grabmal der Seldschuken ist das Hüdavend Hatun Grabmal in Niğde, aus dem Jahre 1312. Es hat einen achteckigen Grundriss, ist aus Quadersteinen gemauert und mit einer sechzehneckigen Pyramidenhaube überdacht. Die Ecken sind mit dekorativen Säulen verziert. Die Karniesen sind mit stilisierten Blättern versehen und auf den Fensterrahmen sieht man Vögel mit Menschenköpfen und Tierreliefe. Ebenso findet man das Motiv eines doppelköpfigen Adlers, das Symbol der Seldschuken. Das spitzwinklige Portal ist ein Meisterwerk. Das Grabmal selbst ist ebenfalls sehr prächtig und weist alle Merkmale der seldschukischen Steinverarbeitungskunst auf.

Das Gündoğdu Grabmal ist ein Gebäude, das im Jahre 1344 durch die Ilhanen erbaut wurde.

Das Şerif Ali Grabmal, das 1865 in Form eines Seldschukengrabmals erstellt wurde, hat einen vieleckigen Grundriss und ist ein schlichtes Gebäude.


WEITERE HISTORISCHE BAUWERKE


In Niğde beherbergt vier türkische Bäder, die aus der osmanischen Zeit stammen und mit einer Kuppel überdacht sind. Im Inneren befinden sich drei mit Marmor verkleidete Räume: eine Umkleide, ein warmer und ein heißer Bereich.

Die Akmedrese wurde während der Herrschaft der Karaman Dynastie errichtet. Es ist ein zweistöckiges Gebäude mit offenem Hof, in dem sich eine Säulenhalle befindet. Hinter den Säulengängen des breiten Rangs gibt es Stellen, von denen aus man in den Hof sehen kann. Die Hauptdiele ist mit einem Wiegegewölbe und an zwei benachbarten Stellen mit einer Kuppel bedeckt. Der Kranztürschmuck stellt neben der seldschukischen Tradition auch ein Beispiel für die Verzierungskunst der Karaman-Dynastie dar.

Die Öküzpaşa Karawanserei in Ulukisla ist sehr gut erhalten und die Herberge ist mit einem Gewölbe bedeckt.

Andere historische Sehenswürdigkeiten:

Der Uhrturm (möglicherweise aus dem 19.Jahrhundert), der in der späthethitischen Zeit, im 8.Jahrhundert v.Chr. erbaut und später renoviert wurde, befindet sich auf einem der Bastionen der Niğde Burg. Das schöne Bauwerk ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Hügel wurde umgemauert, sodass auf dieser Höhe ein Park entstanden ist.

Die Keçi Burg stammt aus hellenischer Zeit und steigt auf einem Gipfel empor. Der Turm wurde nach einer Renovierung auch in byzantinischer Zeit genutzt und war ein wichtiges Bollwerk an der westlichen Grenze nach Kappadokien.

Die Lulu Festung, die sich in der Nähe von Ulukışla, nördlich des Taurusgebirges befindet, wurde zum Schutz gegen mögliche Raubzüge aus dem Süden errichtet.
In Yukarı Kayabaşı, Sungurbey Stadtviertel, Kurluca, Aravan, Konaklı, Fertek, Küçükbey, Yeşilburç, Ballıköy, Hançerli, Hasanköy und Dikilitaş bei Nigde gibt es 15 Kirchen, die ähnliche architektonische Merkmale aufweisen. Sie stammen vom Anfang des 19.Jahrhunderts, haben einen quadratischen Grundriss, je drei Schiffe und drei Absisse und sind aus Stein errichtete Basiliken. Die Handmalereien im Inneren wiederum weisen die Merkmale des späten Türkischen Barock auf.


WEITERE SEHENSWÜRDIGKEITEN


Niğde ist eine Stadt, die auch mit ihren Naturschönheiten Interesse erregt. Im Kreis Çiftlik beherbergt das 10km weite Nar Tal. Das Tal ist mit seinen Bäumen, seinem See, der wie ein Heilbad wirkt, und mit den Erdorgeln sehr beeindruckend.

Die Erdorgeln, die sich in der Nähe des Kayirli Dorfes befinden, haben die typische Erdoberfläche Kappadokiens.

Im Dorf Değirmen, 20km von Nigde entfernt, gibt es Höhlen mit großen, natürlichen Mühlen.

Die beiden Gebirgslandschaften Aladağlar und Bolkarlar setzen sich aus durchschnittlich 3500m hohen Gipfeln zusammen und sind für Alpinismus, Trekking und Wintersport gut geeignet.

Der höchste Gippel des Taurusgebirge, Demirkazık, ist einmalig und verzaubert mit seinen Naturschönheiten und den nahezu 300 verschiedenen Alternativen zum Klettern und Besteigen. Die Bergwand des Emli Tals, wo auch Übernachtungsmöglichkeiten bestehen, ist gut geeignet zum Paragliding. Am Dipsiz See, Emli See und Yedigöller (Siebenseen) im Aladağlar Nationalpark, bewaldet mit Lärchen, Buchen, Zedern, Tannen, Eichen, Wacholder und Erlen, sind viele Wanderwege vorzufinden.

In den ländlichen Gebieten der Bolkar und Aladağlar Gebirge leben Säugetiere wie Wildziegen, Wildschweine, Wölfe, Füchse, Schakale, Bären, Wiesel, Hasen und Bergmäuse, sowie Aasgeier Adler, Mäusebussards, Falken und Rebhühner. Das Bolkarlar Gebirge ist über sieben Monate im Jahr mit Schnee bedeckt und verfügt über eine 7km lange natürliche Piste, die für Skifreunde besonders attraktiv ist. Außerdem gibt es viele verschiedene Wanderwege.

Nebst vielen Hochebenen auf Hasandağ, Aladağlar und Bolkarlar hat Niğde auch viele schöne Ausflugsziele, wie z.B. die Weinberge in Kayardı, Tepe, Fertek und Bahçeli. Bahçeli ist ein beliebtes Ausflugsziel und reich an natürlichen Quellen, wie der Gebende Staudamm, der Gümüşler Staudamm, die Keten Heilquelle und Demirkazık.

Die Heilquellen des Çiftehan Thermalbads besuchen jährlich 300 tausend Menschen. Aufzuzählen sind noch andere unterirdische Quellen wie Narlıgöl, die Kemerhisar Heilquelle, die Içmeli Heilquelle und Karapınar.

Die Küche

In Niğde werden Nahrungsmittel auf verschiedene Weise zubereitet. Das Brotbacken im Winter und das Trocknen von Gemüse sind Tradition.
Regionalen Spezialitäten wären die Rübensuppe, Oğma Suppe, Mangır Suppe, Papara, Niğde Schale, Ditme, Tirit, Kuskus, Niğde Pfanne sowie die Süßspeisen Hüsmeni (Güllü), Haleten, Köfte (Frikadellen) und Traubensaft.

Handwerk

In Niğde, wo traditionelle Webkunst, Porzellanherstellung, Filzarbeiten und Töpferhandwerk betrieben wird, sind besonders die handgewebten Teppiche wertvoll.

www.nigde.bel.tr
www.nigde.gov.tr